Interview mit Fred Eickmeyer von ESKUSA

„Wir müssen in Deutschland extrem gute Qualitäten liefern.“

Fred Eickmeyer
Fred Eickmeyer © Eickmeyer / ESKUSA

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) sprach mit Fred Eickmeyer, dem Gründer und Inhaber des Züchtungsunternehmens Eskusa, zum Stand und den Potenzialen von Arzneipflanzen in Deutschland.
Zurzeit werden zwei Züchtungsprojekte bei Eskusa – zum Russischen Löwenzahn und zur Gelben Lupine – vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die FNR gefördert.

4- bis 5-fach so hohe Inhaltsstoffgehalte

Eine der Pflanzen, die bei Eskusa einen besonderen Stellenwert haben, ist Arnika, für die Sie ein eigenes Zuchtprogramm etabliert haben. Wie sind die Erfolge bisher und wie entwickelt sich der Markt für diese Pflanze bzw. deren Wirkstoffe aktuell?

Nachdem ich das Arnika-Zuchtmaterial von meinem leider bereits verstorbenen Züchterkollegen Philipp Berner übernommen hatte, habe ich mehrere Zyklen auf Inhaltsstoffe und deren Zusammensetzung selektiert. Das Ergebnis ist ein Material, das bis zu 4-5-fach so hohe Gehalte an Sesquiterpenlactonen besitzt wie das allermeiste Wildsammelmaterial. Außerdem hat es einen überwiegenden Anteil an Dihydrohelenalin-Estern, den begehrteren Sesquiterpenlactonformen. Die Nachfrage nach Anbauware steigt aktuell, da generell mehr Arnika nachgefragt wird, als aus Wildsammlung noch geliefert werden kann. In 2021 ist kaum Material aus Wildsammlung verfügbar gewesen, so dass die Preise für getrocknete Arnikablüten um mehrere hundert Prozent gestiegen sind. Ein großes Wildsammelgebiet liegt in der Ukraine – da ist aufgrund des Krieges auch nicht klar, ob in diesem Jahr Wildsammelmaterial dorther bezogen werden kann.

Arnika Zuchtbeet Reifegruppen © Eickmeyer / ESKUSA

ESKUSA hat diverse Landwirte in ganz Deutschland als Arnikaanbauer gewinnen können. Für 2022 sind über 20 ha Anpflanzungen geplant. Viele Arnika-Verwertungsfirmen scheuen sich allerdings noch, längerfristige Anbauverträge zu unterzeichnen und Preise zu zahlen, die für den Anbau dieser mehrjährigen Kultur und dokumentierte Anbauware einfach gefordert werden müssen. Sollte sich dies ändern, wären noch deutlich mehr als 20 Hektar Arnikaanbau möglich.

Welche Züchtungsziele verfolgen Sie bei Arnika?

Neben den Inhaltsstoffgehalten und deren Zusammensetzung geht es um eine synchrone Blüte, eine bessere Persistenz und einen einheitlichen, maschinell erntbaren Blütenhorizont. Etwas längerfristig wird die Verträglichkeit gegenüber alkalischen Böden verfolgt, evtl. auch eine Polyploidisierung zur Gewinnung größerer Blüten. Eine reine Selektion auf die von den Arzneimittelherstellern geforderte Qualität reicht nicht. Es müssen auch die agronomischen Merkmale berücksichtigt werden, ohne die keine Akzeptanz des Materials für den Praxisanbau generiert werden kann. Dies wird oft in kurzfristigen “Projektzüchtungen“ vergessen.

Sensibelchen Arnika 

Arnika ist eine Kultur mit besonderen Ansprüchen. Was muss man im landwirtschaftlichen Anbau beachten?

