
Ab Januar 2026 starten drei Fraunhofer Cluster of Excellence ein gemeinsames Projekt, um Unternehmen bei der Umsetzung der EU-Vorgaben für digitale Produktpässe (DPPs) zu unterstützen, die ab 2027 verpflichtend werden. Im Projekt stehen sowohl technische als auch organisatorische Handlungsfelder für das Datenmanagement der DPPs im Mittelpunkt. Auf dieser Basis werden auf den Kernanforderungen des DPPs aufbauend weitere Datenpunkte ergänzt, um neue Serviceangebote zu erarbeiten – insbesondere in der Produktionstechnik. Beteiligt sind die Fraunhofer Cluster of Excellence Cognitive Internet Technologies CCIT, Programmable Materials CPM und Circular Plastics Economy CCPE.
Mit der Einführung des digitalen Produktpasses (DPP) ergeben sich neue Herausforderungen und Chancen für die Industrie. Zunächst stehen Unternehmen vor der Aufgabe, über 100 Datenpunkte entlang der Wertschöpfungskette konsistent zu erfassen und bereitzustellen, um die Regulierung einzuhalten. Dies erfordert unternehmensintern den Aufbau von technischem Know-how und organisatorischen Strukturen, aber auch eine Intensivierung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit. Einerseits ermöglicht der DPP Prozessverbesserungen, erweiterte Services und neue nachhaltige Geschäftsmodelle. Demgegenüber stehen oft fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten zur Umsetzung im Unternehmen.
Die neue Verordnung »Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR)« führt den DPP schrittweise für verschiedene Produktgruppen ein. Unternehmen sind gefordert, Leistung, Sicherheit, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit sicherzustellen. Hierfür ist ein robustes Datenmanagement erforderlich, das die Grundlagen für die Erstellung digitaler Produktpässe schafft.
Ziele und Nutzen des Projekts EmpowerDPP
Im Projekt EmpowerDPP arbeiten erstmals drei Fraunhofer Cluster of Excellence zusammen, um zwei zentrale Ziele zu verfolgen: die Entwicklung technischer und organisatorischer Konzepte zur Umsetzung des DPP sowie die Entwicklung von Serviceangeboten in der Produktionstechnik. Ein strukturiertes Datenmanagement mit klar definierten technischen Prozessen für die Datenbereitstellung, -orchestrierung und -validierung ermöglicht eine transparentere Wertschöpfungskette. Dies führt zu effizienteren Prozessen, reduzierten Fehlerquoten und geringerem Ressourcenverbrauch.
Auf Grundlage des DPPs entstehen neue datenbasierte Services, die Mehrwerte für die gesamte Wertschöpfungskette vom Zulieferer bis hin zum Recycler bieten. Insbesondere schafft der DPP die Brücke, um Materialien und Produkte im Kreislauf zu halten und weitere Lebenszyklen zu ermöglichen
»Mit dem Projekt EmpowerDPP erarbeiten wir einen klaren Fahrplan zur DPP-Umsetzung, der die Transparenz über Datenflüsse und Verantwortlichkeiten erschließt und neue Erlöspotenziale für Unternehmen bereitstellt. Ich freue mich, dass wir hier das Know-how aus drei Fraunhofer Clustern of Excellence bündeln können«, so der Projektleiter Sebastian Emons, Fraunhofer CCIT/Fraunhofer ISST.
Aufgaben der Partner im Projekt:
- Fraunhofer CCIT / Vertreten durch Fraunhofer ISST (Projektleitung): Das Fraunhofer ISST ist verantwortlich für die Analyse von Datenflüssen und die daraus resultierenden Implikationen für das Datenmanagement sowie für mögliche Geschäftsmodelle.
- Fraunhofer CCPE / Vertreten durch Fraunhofer IML: Das Fraunhofer IML stellt die Anforderungen des DPPs an Unternehmen heraus, mit besonderem Fokus auf die Logistikketten, um zirkuläre Geschäftsmodelle vorzubereiten.
- Fraunhofer CPM / Vertreten durch Fraunhofer IWU: Das Fraunhofer IWU adressiert neben den Anforderungen des DPPS aus produktionstechnischer Perspektive auch die Potenziale und Serviceopportunitäten in der Produktionstechnik, um effiziente Lösungen für Produktionssysteme sowie innovative Plattformen für Sekundärrohstoffe zu entwickeln.
Fraunhofer Cluster of Excellence
Die Fraunhofer Cluster of Excellence fördern die kooperative Entwicklung und Bearbeitung systemrelevanter Themen durch eine institutsübergreifende Forschungsstruktur. Organisatorisch entsprechen diese Forschungscluster einem »virtuellen Institut«, das sich über mehrere Standorte verteilt. Die Forschungscluster zielen dabei nicht nur auf die temporäre Durchführung eines einzelnen Projekts, sondern verfolgen vielmehr eine Roadmap zur langfristigen Entwicklung eines komplexen Technologietrends.
Source
Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE, Pressemitteilung, 2026-01-27.
Supplier
Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML)
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
Share
Renewable Carbon News – Daily Newsletter
Subscribe to our daily email newsletter – the world's leading newsletter on renewable materials and chemicals











