Lego: E-Methanol aus abgeschiedenem CO₂ für die Herstellung von Kunststoffteilen

Das Unternehmen will damit den Einsatz fossiler Rohstoffe in der Kunststoffproduktion schrittweise reduzieren

Minifigurenhände aus POM, das unter Einsatz von erneuerbarem Methanol hergestellt wird
Minifigurenhände aus POM, das unter Einsatz von erneuerbarem Methanol hergestellt wird © LEGO

Der dänische Spielwarenhersteller Lego setzt bei der Produktion von mehr als 90 verschiedenen Kunststoffbauteilen erstmals E-Methanol als alternativen Rohstoff ein. Dazu zählen unter anderem Verbindungselemente, Kreuzachsen, Lenkräder und die Hände der Lego-Minifiguren. Das Unternehmen will damit den Einsatz fossiler Rohstoffe in der Kunststoffproduktion schrittweise reduzieren.

Das E-Methanol wird mithilfe eines Power-to-X-Verfahrens hergestellt. Dabei wird mit Strom aus erneuerbaren Energien Wasserstoff erzeugt, der anschließend mit abgeschiedenem biogenem CO₂ aus einer Biogasanlage zu Methanol umgesetzt wird. Das CO₂ würde andernfalls in die Atmosphäre gelangen. Das auf diese Weise gewonnene E-Methanol dient als Ausgangsstoff für die weitere Kunststoffproduktion.

Grundlage ist eine im April 2023 vereinbarte Zusammenarbeit mit dem dänischen Energieunternehmen European Energy und dem Pharmakonzern Novo Nordisk. European Energy produziert E-Methanol in einer Power-to-X-Anlage im dänischen Kassø. Der aktuellen Einführung gingen laut Lego mehr als fünf Jahre Entwicklungs- und Erprobungsarbeit voraus.

Integration in bestehende Produktionsprozesse

Eine wesentliche Herausforderung bestand nach Unternehmensangaben darin, den alternativen Rohstoff in bestehende Produktionsanlagen und Herstellungsverfahren zu integrieren. Das E-Methanol wird deshalb in einen kontinuierlichen Produktionsprozess eingebracht, in dem weiterhin auch fossile Rohstoffe eingesetzt werden.

Dieser Ansatz ermöglicht es, den Anteil erneuerbarer Ausgangsstoffe schrittweise zu erhöhen, ohne die bestehenden Produktionsverfahren grundlegend umzustellen. Die Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Haltbarkeit der Kunststoffteile sollen dabei unverändert bleiben.

Angaben zu den eingesetzten E-Methanol-Mengen oder zum konkreten Anteil des alternativen Rohstoffs in den einzelnen Bauteilen machte Lego nicht.

Source

Plasticker, 2026-10-15.

Supplier

European Energy Research Alliance (EERA)
LEGO Group
Novo Nordisk A/S

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