Arnika Blütenproduktion
Arnika Blütenproduktion © Eickmeier / ESKUSA

Die Arnika ist ein Sensibelchen. Das geht schon bei den Keimbedingungen und der Jungpflanzenanzucht los. Kalkhaltiges Gießwasser kann sie umbringen. Zu junge Pflanzen wachsen in der Regel nicht an und beim ersten Hacken auf dem Feld kann man durch zu enges Hacken an der Pflanzreihe das sensible Zusammenspiel zwischen Faserwurzeln und Mykorrhizza empfindlich stören. Wir haben so schon hektarweise Arnika nach der Pflanzung wieder kaputt gemacht. Die Arnika benötigt unbedingt einen Boden mit sehr niedrigem freien Kalkgehalt, meist gekennzeichnet durch saure pH-Werte. Der Standort darf nicht zu trocken sein. Wir haben im letzten Winter erstmals ein Arnikaanbauertreffen bei ESKUSA organisiert, das wir jährlich wiederholen wollen, um alle Anbauerfahrungen – positive wie negative – auszutauschen. Ich denke, dass wir mit diesem Austausch und unserer Zuchtmaterialentwicklung allmählich im Anbau vorankommen und das Anbaurisiko für den einzelnen Landwirt senken können.

Fortschritte bei der Gelben Lupine?

Daneben widmen Sie sich der in Deutschland kaum noch angebauten Gelben Lupine. Im Rahmen des Forschungsverbundes InnoLuteus, der vom BMEL über die FNR gefördert wird, arbeiten Sie züchterisch an der Verbesserung bestimmter Merkmale. Können Sie uns zu der Pflanze und den Fortschritten im Projekt etwas sagen?

Gelbe Lupinen im Anbau
Gelbe Lupinen im Anbau © FNR / N. Paul

Wir haben in 2015 ein Gelblupinensortiment mit bitteren Formen vom Vavilov-Institut, St. Petersburg bekommen. Dieses Material sichten wir zusammen mit den Verbundpartnern auf interessante Merkmale. In einzelnen Akzessionen konnten erste Hinweise auf eine Anthraknosetoleranz gefunden werden, der wohl wichtigsten Krankheit der Gelben Lupine. Andere Akzessionen zeigten Potenzial für die Selektion einer Winterform. Da die Gelbe Lupine früher überwiegend als Körnerleguminose zu Futterzwecken eingesetzt wurde, müssen zukünftig wieder angebaute Sorten natürlich süß sein. Das heißt, dass unser bitteres Zuchtmaterial noch sehr weit weg von diesem Einsatzgebiet ist. In anderen Verbundprojekten arbeiten wir aber bei der Blauen Lupine mit bitteren Formen an der Nutzung des Proteins für technische Zwecke oder nach einer verfahrenstechnischen Entbitterung zur Gewinnung von Lebensmittelprotein. Diese Ansätze sind bei der Blauen Lupine bisher sehr viel versprechend. Da die Gelbe Lupine einen deutlich höheren Proteingehalt als die Blaue Lupine hat, wäre sie für die Proteinisolation natürlich sehr gut geeignet. Auf der anderen Seite benötigt die Gelbe Lupine spezielle Bodentypen mit möglichst niedrigem Kalkgehalt und ihr Kornertragspotenzial liegt in der Regel deutlich unter den Erträgen der Blauen (und Weißen) Lupinen.

An unserem Standort in Bayern haben wir bei der Gelben Lupine häufiger Probleme mit der Abreife. Sie neigt bei Vorhandensein von Feuchtigkeit dazu, immer wieder neue grüne Seitentriebe und Blüten auszubilden. Auf trockeneren und leichteren Standorten ist dieses ungünstige Verhalten deutlich weniger ausgeprägt.

Bei den Lupinenarten ist meiner Meinung noch sehr viel Zuchtarbeit – auch mit mutigen Zuchtzielen und mutigen Kreuzungen – nötig, um ihr Ertragspotenzial voll auszuschöpfen, vor allem aber auch die Ertragssicherheit deutlich zu verbessern. Unser Ziel für die Blauen Lupinen nennen wir 40/40, d.h. 40 dt/ha sicherer Kornertrag und 40% Proteingehalt. Bis es soweit ist, ist noch viel zu tun….

Lupinenalkaloide in vielfacher Hinsicht interessant

Inwieweit sind Inhaltsstoffe der Lupine auch arzneilich interessant?

Die Chinolizidin-Alkaloide sind arzneilich durchaus interessant. So wird z.B. das Spartein (aus der Weißen Lupine) bei Herzinsuffizienz eingesetzt. Ich denke, dass man für die anderen Alkaloiden sicher auch Einsatzgebiete entwickeln könnte. Dazu müsste die Initiative aber aus dem Pharmabereich kommen. Wir stehen mit Zuchtmaterial und Mustern gerne bereit.

