Statusbericht Kreislaufwirtschaft 2024 veröffentlicht

Gemeinsam mit 14 weiteren Verbänden wurde am 25. Januar 2024 der Statusbericht veröffentlicht. Er beleuchtet zum dritten Mal nach 2018 und 2020 die Situation der deutschen Kreislaufwirtschaft

Seit der ersten Veröffentlichung im Mai des Jahres 2018 sind fast sechs Jahre vergangen. In diesem Zeitraum haben in Deutschland zwei Ereignisse für eine veränderte Sichtweise auf die Branche geführt: Zunächst die Corona-Krise, die nicht nur die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit der Branche, sondern auch ihre Systemrelevanz für die Funktionsfähigkeit des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens unter Beweis gestellt hat. In diesem Zusammenhang ist seit Anfang des Jahres 2020 auch das Ansehen der Abfallentsorgung und vor allem der beteiligten Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter in der Bevölkerung deutlich gestiegen.

Der Angriffskrieg auf die Ukraine hat vor Augen geführt, wie stark Deutschland von Energie- und Rohstoffimporten abhängig ist und wie schnell Störungen in den Lieferketten zu Problemen bei der Versorgung mit wichtigen Gütern führen können. Die Abfallwirtschaft kann sowohl durch die Kreislaufführung von Rohstoffen als auch durch die energetische Verwertung wichtige Beiträge zur Reduzierung dieser Abhängigkeiten leisten. Dazu liefert der vorliegende Status-bericht wichtige Zahlen und Informationen.

Die Kreislaufwirtschaft erlangt ferner auch in anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen eine zunehmende Bedeutung. Die Diskussionen um die Circular Economy als neues Wirtschaftsmodells zur Reduzierung des Ressourcenverbrauches führt nicht nur zu dem Ergebnis, dass die Kreislaufwirtschaft künftig die zentrale Rolle bei der Zurverfügungstellung von Rohstoffen für den Wirtschaftskreislauf zukommen wird.

Veränderte Produkte und Produktionsweisen werden in Verbindung mit einem veränderten Konsumverhalten auch maßgeblich zur CO2e-Reduzierung und zur Reduzierung des Rohstoffeinsatzes führen. Die Kreislaufwirtschaft wird somit in den kommenden Jahren zwangsläufig zu einem zunehmend wichtigeren Akteur des wirtschaftlichen Wandels werden.

Der Statusbericht Kreislaufwirtschaft macht deutlich: 60 Millionen Tonnen CO2e werden jährlich allein durch das Recycling und den nachfolgenden Einsatz von Sekundärrohstoffen vermieden. In Bezug auf den Klimaschutz ist jeder Sekundärrohstoff grundsätzlich einem Primärrohstoff überlegen, da er mit weniger Energieaufwand hergestellt wird.

Die Voraussetzungen der Kreislaufwirtschaft dafür sind nach wie vor gut: Hohe Investitionen in Personal und Technik verbessern kontinuierlich die Standards, etwa 315.000 qualifizierte und motivierte Beschäftigte arbeiten in 10.000 kommunalen und privaten Unternehmen auf allen Stufen der Wertschöpfung und erwirtschaften dabei einen Umsatz von rund 105 Mrd. € sowie eine Bruttowertschöpfung von fast 33 Mrd. €. Dies zeugt nicht nur vom Willen zur Veränderung, sondern auch von der Kraft zum Wandel.

“Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen die Transformation von der Abfallwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft. Voraussetzung dafür ist ein konsequentes Design for Recycling. Damit Produkte, die nicht mehr benötigt werden, tatsächlich auch recycelt werden können. Wir benötigen aber vor allem höhere Recycling-Kapazitäten. Ohne einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren für Recycling- und Entsorgungsanlagen wird das nicht gehen. Auch in diesem Bereich muss Deutschland schneller werden, damit Ressourcenschonung, Umwelt- und Klimaschutz, aber auch die sichere Versorgung der Industrie mit Rohstoffen gewährleistet werden kann. Eine nachhaltige Zukunft ohne Kreislaufwirtschaft wird nicht funktionieren,” sind sich bvse-Präsident Henry Forster und bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock sicher.

“Klimaschutz und Recycling müssen gleichermaßen gestärkt werden. Das geht nur mit einer wirksamen Kreislaufwirtschaftsstrategie, die einen verbindlichen Rechtsrahmen schafft, Abfall wirksam vermeidet und ökologisches Produktdesign an die erste Stelle stellt. Es muss deutlich werden, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken, Verpackungen und Produkte in den Markt zu bringen, die recycelt werden können. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch: In unserer Gegenwart, in unserer Wirtschaftswelt und nicht nur im Labormaßstab. Wenn mehr Recyclate eingesetzt werden, reduzieren sich die CO2-Emissionen. Wer darauf aus Kostengründen verzichtet, darf nicht belohnt, sondern muss mit einem deutlichen Preisaufschlag sanktioniert werden.”

Eine gemeinsame Publikation von folgenden Verbänden der deutschen Kreislaufwirtschaft:

Bundesverband, Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse), Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA), Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. (BDE), Bundesverband Deutscher Sonderabfallverbrennungs-Anlagen e.V. (BDSAV), Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV), Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe e.V. (BRB), Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW), IFAT Munich – Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, Interessengemeinschaft der Aufbereiter und Verwerter von Müllverbrennungsschlacken (IGAM), Interessengemeinschaft Deutsche Deponiebetreiber e.V. (InwesD), Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e.V. (ITAD), Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI), Verband Deutscher Metallhändler und Recycler e.V. (VDM), Verband kommunaler Unternehmen (VKU)

 Zum Herunterladen: Statusbericht Kreislaufwirtschaft (25 MB)

Source

bvse, Pressemitteilung, 2024-01-26.

Supplier

Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-
Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft BDE
bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft DGAW
Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Verband kommunaler Unternehmen (VKU)

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