CO₂-Fußabdruck von Papiertragetaschen erstmals erhoben

Einzelhändler und Markenunternehmen erhalten mit der Ermittlung eines fossilen CO₂-Fußabdrucks eine verlässliche Grundlage für fundierte Verpackungsentscheidungen

Erstmals liegen Daten zum CO₂-Fußabdruck von Papiertragetaschen in Europa vor. Die von der Plattform The Paper Bag beauftragte und von RISE Research Institutes of Sweden durchgeführte Studie ermittelt für drei typische Papiertragetaschen und Anwendungsbeispiele einen fossilen CO₂-Fußabdruck von 16,6 bis 82,9 g CO₂e pro Tasche – von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor. Einzelhändler und Markenunternehmen erhalten damit eine verlässliche Grundlage für fundierte Verpackungsentscheidungen.

„Verlässliche Daten zum CO₂-Fußabdruck werden immer wichtiger“, sagt Jan Lif, Generalsekretär von CEPI Eurokraft. „Sie zeigen Unternehmen, wo entlang ihrer Lieferketten Emissionen entstehen. Mit dieser Studie schaffen wir mehr Transparenz und legen einen Ausgangswert fest, an dem wir die Fortschritte unserer Branche künftig messen können.“

Untersucht wurden der fossile CO₂-Fußabdruck von maschinell einseitig geglättetem (MG) und maschinell geglättetem (MF) Kraftpapier für Papiertragetaschen sowie der Taschen selbst. Die Analyse erfasst die Emissionen von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zum Werkstor. Die Ergebnisse bilden die Markt- und Technologiesituation des Jahres 2024 ab.

Drei typische Papiertragetaschen untersucht

Die Studie betrachtet drei gängige Taschen aus Kraftpapier: eine kleine Take-away- Tasche ohne Henkel (20 g), eine mittelgroße Einkaufstasche mit gedrehten Henkeln (55 g) und eine große Einkaufstasche mit flachen Henkeln (100 g). Papiertragetaschen werden überwiegend aus Kraftpapier mit Frischfasern hergestellt, das Mitglieder von CEPI Eurokraft liefern. Taschen mit einem hohen Recyclingfaseranteil sind ebenfalls erhältlich, wurden in der Studie jedoch nicht berücksichtigt. Der berechnete fossile CO₂- Fußabdruck beträgt für die drei Taschen 16,6 g CO₂e, 45,6 g CO₂e beziehungsweise 82,9 g CO₂e.

Die Ergebnisse im Vergleich

Eine alltägliche Autofahrt macht die Größenordnungen anschaulich: Auf Grundlage der Emissionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA) für 2024 entspricht der CO₂-Fußabdruck der kleinen, mittelgroßen und großen Papiertragetasche etwa 100, 280 beziehungsweise 500 Metern einer durchschnittlichen Pkw-Fahrt.1

Papierherstellung hat den größten Anteil

Mit rund 67 % entfällt der mit Abstand größte Teil des fossilen CO₂-Fußabdrucks von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor auf die Papierherstellung. Der übrige Anteil entsteht vor allem durch weitere eingesetzte Materialien wie Klebstoffe und Druckfarben, durch Strom in den Verarbeitungsbetrieben und durch den Transport des Papiers zu diesen Betrieben.

„Neben ihrem CO₂-Fußabdruck ist auch wichtig, dass Papiertragetaschen aus einem erneuerbaren, biobasierten Material bestehen und recycelt werden können. So bleiben wertvolle Papierfasern im Kreislauf“, sagt Lif. „Wer Verpackungen verantwortungsvoll auswählt und nutzt, kann zu positiven Veränderungen beitragen.“

Ausführliche Informationen zur Studie sind in einem Factsheet zusammengefasst.

„Carry the change“

Die Plattform The Paper Bag feiert am 18. Oktober 2026 unter dem Motto „Carry the change“ den neunten Europäischen Tag der Papiertüte. Aktionen in ganz Europa machen auf Papiertragetaschen und Papiersäcke aufmerksam, zeigen die Umwelteigenschaften von Papierverpackungen und regen zu fundierten, verantwortungsvollen Verpackungsentscheidungen an. Einzelhändler, Markenunternehmen und Verbraucher sind eingeladen, mitzufeiern und ihre Aktionen auf Facebook, Instagram und LinkedIn unter dem Hashtag #EuropeanPaperBagDay zu teilen. Weitere Informationen: thepaperbag.org, info@thepaperbag.org

Über The Paper Bag

Die Plattform „The Paper Bag“ wurde 2017 von den führenden europäischen Herstellern von Kraftpapier und Papiertragetaschen gegründet. Sie setzen sich dafür ein, die Vorteile von Verpackungen aus Papier bekannt zu machen. „The Paper Bag“ wird von den Organisationen CEPI Eurokraft und EUROSAC betrieben. thepaperbag.org

1 Umweltbundesamt (UBA), Vergleich der durchschnittlichen Emissionen verschiedener Verkehrsmittel im Personenverkehr, Bezugsjahr 2024; TREMOD 6.71B (10/2025).

Über CEPI Eurokraft

CEPI Eurokraft ist der europäische Verband für Hersteller von Kraftsackpapier für die Papiersackindustrie sowie Kraftpapier für die Verpackungsindustrie. Die zehn Mitglieder produzieren insgesamt 3 Millionen Tonnen Papier in elf Ländern. cepi-eurokraft.org

About EUROSAC

EUROSAC ist die europäische Vereinigung der Papiersackfabrikanten. Ihr gehören über 80 % der europäischen Papiersackhersteller an. In 20 Ländern produzieren diese insgesamt etwa 5 Milliarden Papiersäcke pro Jahr, wofür 630.000 Tonnen Papier an 55 Standorten verarbeitet werden. Als korrespondierende Mitglieder tragen Sackhersteller von allen Kontinenten sowie Tütenhersteller zur Vereinigung bei; über 30 Zulieferer (Produzenten von Papier, Folie, Maschinen und Klebstoff) gehören EUROSAC als assoziierte Mitglieder an eurosac.org

Source

The Paper Bag, Cepi Eurokraft und EUROSAC, gemeinsame Pressemitteilung, 2026-10-06.

Supplier

CITPA
Confederation of European Paper Industries (CEPI)
EUROSAC
Research Institutes of Sweden (RISE)
The Danish Environmental Protection Agency
Umweltbundesamt UBA

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