
Die Universität Münster, die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und das nova-Institut haben das Projekt PerPlacsBio – Perspektiven für biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe in Landwirtschaft und Forstwirtschaft gestartet. Das Projekt wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ gefördert.
Ausgangslage und Ziel des Projekts
Obwohl die negativen Auswirkungen von Mikroplastik auf Ökosysteme gut dokumentiert sind, fehlt Landwirtinnen, Landwirten und Forstbetrieben bislang eine klare, praxisnahe Orientierung, wie sich der Eintrag von Kunststoffen in Böden wirksam verringern lässt. Gleichzeitig stehen häufig nicht genügend Informationen zur Verfügung, um fundiert beurteilen zu können, wann und wo biologisch abbaubare Alternativen ökologisch sinnvoll und technisch praktikabel sind.
PerPlacsBio setzt hier an: Das Projekt analysiert das Potenzial biologisch abbaubarer Kunststoffe, identifiziert sinnvolle Anwendungen in Land- und Forstwirtschaft und baut systematisch Wissen sowohl bei Anwendern wie auch in der Industrie auf. Alle Projektergebnisse werden öffentlich zugänglich gemacht, um fundierte Entscheidungen in Praxis, Politik und Wirtschaft zu unterstützen.

Aufgaben der Projektpartner
Das nova-Institut erweitert die bestehende Wissensbasis zu biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen, insbesondere zu Alternativen, Standards, Normen, Zertifikaten, politischen Rahmenbedingungen und Entscheidungskriterien. Die Universität Münster und die Hochschule Rottenburg führen Befragungen in Landwirtschaft und Forstwirtschaft durch, um Bedürfnisse, Wahrnehmungen und Hemmnisse der Nutzerinnen und Nutzer besser zu verstehen.
In enger Zusammenarbeit mit Akteuren aus Praxis, Wirtschaft und Politik diskutiert das Konsortium die Machbarkeit alternativer Materialien und Maßnahmen. Zudem organisiert das nova-Institut im Verlauf des Projekts mehrere Workshops, stellt dort Projektergebnisse vor und holt Feedback aus der Praxis ein.
Aufbau auf dem Vorgängerprojekt BioSinn
PerPlacsBio baut direkt auf dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekt BioSinn – Produkte, für die biologische Abbaubarkeit sinnvoll ist (Förderkennzeichen 2219NR197) – auf. BioSinn identifizierte 25 Produkte, bei denen biologische Abbaubarkeit ökologisch sinnvoll ist, weil Sammlung, Trennung oder Recycling praktisch oder wirtschaftlich nicht machbar sind.
Ergebnis von BioSinn war eine Broschüre mit 25 Faktenblättern und umfangreichen Hintergrundinformationen zur biologischen Abbaubarkeit, die sich an Entscheidungsträger aus Industrie und Politik sowie an die breite Öffentlichkeit richtet. Für jedes Produkt wird erläutert, inwieweit biologischer Abbau sinnvoll und machbar ist, welche technischen Substitutionsmöglichkeiten bestehen und wie politische Rahmenbedingungen, Regulierung und Marktvolumina in Deutschland und der EU aussehen. Diese Erkenntnisse dienen PerPlacsBio nun als Grundlage für die gezielte Erforschung von Anwendungen in Land- und Forstwirtschaft.
Aufruf zur Mitwirkung: Fachinformationen gesucht
Um die Datengrundlage zu erweitern und die Praxistauglichkeit der Ergebnisse sicherzustellen, bittet das Projektteam um externes Fachwissen insbesondere zu folgenden Produkten:
- Bindegarn
- Flockungshilfsmittel
- Pflanzenclips und ‑binder
- Produkte zur kontrollierten Freisetzung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln
- Mulchfolien
- Saatgutbeschichtungen
- Vogelberingung
- Wuchshüllen / Baumschutzhüllen
- Weitere Anwendungen aus Land- und Forstwirtschaft
Besonders willkommen sind aktuelle Informationen zu neuen Standards und Zertifizierungen, politischen Entwicklungen, Marktvolumina sowie neuen biologisch abbaubaren Alternativen. Ansprechpartnerin für die Einreichung von Daten und Fachkenntnissen ist Pauline Ruiz (pauline.ruiz@nova-institut.de) am nova-Institut.
Source
nova-Institute, Pressemitteilung, 2026-01-13.
Supplier
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hochschule für Forstwirtschaft - Rottenburg
nova-Institut GmbH
Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) Münster
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