Jugend forscht prämiert umweltschonendes Sonnenschutzmittel aus Blütenpollen

Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums geht an Andreas und Anna Dobbelstein aus Göttingen

Bundeswettbewerb Jugend forscht 2021
Die Sonderpreisgewinner Andreas und Anna Dobbelstein aus Göttingen, Bild: © Stiftung Jugend forscht e. V.

Im 56. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ sind Andreas (17) und Anna (13) Dobbelstein mit dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gestifteten Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ in Höhe von 1.500 Euro ausgezeichnet worden. Das Geschwisterpaar aus Göttingen erhielt den Preis für seine Arbeit „Sonnenschutzmittel aus Blütenpollen“. Das Bundesfinale des Wettbewerbs fand am 29. Mai 2021 erstmals online statt.

Sommer und Urlaub stehen vor der Tür: Handelsübliche Sonnencremes können den Biotopen der Meeresküsten schaden und stehen teilweise wegen ihrer gesundheitlichen Bedenklichkeit in der Kritik. Das von der „Jugend forscht“-Jury mit dem Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ ausgezeichnete Geschwisterpaar aus Göttingen wusste: Blütenpollen müssen sich vor UV-Strahlung schützen, weil sonst die enthaltene DNA zerstört wird. Sie kamen auf die Idee, dass Farbstoffe aus Pollen auch für den Menschen ein umweltfreundliches Sonnenschutzmittel sein könnten. Aus Pollenextrakten stellten sie eine wasserfeste Creme her und testeten ihre Wirkung zunächst an Pflanzenblättern.

Dabei fanden die beiden heraus, dass das Absorptionsspektrum der pflanzlichen Farbstoffe dem eines handelsüblichen Sonnenschutzsprays mit LSF 30 gleicht – die konzentrierte Pollenschutzcreme hält UV-Strahlen also ähnlich gut ab. Da die UV-aktiven Substanzen auch in Blüten enthalten sind, wäre die Extraktion aus Blütenblättern kostengünstiger als das aufwendige Sammeln von Pollen. Die Sonderpreisgewinner nutzen ausschließlich ihre eigene Sonnencreme und stehen in Kontakt mit einem Unternehmen, das an der Entwicklung des Produkts interessiert ist.

Nachdem im letzten Jahr aufgrund der Corona-Pandemie kein Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ stattfand, durften die diesjährigen 169 Finalisten ihre 113 Arbeiten der Wettbewerbsjury online präsentieren. Noch bis zum 13. Juni 2021 können sich Interessierte auf der Website des Online-Bundesfinales u.a. mit Hilfe kurzer Videos von den Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses überzeugen.

Unter dem Motto „Lass Zukunft da.“ beteiligten sich 2021 knapp 9.000 Kinder und Jugendliche mit mehr als 5.000 Projekten bei Jugend forscht. Mit den Sonderpreisen „Nachwachsende Rohstoffe“, die auf regionaler und Bundesebene verliehen werden, honoriert das Bundeslandwirtschaftsministerium dieses Engagement. Neben dem jetzt verliehenen Bundespreis zeichnet das BMEL in der aktuellen Wettbewerbsrunde knapp 60 weitere Projekte auf Regionalebene aus, bei denen sich v.a. Schülerinnen und Schüler mit biobasierten Produkten und Energieträgern befassten.

Source

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2021-06-01.

Supplier

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V.

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