Charta-Kennzahlenbericht 2024/2025 zeigt Handlungsbedarf im Cluster Forst & Holz

Neue Daten zu Klimaschutz, Wertschöpfung, Ressourceneffizienz und Fachkräften

The “Key Figures Report 2024/25” for the Charter for Wood 2.0 is available for download in German and English from the FNR media library, or can be ordered as a printed copy. © Seksun Guntanid / Shutterstock.com / Collage FNR

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) veröffentlicht den Kennzahlenbericht 2024/2025 Forst & Holz der Charta für Holz 2.0 – erstmals in deutscher und englischer Sprache. Der vom Thünen-Institut erarbeitete Bericht führt zentrale Kennzahlen zu Klimaschutz, Wertschöpfung und Ressourceneffizienz zusammen und bezieht umfassend Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2022 ein. 

Für das Jahr 2024 gelten die bestehenden Waldflächen rechnerisch als CO2-Quelle (+2,9 Mio. t CO2-Äq.). Während Aufforstungen weiterhin leicht senkend wirken (– 0,8 Mio. t CO2-Äq.), bleibt die kalamitätsbedingte Entwaldung eine Emissionsquelle (+1,4 Mio. t CO2-Äq.). Zugleich zeigen modellbasierte Auswertungen des Thünen-Instituts, dass der Waldboden in den Trockenjahren 2018 bis 2020 Kohlenstoffverluste der Bäume weitgehend ausgleichen und die Senkenfunktion zeitweise übernehmen konnte. 

Holzprodukte aus heimischem Einschlag waren bis 2023 eine CO2-Senke; 2024 werden sie erstmals als leichte Quelle ausgewiesen (+0,4 Mio. t CO2-Äq.). In den Schadjahren wurde viel heimisches Rohholz verarbeitet und in Holzprodukten gebunden; seit 2023 wurden weniger neue Holzprodukte hergestellt – das wirkt sich 2024 in der Bilanz aus. 

„Mit den Ergebnissen der Bundeswaldinventur 2022 liegt für zentrale Kennzahlen eine aktualisierte, belastbare Datengrundlage vor. Die aktuellen Daten zeigen zugleich, wie eng Waldzustand, Holznutzung und Klimaschutz miteinander verknüpft sind. Der Charta-Kennzahlenbericht liefert damit eine fundierte Grundlage, um Maßnahmen im Charta-Dialogprozess gezielt weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Jan Lüdtke, Koordinator für die Charta für Holz 2.0 am Thünen-Institut für Holzforschung.

Waldentwicklung: Kalamitätsanteil sinkt, bleibt aber prägend

Die Waldfläche ist insgesamt stabil, zugleich verschiebt sich die Baumartenzusammensetzung weiter in Richtung Laubholz. Der Anteil von Kalamitätsholz am Gesamteinschlag ist 2024 weiter gesunken und liegt bei rund 45 Prozent. Damit setzt sich der Rückgang seit den Spitzenjahren fort, das Niveau bleibt jedoch deutlich über den Werten vor den extremen Schadjahren. Insektenkalamitäten bleiben die wichtigste Schadursache; danach folgen Sturm, Schneebruch und Trockenheit. Die Schäden der vergangenen Jahre prägen den Wald jedoch weiterhin. Mehr als ein Drittel des Holzvorrats ist inzwischen in Waldbeständen mit einem Alter von über 100 Jahren gebunden. Bedingt durch die Kalamitäten übersteigt die Nutzung in den Nadelholzbeständen bereits ab 40 Jahren den Zuwachs – das wirft langfristige Fragen zur Rohstoffverfügbarkeit auf.

Holzbau: Anteile variieren stark nach Gebäudekategorie

Im Jahr 2024 lag der Holzanteil bei den Baufertigstellungen neu errichteter Wohngebäude insgesamt bei rund 14 Prozent, im Nichtwohnbau bei rund 8 Prozent. Deutlich höhere Anteile werden in einzelnen Gebäudekategorien erreicht: Landwirtschaftliche Betriebsgebäude kommen auf rund 28 Prozent, Wohngebäude mit einer Wohnung auf rund 25 Prozent. In Büro- und Verwaltungsgebäuden bleibt der Holzanteil dagegen niedrig. 