Ich halte die Lupinenalkaloide jedoch auch in anderer Hinsicht für interessant, z.B. als Fraßvergällungsmittel, als biologische Insektizide und Fungizide, als Phytostimulantien etc. Da gäbe es sicherlich noch vieles zu entdecken.

Hier würden natürlich auch unsere bitteren, also alkaloidreichen Akzessionen punkten können. Daher verfolgen wir mit unseren Partnern durchaus auch die Nutzung von alkaloidreichen Waschlösungen aus der Lebensmittelverfahrenstechnik. Die Nutzung der Nebenstromkette „Alkaloide“ könnte die Wirtschaftlichkeit der Proteingewinnung erheblich verbessern.

Steht die Entwicklung neuer, anthraknose-resistenter Sorten der Gelben Lupine in näherer Zukunft in Aussicht? Plant Eskusa hier eine eigene Sortenanmeldung?

Das Projekt Innoluteus hat weitere Anthraknoseresistenz- oder -toleranzenquellen aufgezeigt. Die Arbeitsgruppe um Frau Dr. Ruge-Wehling am JKI in Groß Lüsewitz leistet da sehr gute Arbeit. Die Anthraknoseresistenz ist allerdings nicht alles, was eine Sorte braucht. Kornertrag und Abreifeverhalten sind mindestens ebenso wichtig. Ich bin mir sicher, dass über kurz oder lang neue Gelblupinensorten angemeldet werden, evtl. auch Winterformen. Das Material von ESKUSA ist aber bei weitem noch nicht soweit.

Unser Schwerpunkt wird daher die Weiterzüchtung der Blauen Lupine sein, da wir bei dieser Art in den bitteren Akzessionen sehr vielversprechende Ertragsmerkmale, Abreifemerkmale und auch Anbaueigenschaften, wie z.B. Kalktolerenz gefunden haben, die wir jetzt in Sortenmaterial weiterentwickeln wollen.

Taraxacum officinale als Taraxasterol- und Bitterstoff-Lieferant?

Die dritte Kultur im Fokus ihrer Arbeiten ist der Russische Löwenzahn. Primär geht es dabei um die Kautschukproduktion in der Wurzel. Aber es gibt auch für den Arzneisektor interessante Nebenergebnisse, oder?

Löwenzahn Saatgutproduktion
Löwenzahn Saatgutproduktion © Eickmeyer / ESKUSA

Für die Züchtung des Russischen Löwenzahns (Taraxacum koksaghyz) nutzen wir auch den hiesigen Löwenzahn als Kreuzungspartner, um die Wurzelgröße für die Kautschukproduktion maßgeblich zu steigern. Dabei haben wir inzwischen Taraxacum officinale-Typen entwickelt, die extrem wüchsig und extrem blattreich sind. Diese könnten durchaus als Sorten für den Salatanbau, die Treiberei und auch die Kleintierfutterproduktion interessant sein. Bei der Analytik der Kautschukgehalte des Russischen Löwenzahns erfassen wir regelmäßig auch den Taraxasterolgehalt. Den haben wir beim hiesigen Löwenzahn bisher nicht erfasst. Ich gehe aber davon aus, dass man auch hier mit wenigen Selektionsschritten für z.B. dieses Phytosterol eine erhebliche Steigerung erreichen könnte. Auch hier ist es aber nötig, dass Interesse aus dem Pharmabereich signalisiert wird, sonst werden wir das nicht angehen. Neben Taraxasterol könnte auch Bitterstoffgewinnung aus dem Löwenzahn interessant sein. Da haben wir neben dem Löwenzahn auch noch einige andere Arten im Anbauprogramm, die dafür geeignet sein könnten.

„Wir sollten nicht irgendein Material anbauen.“

Sie kennen den Markt für Arznei- und Gewürzpflanzen seit langem. Wie schätzen Sie die Perspektiven für den heimischen Anbau ein? Wird es gelingen, ihn ausgehend von derzeit etwa 12.000 Hektar künftig nennenswert zu steigern?

