Ceresana Research: Marktstudie Biokunststoffe

Analysten erwarten, dass der Biokunststoff-Umsatz bis zum Jahr 2030 auf rund 8,1 Milliarden US-Dollar wachsen wird

Kompostierbares Einweggeschirr, Mulchfolien, die auf dem Acker verrotten oder Fischernetze, die sich mit der Zeit einfach auflösen: sind Biokunststoffe die Lösung der Abfallprobleme? Auf Kunststoffe aus Zuckerrohr, Kartoffelstärke oder anderen nachwachsenden Rohstoffen werden große Hoffnungen gesetzt. Biopolymere erobern immer mehr Anwendungsgebiete und erzielen deutlich höhere Wachstumsraten als herkömmliche Standardkunststoffe. Ceresana hat bereits zum sechsten Mal den dynamisch wachsenden Weltmarkt für „grüne“ Polymere untersucht: Die Analysten erwarten, dass der Biokunststoff-Umsatz bis zum Jahr 2030 auf rund 8,1 Milliarden US-Dollar wachsen wird.

Biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe

Als „Biokunststoffe“ werden in der vorliegenden Studie zwei Material-Gruppen behandelt, die sich überlappen können, aber nicht immer identisch sein müssen:

  • biologisch abbaubare Kunststoffe, die sich in der freien Natur zersetzen oder zumindest in industriellen Anlagen kompostiert werden können,
  • biobasierte Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Manche Biokunststoffe erfüllen beide Bedingungen: PLA aus Polymilchsäure, PHA aus Zucker und TPS aus Stärke zum Beispiel sind biobasiert und biologisch abbaubar. Es gibt aber auch Kunststoffe aus biogenen Rohstoffen, die nicht kompostierbar sind (z.B. PEF aus Fructose oder Bio-PE auf Basis von Zuckerrohr). Dagegen können manche petrochemisch, also aus Erdöl oder Erdgas erzeugte Kunststoffe durchaus biologisch abbaubar sein (z.B. PCL, PBAT, PBS). Solange biobasierte Kunststoffe die gleiche chemische Struktur aufweisen wie ihre fossilen Pendants, können sie recycelt werden.
Nicht berücksichtigt werden in der vorliegenden Studie faserverstärkte Kunststoffe auf fossiler Basis, Elastomere, Duroplaste sowie Holz-Plastik-Composite (WPC).

Schlüsselrolle für die EU-Kreislaufwirtschaft

Kunststoffe und Verpackungen sind zentrale Produktgruppen für den „Aktionsplan Kreislaufwirtschaft“, den die EU-Kommission im Rahmen des „Green Deal“ im Frühjahr 2020 veröffentlicht hat. Um die Wegwerf-Gesellschaft zu überwinden und die Abfallmengen zu reduzieren, plant die EU-Kommission unter anderem eine Kunststoff-Steuer, Beschränkungen für Mikroplastik und die Förderung von Kunststoff-Recycling. Ende 2021 soll eine neue „Rahmengesetzgebung für biobasierte, biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe“ klar regeln und definieren, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist und wie Biokunststoffe entsorgt werden sollen. Mit einer Lebenszyklusanalyse soll Greenwashing vermieden werden: Biobasierte Kunststoffe sollen nur dann eingesetzt werden, wenn sie gegenüber fossilen Kunststoffen echte ökologische Vorteile bieten und nicht zum Beispiel der Lebensmittelproduktion Konkurrenz machen.

Größtes Wachstum bei Polymilchsäuren und Stärke

Biologisch abbaubare Kunststoffe, zum Beispiel Polymilchsäuren (PLA) und Stärke-Polymere, erreichten 2020 einen Marktanteil von 65% am gesamten Biokunststoffmarkt. Für diese Produktgruppe erwartet Ceresana bis 2030 ein weiteres Mengenwachstum von 10,2 % pro Jahr. Bei biobasierten Kunststoffen, etwa Polyethylen, PET oder PA, die nicht biologisch abbaubar sind, wird der Zuwachs mit 7,5% pro Jahr voraussichtlich niedriger sein. Der aktuelle Marktreport von Ceresana analysiert, wie sich der Einsatz von Biokunststoffen in den unterschiedlichen Absatzmärkten entwickelt. Die wichtigste Absatzbranche für Biokunststoffe war im Jahr 2020 die Verpackungsindustrie – mehr als 58% aller Biokunststoffe wurden hier verarbeitet. Die höchsten Zuwächse erwartet Ceresana mit 11,1% pro Jahr im Bereich Beutel, Säcke und Tüten.

Die Studie in Kürze:

Kapitel 1 der Studie bietet eine umfassende Darstellung und Analyse des globalen Marktes für Biokunststoffe – einschließlich Prognosen bis 2030: Für jede Region wird die Entwicklung von Verbrauch (Tonnen), Umsatz (Dollar und Euro) sowie Produktion (Tonnen) dargestellt. Zudem werden die Anwendungsgebiete von Biokunststoffen einzeln untersucht: starre Verpackungen, flexible Verpackungen (Beutel, Säcke, Tüten und sonstige Verpackungen), Konsumgüter, Automobil und Elektronik, sonstige Anwendungen.
Für die Regionen Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik und „Rest der Welt“ wird die Produktion von Biokunststoffen aufgeteilt in die Produktgruppen: PLA, Stärke, sonstige biologisch abbaubare sowie nicht biologisch abbaubare Kunststoffe. Der Verbrauch von Biokunststoffen je Region wird aufgliedert in:

  • Polymilchsäure (PLA)
  • Stärke
  • Polyhydroxyalkanoate (PHA)
  • Polybutylenadipat-terephthalat (PBAT)
  • Sonstige biologisch abbaubare Kunststoffe
  • Bio-Polyethylen (PE)
  • sonstige nicht biologisch abbaubare Kunststoffe

In Kapitel 2 werden die 8 bedeutendsten Absatz-Länder einzeln betrachtet: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, USA, China, und Japan. Dargestellt werden dabei jeweils: Verbrauch und Umsatz, der Verbrauch für die einzelnen Anwendungsgebiete und der Verbrauch je Produkttyp (PLA, Stärke-basiert, sonstige biologisch abbaubare Kunststoffe, nicht biologisch abbaubare biobasierte Kunststoffe).

Kapitel 3 bietet nützliche Unternehmensprofile der bedeutendsten Hersteller von Biokunststoffen, übersichtlich gegliedert nach Kontaktdaten, Umsatz, Gewinn, Produktpalette, Produktionsstätten und Kurzprofil. Ausführliche Profile werden von 91 Herstellern geliefert, z.B. BASF SE, Braskem S.A., Far Eastern New Century Corporation (FENC), NatureWorks LLC, Novamont S.p.A., Rodenburg Biopolymers B.V., Solvay SA, Teijin Limited und Vegeplast S.A.S.

Source

Ceresana Research, Pressemitteilung, 2021-09-01.

Supplier

BASF SE
Braskem
Far Eastern New Century Corporation (FENC)
NatureWorks LLC
Novamont S.p.A.
Rodenburg Biopolymers B.V.
Solvay
Teijin Ltd.
Vegeplast S.A.S.

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