Wertschöpfung: Rückgänge 2021 bis 2023 – Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Cluster Forst & Holz ist in den Jahren 2021 bis 2023 erneut zurückgegangen und lag 2023 bei rund 42 Mrd. Euro. Dies war sowohl durch die Zunahme des Kalamitätsholzaufkommens als auch durch die allgemeine negative wirtschaftliche Entwicklung infolge der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine bedingt. Gleichzeitig bleibt der Arbeitsmarkt angespannt: Die Vakanzzeiten für offene Stellen sind weiterhin hoch, besonders im Baugewerbe, und viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. (1)

Ressourceneffizienz: Laubholzpotenziale, Mehrfachnutzung und Innovationen

2024 lag der Laubholzanteil am Rohholzaufkommen bei 22 Prozent – in der stofflichen Nutzung spielt Laubrohholz mit 7 Prozent jedoch weiterhin eine vergleichsweise geringe Rolle. Für mehr Ressourceneffizienz kommt es daher darauf an, Laubholzpotenziale besser zu erschließen und Holz möglichst lange stofflich zu nutzen. Bei Altholz ist die stoffliche und energetische Verwertung bereits etabliert, zugleich bietet die Mehrfachnutzung von Holz weiteres Potenzial. Die Innovationsaktivität im holzbasierten Gewerbe bleibt insgesamt moderat; Umweltinnovationen gewinnen jedoch an Bedeutung, etwa durch material- und energieeffiziente Verfahren sowie Recyclingansätze.

Der vom Thünen-Institut erarbeitete und von der FNR herausgegebene Kennzahlenbericht steht ab sofort in deutscher und englischer Sprache als Download auf der Webseite der Charta für Holz 2.0 sowie in der Mediathek der FNR bereit. 

Die deutsche Fassung ist dort auch als Druckexemplar bestellbar. Die englische Version wird voraussichtlich ab Ende April ebenfalls als Druckexemplar bestellbar sein. Auch die Grafiken sind online abrufbar.

(1) Für Zeitvergleiche ist zu beachten, dass die Clusterstatistik ab 2021 auf einer angepassten Methodik basiert; Zeitreihen davor sind nur eingeschränkt vergleichbar.

Hintergrund

Der „Kennzahlenbericht 2024/2025 Forst & Holz“ ist Bestandteil der vom Thünen-Institut durchgeführten Evaluation der Charta für Holz 2.0. Anhand von definierten Kennzahlen werden Trends und Entwicklungen im Cluster Forst und Holz dargestellt. So können Wechselwirkungen erkannt und der Handlungsbedarf im Charta-Prozess fortlaufend angepasst werden. 

Die Charta für Holz 2.0 ist der mit einem gesellschaftlichen Dialog einhergehende Handlungsrahmen des BMLEH zur Förderung der nachhaltigen Holzverwendung im Sinne von Klimaschutz, Wertschöpfung und Ressourcenschonung. Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft entwickeln dafür gemeinsame Lösungsansätze. Neben dem CO-Speicherpotenzial langlebiger innovativer Holzprodukte stehen die Sicherung der Rohholzversorgung, Kreislaufwirtschaft, Material- und Ressourceneffizienz im Mittelpunkt. Die Charta für Holz 2.0 ist ein wesentlicher Beitrag zum Erreichen der Ziele im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung.

Über die FNR

Broschüre und Grafiken zum Download

Charta-Website: https://www.charta-fuer-holz.de/charta-service/mediathek

FNR-Mediathek Deutsch: https://mediathek.fnr.de/charta-fuer-holz-kennzahlenbericht-forst-holz-2024-2025.html 

FNR-Mediathek Englisch: https://mediathek.fnr.de/2024-2025-key-figure-report-on-forestry-and-timber.html 

Grafiken: https://www.charta-fuer-holz.de/charta-service/grafiken-uebersicht/kennzahlenbericht-2024/25-forst-holz 

Kontakte

Thünen-Institut für Holzforschung
Dr. Jan Lüdtke
Tel.: +49 40 73962 602
Mail: jan.luedtke@thuenen.de

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.
Christiane Maack
Tel.: +49 3843 6930-322
Mail: c.maack@fnr.de

Author

Christiane Maack

Source

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2026-04-10.

Supplier

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) (formerly BMEL)
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Thünen-Institut für Holzforschung

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