Carbo-V® – ein Verfahren zur ökonomischen Bereitstellung von Treibstoff aus Biomasse

Treibstoff aus Biomasse ist seit einiger Zeit Hauptthema in der Diskussion um erneuerbare Energien. Anbetrachts des geplanten EU-weiten Beimischungszwang und gigantischer Subventionsaktivitäten zu den biologischen Alternativen der fossilen Energieträger werden allerdings auch kritische Stimmen laut. Nicht nur das Umweltbundesamt hält die Ausschließlichkeit der Biomasse-Energie für eine mindestens illusorische Ideologie falsch verstandenen Umweltschutzes.

Solange Erdöl sich nicht so drastisch verteuere, dass die Pflanzenchemie auch ohne Subventionen mithalten kann bzw. der europäische Markt nicht resolut autonom wirtschafte, verfehlen laut einer aktuellen Studie des Kieler Institus für Weltwirtschaft (IW) die Millionensubventionen aus der Bundeskasse ihren Zweck. Was letzlich bedeutet, dass Drittländer Zusatzstoffe für z.B. Bioethanol meist billiger herstellen können.

Die mangelhafte Ökobilanz für den Alternativsprit kann daher nur aufgefangen werden, wenn neue Verfahren eine ökonomisch effektive Produktion von Biotreibstoff gewährleisten. Eines dieser Verfahren, das patentierte, so genannte Carbo-V®-Verfahren des Choren-Industries-Gründers Bodo Wolf, das seit fünf Jahren in seiner Freiberger Versuchsanlage viel versprechende Ergebnisse liefert, ist daher derzeit ein Hoffnungskonzept (vgl. Meldung vom 2002-10-24).

Hier wird nicht nur aus Pflanzenöl, sondern auch ausgepressten Pflanzenabfällen samt Wurzeln sowie Sondermüll, Säuren und Laugen, Klärschlämmen oder Kunststoffen ein Teer- und nahezu CO2-freies Synthesegas zur Weiterverarbeitung per “Fischer-Tropsch-Hydrierung” in hochwertigen Diesel gewonnen.

Mit den Automobilriesen DaimlerChrysler und VW laufen bereits gemeinsame Anstrengungen, “konstruierte” Kraftstoffe zu erzeugen, deren Emissionen nach Angaben von VW von Stickoxid und Ruß um mindestens 50 Prozent bis hin zur Nachweisgrenze und der allgemeine Verbrauch drastisch gesenkt werden kann. Hierbei wird allerdings neben dem reinen Biokraftstoff “Sunfuel®” (vgl. Meldung vom 2002-10-02) auch an kombinierten Formeln mit fossilen Zusätzen gearbeitet.

Zunehmend meldet auch die Mineralölindustrie ihr Interesse am Choren-Patent an, denn mit der Inbetriebnahme von ersten Großanlagen soll der Biotreibstoff in anteiliger Beimischung dem konventionellen Diesel zur Qualitätssteigerung verhelfen.

(Anm. d. Redaktion: Einen ausführlichen Artikel zum Thema “Treibstoff der Zukunft” findet man ebenfalls im Magazin energie pflanzen Ausgabe 6/2002).

Source

Choren-Industries und VDI-nachrichten vom 2002-12-20.

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