Grundlagen für Carbon Farming: Bundeslandwirtschaftsministerium fördert drei neue Zertifizierungsprojekte

Parlamentarische Staatssekretärin Englhardt-Kopf überreichte Zuwendungsbescheide auf CRCF-Tagung

Die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf überreichte auf der CRCF-Tagung Zuwendungsbescheide an Annette Dési (DEKRA Certification), Dr. Norbert Schmitz (Meo Carbon Solutions) und Dr. Mathias Nottensteiner (QAL) (v.l.n.r.). Ganz rechts: Simon Busse vom Projektträger FNR
Die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf überreichte auf der CRCF-Tagung Zuwendungsbescheide an Annette Dési (DEKRA Certification), Dr. Norbert Schmitz (Meo Carbon Solutions) und Dr. Mathias Nottensteiner (QAL) (v.l.n.r.). Ganz rechts: Simon Busse vom Projektträger FNR. © FNR/S. Schröder

Land- und Forstwirte können über die Anlage von Agroforstsystemen und Hecken, Humusaufbau, die Wiedervernässung von Moorböden oder Aufforstungen zusätzlichen Kohlenstoff in Böden und Vegetation speichern und so zum Klimaschutz beitragen. Dieser Ansatz wird als ‚Carbon Farming‘ bezeichnet. Wie er sich in der Praxis umsetzen lässt und welche Marktchancen sich damit verbinden, war Thema auf der heutigen Tagung „CRCF – Chancen und Anwendung für die Land- und Forstwirtschaft“ in Berlin.

Ausgerichtet vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), drehte sich die Veranstaltung auch um die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Umsetzung der europäischen Carbon Removals and Carbon Farming (CRCF)-Verordnung in Deutschland. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeslandwirtschaftsminister, Martina Englhardt-Kopf, überreichte dazu die Zuwendungsbescheide für drei neue Projekte. In den Vorhaben ist die Entwicklung von Zertifizierungssystemen für Carbon Farming-Aktivitäten und Integrationsmöglichkeiten bestehender Systeme in den CRCF-Rahmen geplant. „Damit die mit Carbon Farming verbundenen Chancen sowohl für den Klimaschutz als auch für die Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft zum Tragen kommen, unterstützen wir den Prozess und dessen nationale Umsetzung mit der Förderung,“ so Englhardt-Kopf.

Die Zuwendungsbescheide gingen an die folgenden drei Vorhaben:

CRCF_SysINT: „Analyse und Integration bestehender Zertifizierungssysteme für naturbasierte Kohlenstoffentnahmen im Kontext der Verordnung (EU) 2024/3012 (CRCF-Verordnung)“ –  Dekra Certification GmbH; Hochschule Zittau/Görlitz

Meo-CRCF: „Entwicklung eines Zertifizierungssystems für Carbon Removal and Carbon Farming” – Meo Carbon Solutions GmbH

CSDE: „CRCF-Zertifizierungssystem-Deutschland“ – QAL Umweltgutachter GmbH, QAL GmbH, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Während sich Meo-CRCF und CSDE vor allem auf die Neuentwicklung von Zertifizierungssystemen konzentrieren, geht es im ersten Vorhaben CRCF_SysINT darum, Anforderungen und Wege zu identifizieren, bestehende Zertifizierungsansätze für den Themenbereich Carbon Farming anzupassen. Die Ergebnisse sollen explizit für verschiedene europäische Praxisakteure nutzbar sein. 

Daneben behandeln die Projekte mit der Reduktion klimarelevanter Lachgasemissionen aus der Düngung auch thematisch angrenzende Aspekte. Im Vorhaben Meo-CRCF geht es zusätzlich darum, die Kohlenstoffspeicherung in biobasierten (Bau-)Produkten einheitlich zu erfassen und zu belegen.

Beide Bereiche wurden auch auf der CRCF-Tagung des BMLEH diskutiert. Die gehaltenen Vorträge stehen in Kürze auf https://veranstaltungen.fnr.de/carbon-farming-2026/programm zum Nachlesen zur Verfügung.

Hintergrund

Um die Klimaziele zu erreichen, gewinnen Maßnahmen zur zusätzlichen CO2-Entnahme aus der Atmosphäre an Bedeutung. Man unterscheidet zwischen technischen Ansätzen zur CO₂-Entnahme (Carbon Removals), der biologischen Kohlenstoffspeicherung in der Land- und Forstwirtschaft (Carbon Farming) sowie der Kohlenstoffspeicherung in langlebigen Produkten (Carbon Storage in Products). Zum Carbon Farming zählt im weiteren Sinne auch die Verminderung von Bodenemissionen, etwa von Lachgas oder Methan. 

Die 2024 von der EU-Kommission verabschiedete Carbon Removals and Carbon Farming-Verordnung (CRCF-VO) legt die Rahmenbedingungen für eine europaweit einheitliche, freiwillige Zertifizierung dieser Ansätze zur CO2‑Entnahme fest. Die Verordnung fördert einen nutzungsbasierten Klimaschutz in Land- und Forstwirtschaft, indem sie Klimaleistungen abbildet, in Wert setzt und somit einen privaten Markt für diese Leistungen aufbaut.

Über die FNR

Kontakt

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.
Simon Busse
Tel.: +49 3843 6930-378
E-Mail: s.busse@fnr.de 

Source

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2026-06-23.

Supplier

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) (formerly BMEL)
Dekra Certification GmbH
European Commission
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz (FH)
Meo Carbon Solutions GmbH
QAL GmbH

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