Gentiana Lutea Jungpflanzenproduktion
Gentiana Lutea Jungpflanzenproduktion © Eickmeyer / ESKUSA

Interessant wird es immer dann, wenn spezielle Inhaltsstoffmuster benötigt werden. Dann darf der Anbau auch schon mal etwas teurer sein. Diese speziellen Inhaltsstoffmuster müssen aber erstmal gezüchtet und für den Anbau im Pflanzenmaterial fixiert werden.

Wenn wir in Deutschland die Anbaufläche für Arznei- und Gewürzpflanzen deutlich steigern wollen, dann müssen wir neben der transparenten Dokumentation auch extrem gute Qualitäten liefern, um unseren, vergleichsweise teuren Produktionsstandort zu rechtfertigen. Wir sollten also darauf achten, dass wir nicht irgendein Material anbauen, sondern Material, das maßgeschneidert auf die abnehmenden Betriebe zugeschnitten ist – vielleicht auch zusammen mit diesen Betrieben entwickelt wurde.

Angesichts zurückgehender Wildsammelimporte für einige Arten, möglicherweise auch drohender Sammelverbote in den Herkunftsländern, wird es zunehmend interessant, einen heimischen Anbau für diese Arten zu forcieren. Die Initiative dazu kann aber nicht von den Anbauern ausgehen, sondern muss von den Händlern und Abnehmern initiiert werden.

Ich bin mir sicher, dass sich aufgrund immer noch vergleichsweise klimatisch günstiger Gegebenheiten in Deutschland der Arznei- und Gewürzpflanzenanbau deutlich ausdehnen lässt. Allerdings wird sich das nicht in wenigen Jahren vollziehen, sondern eine längere Zeit in Anspruch nehmen. Es wird sich voraussichtlich auch innerhalb Deutschlands eine Verschiebung des Anbaus vollziehen, da die heutigen Kernanbaugebiete in Sachsen-Anhalt und Thüringen zunehmend trockener werden und z.T. Beregnungsverboten unterliegen.

Das Risiko der Einstiegsphase für den neuen Landwirt abpuffern

Was sind aus ihrer Sicht die Voraussetzungen, damit mehr Landwirte in den Anbau einsteigen? Wie könnte die Politik noch besser unterstützen?

Um mehr Landwirte für den Anbau zu gewinnen, ist es meiner Meinung nach erforderlich, dass das Risiko der Einstiegsphase für den (neuen) Landwirt abgepuffert wird. Wir haben beispielsweise unseren Anbauern des Russischen Löwenzahns in den ersten Jahren eine Flächengarantie gezahlt – unabhängig vom Ertrag. Schwarze Schafe, die es nur auf diese Garantie abgesehen haben, mustern sich dabei schnell aus, da sie von ihren Berufskollegen, die es ernst meinen, gemieden werden.

Dies soll jetzt nicht so verstanden werden, dass diese Risikopufferung komplett aus öffentlichen Mitteln gezahlt werden muss. Vielmehr ist die Grundvoraussetzung, damit ein Landwirt einsteigt, ein Anbau- und Abnahmevertrag. Es muss also eine Firma geben, die die Anbauware unbedingt haben möchte und einen Landwirt, der diese Ware unbedingt produzieren möchte. Dieses Konstrukt sollte hinsichtlich des Risikos für beide Parteien gefördert werden. Es würde hier zu weit gehen, das auszuformulieren, aber ESKUSA hat mit solchen Konstrukten gute Erfahrungen gesammelt, die wir gerne in eine Diskussion einbringen.

Für viele Betriebe ist der Aufbau der nötigen Infrastruktur für den Arznei- und Gewürzpflanzenanbau zu kostenintensiv. Spezialmaschinen, Trocknungsanlagen sollten und müssen überbetrieblich genutzt werden. Hier könnten Maschinenringe, Biogasanlagenbetreiber usw. einsteigen, um regionale Strukturen zu ermöglichen.

Tausendgüldenkraut
Tausendgüldenkraut © Eickmeyer / ESKUSA

Vor dem Hintergrund der aktuell wieder stark diskutierten Flächenproblematik: Gibt es Arznei- und Gewürzpflanzen, die im Anbau in Deutschland besonders vorzüglich sind, d.h. die wir besonders effizient produzieren können?

