Die italienische RES S.p.A. hat ein Unternehmensteil mit einer Produktionsanlage für biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe in Termoli in der Region Molise übernommen. Der Kaufpreis beträgt 2,7 Mio. Euro und wurde vollständig aus eigenen liquiden Mitteln finanziert.

Verkäufer ist die Petalo Due S.r.l., eine hundertprozentige Tochter der Fineurop Investment Opportunities S.p.A. Die Transaktion steht im Zusammenhang mit einem Vergleichsverfahren im Rahmen der gerichtlichen Liquidation der Bio Valore World S.p.A. Nach Angaben von RES umfasst der erworbene Unternehmensteil die Anlage zur Herstellung von Polymilchsäure (PLA) einschließlich Maschinen, Ausrüstungen, Verträgen, Zertifizierungen, Marken, Patenten und behördlichen Genehmigungen, die für den Betrieb erforderlich sind.
Die Anlage soll nach Unternehmensangaben bis zum vierten Quartal 2027 in Betrieb gehen. Ab 2028 rechnet RES im Regelbetrieb mit einem Jahresumsatz von rund 20 bis 25 Mio. Euro. Zudem soll das Vorhaben 20 neue Arbeitsplätze schaffen.
Bei dem herzustellenden Material handelt es sich um Polymilchsäure (PLA), einen biobasierten Kunststoff, der biologisch abbaubar und kompostierbar ist. Als Rohstoffbasis nennt das Unternehmen verschiedene natürliche Quellen, darunter agrarische Ausgangsstoffe wie Zuckerrohr, Mais, Zuckerrüben und Maniok, ferner lignozellulosische Reststoffe wie Schnittgut, marine Biomasse wie Algen sowie organische urbane und industrielle Biomassen.
Die Produktionsanlage verfügt laut RES über eine Kapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr und arbeitet mit Technologie des Schweizer Anlagenbauers Sulzer. Das Unternehmen bezeichnet den Standort als derzeit einzigartig in Europa.
PLA kann in verschiedenen Verarbeitungsverfahren eingesetzt werden, darunter Thermoformen, Extrusion, Spritzgießen, Blasformen, 3D-Druck, Weben, Folienherstellung und Beschichtung. Als Anwendungsfelder werden unter anderem Geschirr, Becher, Flaschen, Spulen, 3D-Druckmaterialien und papierbasierte Verbundlösungen genannt. Darüber hinaus verweist RES auf Einsatzmöglichkeiten in höherwertigen Segmenten wie Kosmetik, Pharmazie und Biomedizin.
Mit der Übernahme erweitert RES nach eigener Darstellung seine Wertschöpfungstiefe im Bereich Kreislaufwirtschaft und biobasierte Chemie. Die Gesellschaft erklärt, damit künftig die gesamte Kette von der Rohstoffbasis bis zum Endprodukt stärker abdecken zu können.
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