
Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts TexMat wird ein dezentrales Textilsammelsystem aufgebaut, das Recycling und Wiederverwendung von Textilien für die Verbraucherinnen und Verbraucher einfach und lohnend gestalten soll. Das gegenwärtig für gebrauchte Textilien in ganz Europa entwickelte Pfand- und Rücknahmesystem verspricht eine Verringerung des Textilabfalls und seiner Auswirkungen auf die Umwelt. Mit der TexMat-Initiative werden die Konsumierenden über ein System finanzieller Anreize ermutigt, wiederverwendbare und recycelbare Kleidungsstücke zurückzugeben. Außerdem werden die Hersteller benachrichtigt, wenn entsorgte Dinge einer formellen Abfallentsorgung bedürfen.
Eine automatisierte Lösung
Der innovative Projektansatz für Textilabfall besteht in der dezentralen Sammlung von Textilien. Intelligente Sammelbehälter werden bei der Sortierung der zurückgegebenen Textilien, der Bewertung der Qualität und der Erfassung von Materialinformationen mithilfe digitaler Produktpässe helfen, die in der EU ab 2026-2027 schrittweise eingeführt werden. Die Textilien werden nach wiederverwendbaren Textilien für den Gebrauchtwarenverkauf, recycelbaren Textilien für Recyclingunternehmen sowie Textilabfällen für die Abfallwirtschaft sortiert. In Spanien und Finnland werden Pilotprojekte durchgeführt, um das System unter realen Bedingungen zu erproben.
Die TexMat-Innovation unterstützt die Umsetzung der Schlüsselelemente der EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien und des Rechtsakts über die Kreislaufwirtschaft. Dazu gehören die verpflichtende Sammlung von Textilabfällen, die Einführung digitaler Produktpässe und die erweiterte Herstellerverantwortung, ein umweltpolitisches Konzept, das die Verantwortung für den Lebenszyklus eines Produkts auf den Hersteller überträgt.
Die „TexMat-Lösung birgt großes Potenzial, die Sammlung und den Wiederverkauf gebrauchter, aber noch wertvoller Kleidungsstücke zu verändern, den Gebrauchtwarenmarkt zu unterstützen sowie gleichzeitig den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, ihre Textilien zu Geld zu machen“, kommentiert Elina Ilén, leitende Wissenschaftlerin beim TexMat-Projektkoordinator VTT Technical Research Centre Finnland, in einer Meldung, die im „Just Style Magazine“ veröffentlicht wurde.
„Mit der Entwicklung einer kosteneffizienten, robusten und nutzungsfreundlichen Lösung verfolgen wir das Ziel, den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Prüfung abzunehmen, welche Kleidungsstücke zur Wiederverwendung oder zum Recycling weiterverkauft werden können. Die automatisierte Sammlung und Sortierung wird außerdem die Textilabfallwirtschaftsunternehmen unterstützen, da schnell und präzise die für die Wiederverwendung geeigneten Kleidungsstücke von den zur Entsorgung bestimmten getrennt werden und somit die Abhängigkeit von manueller Arbeit reduziert wird.“
Die Innovation stellt eine Antwort auf die dringende Notwendigkeit dar, dass Europa seine Sortier- und Recyclingkapazitäten erheblich ausbauen muss. Dabei sprechen die Zahlen für sich: 2022 fielen in der EU rund 6,94 Millionen Tonnen Textilabfall an, was nur eine leichte Verbesserung gegenüber dem Wert von 2020 (6,95 Millionen Tonnen) darstellte, der 16 kg pro Person entsprach. Von diesen 16 kg wurden nur 4,4 kg pro Person getrennt gesammelt, um wiederverwendet oder recycelt zu werden. Der Rest landete im gemischten Hausmüll, der dann auf Mülldeponien gelagert oder verbrannt wurde. 2022 gelangten 85% der Textilabfälle aus Haushalten auf Mülldeponien oder in die Verbrennung.
Das Projekt TexMat (AUTOMATED COLLECTION AND SORTING SOLUTION FOR CONSUMER TEXTILES) ging im Oktober 2025 an den Start und vereint vierzehn Partner, die die europäische Zivilgesellschaft, Forschung und Wissenschaft, die Industrie sowie ihre Technologie- und IKT-Sektoren repräsentieren. Das Projekt läuft bis November 2029.
Source
CORDIS news, Pressemitteilung, 2026-02-26.
Supplier
European Union
Technical Research Centre of Finland (VTT)
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