Biokunststoffe in der Lebens- und Arbeitswelt von morgen

Der TouchTomorrow-Truck der Dr. Hans Riegel-Stiftung ist in ganz Deutschland an Schulen im Einsatz und vermittelt Themen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik

Der TouchTomorrow-Truck unterstützt dabei als mobiles Mitmach-Labor mit praxisnahen Stationen rund um die MINT-Fächer
Der TouchTomorrow-Truck unterstützt dabei als mobiles Mitmach-Labor mit praxisnahen Stationen rund um die MINT-Fächer. © Dr. Hans Riegel-Stiftung

Wie pflanzliche Reststoffe zu Verpackungen oder Gebrauchsgütern aus Biokunststoffen werden, zeigt die Station »Plastik aus Holz« im TouchTomorrow-Truck der Dr. Hans Riegel-Stiftung. Der Truck ist in ganz Deutschland an Schulen im Einsatz und vermittelt Themen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler aus Berlin und Brandenburg haben das rollende Mitmach-Labor bereits besucht und an der Station den Biokunststoff Polybutylensuccinat (PBS) und seine zukünftige Nutzung kennengelernt. Entwickelt wird PBS am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP.

Die chemische Industrie steht vor der Herausforderung, ihre Rohstoffbasis weiterzuentwickeln und neue Wege für eine langfristig sichere Versorgung zu finden. Dabei geht es darum, alternative Rohstoffquellen zu erschließen und Materialien zu entwickeln, die sich in bestehenden industriellen Verfahren verarbeiten lassen.

Die PBS-Station »Plastik aus Holz« im TouchTomorrow-Truck zeigt, wie nachwachsende Rohstoffe als Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Kunststoffe genutzt werden können.
Die PBS-Station »Plastik aus Holz« im TouchTomorrow-Truck zeigt, wie nachwachsende Rohstoffe als Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Kunststoffe genutzt werden können. 
© Dr. Hans Riegel-Stiftung

Biokunststoff PBS im TouchTomorrow-Truck

Die PBS-Station »Plastik aus Holz« im TouchTomorrow-Truck greift diese Themen für Schülerinnen und Schüler verständlich auf. Hier lernen sie, aus welchen Ausgangsstoffen PBS gewonnen wird und wie es sich zu unterschiedlichen Produkten verarbeiten lässt. Der Biokunststoff kann auf Basis pflanzlicher Reststoffe hergestellt werden und ist biologisch abbau- sowie recycelbar.

Ein MINT-Coach erklärt am Beispiel einer Trinkflasche aus PBS die Eigenschaften des Biokunststoffs und seine Bedeutung für zukünftige Materialkreisläufe.
Ein MINT-Coach erklärt am Beispiel einer Trinkflasche aus PBS die Eigenschaften des Biokunststoffs und seine Bedeutung für zukünftige Materialkreisläufe. © Dr. Hans Riegel-Stiftung

Der TouchTomorrow-Truck tourt seit 2018 durch Deutschland. Seit Einführung der PBS-Station im Jahr 2021 war er in Berlin und Brandenburg an rund 50 Schulen im Einsatz. Dr. Jens Balko, Leiter des Verarbeitungstechnikums Schwarzheide am Fraunhofer IAP, schult die MINT-Coaches im Truck zu Kunststoffen, PBS und Kreislaufwirtschaft.

»Die PBS-Station ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen praktischen Einblick in die faszinierende Welt von Chemie, Biotechnologie und Kunststoffen. Wir sind begeistert, mit welchem Impact der TouchTomorrow-Truck diese Themen an die Schulen bringt«, so Balko.

Die MINT-Coaches erläutern dann vor Ort den Schülerinnen und Schülern die Hintergründe des Materials an der Themenstation und zeigen Berufsperspektiven in Technologie-Branchen auf. Das Projekt wird deshalb auch durch die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Welche Produkte lassen sich aus PBS herstellen?

Welche Eigenschaften der Biokunststoff bei der Verarbeitung hat, hängt von seiner Zusammensetzung ab: Das Fraunhofer IAP entwickelt gemeinsam mit Industriepartnern PBS-Typen, stellt sie im Pilotmaßstab her und verarbeitet sie. Je nach Materialtyp kommen unter anderem Spritzgießen, Blasformen, Thermoformen, Extrusion und Spinnen infrage. Für Kunststoffverarbeiter ist dabei entscheidend, welcher PBS-Typ die Anforderungen ihres Produkts und ihres Verfahrens erfüllt. Mögliche Anwendungen finden sich bei Verpackungen, Gebrauchsgütern und Textilien.

Welche Rohstoffe braucht die Kunststoffindustrie von morgen?

Neben der Frage, wie sich PBS verarbeiten lässt, untersucht das Fraunhofer IAP auch, welche Rohstoffe künftig für seine Herstellung infrage kommen.

»Wir entwickeln PBS für industrielle Anwendungen stetig weiter. Dabei untersuchen wir auch, wie sich in Europa verfügbare Reststoffe aus der Landwirtschaft und selbst Alttextilien als Rohstoffquellen nutzen lassen«, erklärt Balko.

Über die Dr. Hans Riegel-Stiftung

Die Dr. Hans Riegel-Stiftung führt das gemeinnützige Vermächtnis des ehemaligen HARIBO-Mitinhabers Dr. Hans Riegel fort mit dem vorrangigen Ziel, junge Menschen entlang der Bildungskette bei der Gestaltung ihrer Zukunft zu fördern und nachhaltig zu begleiten. Zu einem der größeren Projekte der Stiftung zählt die Kampagne TouchTomorrow, in der es darum geht, die Lebens- und Arbeitswelt von morgen interaktiv zu entdecken.

Weitere Informationen

Lernen Sie den Truck bei einem virtuellen Rundgang kennen.

Zum Tourenplan des TouchTomorrow-Truck

Source

Fraunhofer-Institut IAP, Pressemitteilung, 2026-10-07.

Supplier

Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Berlin
Dr. Hans Riegel Stiftung
Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung (IAP)

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