Pflanzen, die in größerem Umfang in Präparaten genutzt werden, die kaum angebaut werden und die gleichzeitig aus Wildsammlungen nicht mehr in benötigten Mengen und Qualitäten erhältlich sind. Hier halte ich eine Recherche für interessant, die diese Aspekte abgleicht und daraus Empfehlungen für den Anbau ableitet.

Bespiele, die ich (ohne Recherche, einfach aus Bauchgefühl) für relevant halte: Arnika, Tausendgüldenkraut, Gelber Enzian, Baldrian, Sonnentau (Paludikultur).

Wir können diese Pflanzenarten vielleicht nicht besonders effizient produzieren, aber wir können sie produzieren – und die Effizienz kommt dann mit der Erfahrung.

Welche Pflanzen halten Sie aus welchen Gründen noch für interessant, gerade auch für den arzneilichen Bereich?

Saatgutproduktion von Echinacea Purpurea
Saatgutproduktion von Echinacea Purpurea © Eickmeyer / ESKUSA

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass alles, was unsere Immunabwehr stärkt, interessant ist. Ich denke, dass wir sehr viel mehr prophylaktisch denken müssen und unser Immunsystem mit Tees, Kräutern oder aufbereiteten Pflanzenextrakten stärken können. Dies kann jahreszeitlich oder persönlich individuell erfolgen. Von Zeit zu Zeit erlebt der Purpursonnenhut immer mal wieder eine Renaissance als Immunstimulanz. Es gibt eine Fülle von Pflanzen, die die Immunabwehr des Körpers fit machen können.

Unsere einseitige Ernährungsweise benötigt zunehmend externe Radikalfänger. Rosmarin, Schwarzkümmel, Löwenzahn sind Arten, die hier gezielt eingesetzt werden können.

Das Versagen herkömmlicher Antibiotika bei mehrfach resistenten Keimen erfordert ein Umdenken in der Nutzung von Antibiotika. Hier können Pflanzen, die Isothiocyanate bilden, unterstützend bis hin zu alternativ wirken. Dazu gehören Kapuzinerkresse, Rettich, Senf, Ölrettich und andere Kohlgewächses.

Färberwaid ist uns vor ein paar Jahren als Pflanze gegen Hautprobleme über den Weg gelaufen. Nach ein wenig Literaturrecherche stellen wir fest, dass der Färberwaid äußerst vielfältig einsetzbar ist. Wir haben inzwischen ein großes Sortiment an Genbankherkünften aufgebaut, das nur noch einen Nutzer sucht.

Hier möchte ich nochmals darauf hinweisen, wie wichtig eine durchgehende Wertschöpfungskette, insbesondere im Arznei- und Gewürzpflanzenbereich ist. Nur wenn hinten ein Abnehmer wartet, ist es sinnvoll vorne zu produzieren und vielleicht auch zu züchten und zu forschen. Die Kette muss also von hinten gedacht werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die vollständige Fassung des Interviews erschien in der Zeitschrift für Arznei- und Gewürzpflanzen, Ausgabe 02/2022 und steht hier zur Verfügung.

Zur Person
Fred Eickmeyer studierte an der Universität Hannover Gartenbau und gründete 2010 das Züchtungsunternehmen Eskusa GmbH im bayerischen Parkstetten. Die Firma mit heute 10 Mitarbeitenden hat sich auf die Auftrags- und Initiativzüchtung und Vermehrung insbesondere von Sonderkulturen spezialisiert. Im Portfolio sind Industrierohstoffpflanzen, Arznei- und Gewürzpflanzen, Biomassestauden sowie einheimische Wildkräuter für Begrünungszwecke, als Bienenweide oder Insektenrefugium.Eickmeyer hat ein besonderes Faible für alle Pflanzen, die ein wenig „knifflig“ sind, Lichtkeimer, Kaltkeimer, Saatgut mit speziellen Keimruhen etc. und für Pflanzen, die züchterisch bisher nicht oder nur wenig bearbeitet wurden. Er mag an seinem Hobby, das er zum Beruf gemacht hat, die Abwechslung, die eine große Vielfalt an Pflanzenarten mit sich bringt. Sein Lieblings-Leitspruch stammt von Louis Pasteur: „Der Zufall trifft nur auf den vorbereiteten Geist.“

Source

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Interview, Pressemitteilung, 2022-08-31.

Supplier

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
ESKUSA
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

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