{"id":99788,"date":"2021-11-04T07:37:00","date_gmt":"2021-11-04T06:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=99788"},"modified":"2021-10-30T14:26:28","modified_gmt":"2021-10-30T12:26:28","slug":"fraunhofer-ccpe-veroffentlicht-positionspapier-und-forschungsprogramm-zum-recycling-von-kunststoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fraunhofer-ccpe-veroffentlicht-positionspapier-und-forschungsprogramm-zum-recycling-von-kunststoffen\/","title":{"rendered":"Fraunhofer CCPE ver\u00f6ffentlicht Positionspapier und Forschungsprogramm zum Recycling von Kunststoffen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ccpe.fraunhofer.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/PP_chemisches_Recycling_TeaserV2.jpg\" alt=\"Recyclingtechnologien f\u00fcr Kunststoffe. \u00a9 Fraunhofer UMSICHT Sulzbach-Rosenberg\" class=\"wp-image-3258\" width=\"416\" height=\"277\" title=\"PP_chemisches_Recycling_TeaserV2\"\/><figcaption>Recyclingtechnologien f\u00fcr Kunststoffe.<br><small>\u00a9 Fraunhofer UMSICHT Sulzbach-Rosenberg<\/small><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE hat ein Positionspapier zum Stand von Wissenschaft und Technik von Recyclingtechnologien f\u00fcr Kunststoffe vorgelegt. Der Schwerpunkt liegt auf chemischen Recyclingverfahren. Eine Marktanalyse zeigt aktuelle Industrieaktivit\u00e4ten, au\u00dferdem werden die Fraunhofer-Kompetenzen im Kunststoff-Recycling im \u00dcberblick dargestellt.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umsicht-suro.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht-suro\/de\/documents\/pressemitteilungen\/positionspapier-kunststoffe\/Fraunhofer_CCPE_Positionspapier_Recyclingtechnologien.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Positionspapier<\/a>&nbsp;gibt einen \u00dcberblick \u00fcber werk- und rohstoffliche (chemische) Aufbereitungstechnologien f\u00fcr Kunststoffe, die sich derzeit in der Entwicklung befinden und noch nicht zum Stand der Technik z\u00e4hlen. Insbesondere werden sogenannte chemische Recyclingverfahren eingeordnet. Beleuchtet werden dabei der technische Entwicklungsstand der Verfahren, deren Vor- und Nachteile, die regulatorischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die \u00f6konomische Machbarkeit sowie Potenziale f\u00fcr den Umwelt- und Klimaschutz. Eine Markt\u00fcbersicht zeigt dar\u00fcber hinaus, welche Projekte seitens der Industrie im Bereich chemischer Recyclingverfahren derzeit laufen, welche Abfallstoffe behandelt werden und welche Anlagenkapazit\u00e4t vorhanden bzw. geplant ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Matthias Franke, Leiter des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg von Fraunhofer UMSICHT, entwickelt vor allem pyrolysebasierte Recycling\u00adtechnologien. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Er fasst die Ergebnisse zusammen: \u00bbDie Nachfrage nach hochwertigen Kunststoffrezyklaten nimmt derzeit zu. Hintergrund sind einerseits die Selbstverpflichtungen der Hersteller, andererseits die Vorgaben der Europ\u00e4ischen Union zum Rezyklateinsatz. Mit Rezyklateinsatzquoten und steigenden CO<sub>2-<\/sub>Preisen wird die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Rezyklaten gegen\u00fcber Prim\u00e4rware gest\u00e4rkt, und die Abh\u00e4ngigkeit vom Roh\u00f6lpreis aufgehoben. Dies schafft Investitionssicherheit f\u00fcr das Recycling. Neuartige Recyclingtechnologien sind nach unserer Einsch\u00e4tzung technisch in der Lage, die zus\u00e4tzliche Nachfrage nach hochqualitativen Rezyklaten zu bedienen. Entwicklungs\u00adbedarf gibt es vor allem noch bei komplexen Abf\u00e4llen wie zum Beispiel Verbundmaterialien. Auch eine \u00f6kologische Gesamtbewertung der Verfahren steht noch aus.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ausgehend vom derzeitigen Entwicklungsstand sch\u00e4tzen die Fraunhofer Forschenden die Potenziale von alternativen Recyclingtechnologien insgesamt positiv ein, wenn Sie als Erg\u00e4nzung zu etablierten werkstofflichen Verfahren eingesetzt werden. Sie seien technisch mach- und beherrschbar, sie k\u00f6nnten dazu beitragen, die Kreislauff\u00fchrung von Kunststoffen zu verbessern und hochqualitative Sekund\u00e4rrohstoffe f\u00fcr die Industrie bereit zu stellen. Vor allem die rohstofflichen \/ chemischen Verfahren k\u00f6nnten ein erg\u00e4nzender Baustein f\u00fcr h\u00f6herwertiges Kunststoff-Recycling sein besonders bei bisher schwer behandelbaren Abfallstr\u00f6men.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Positionen des Fraunhofer CCPE im Einzelnen:<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Werkstoffliche Verfahren sind f\u00fcr sortenreine Kunststofffraktionen (Thermoplaste) die beste Wahl.<\/li><li>Mit zunehmender Heterogenit\u00e4t, Verschmutzung oder Kontamination von Kunststoffabf\u00e4llen kommt das werkstoffliche Recycling an seine Grenzen. F\u00fcll-, St\u00f6r- und Schadstoffe k\u00f6nnen in Sortier-, Wasch- und Extrusionsanlagen oft nicht vollst\u00e4ndig ausgeschleust werden. Bestimmte Kunststoffsorten sind werkstofflich kaum verwertbar.<\/li><li>Um eine Steigerung der Kreislauff\u00fchrung von Kunststoffen zu erreichen, ist eine Erg\u00e4nzung der werkstofflichen Verfahren durch alternative Prozesse und Prozess-Kombinationen erforderlich.<\/li><li>Da chemische Recyclingverfahren ebenfalls in der Lage sind, Sekund\u00e4rrohstoffe f\u00fcr die Kunststoffproduktion bereitzustellen, sollte die werkstoffliche Verwertungs\u00adquote im Bereich der Verpackungskunststoffe durch eine technologieoffene Recyclingquote ersetzt werden. Dies w\u00fcrde technische Innovationen im mengenm\u00e4\u00dfig dominanten Recycling von Verpackungen f\u00f6rdern.<\/li><li>Eine gesamt\u00f6kologische Betrachtung von Recyclingverfahren oder Verfahrens\u00adkombinationen f\u00fcr spezifische Altkunststoffe muss noch erbracht werden.<\/li><li>Eine teilweise Substitution von erd\u00f6lbasierten Basischemikalien durch chemische Rezyklate bspw. auf Basis von Kunststoffabf\u00e4llen erscheint technologisch m\u00f6glich.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Zum gegenw\u00e4rtigen Stand der industriellen Anwendung erg\u00e4nzt Dr. Alexander Hofmann, Leiter des Research Department Advanced Recycling bei Fraunhofer CCPE: \u00bbDie Industrie zeigt mehr und mehr Interesse an neuen Recyclingverfahren. Dies belegt unsere Marktanalyse. Allerdings gibt es bisher nur wenige gro\u00dfe kommerzielle Projekte. Es fehlen daher Erfahrungswerte zum Langzeitbetrieb von Anlagen, belastbare Daten zu Massen- und Energiebilanzen und zur Wirtschaftlichkeit.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Projekte der Industrie zum chemischen Recycling seien bisher au\u00dferdem auf relativ reine Abfallstoffe ausgelegt. Gemischte Kunststoffabf\u00e4lle oder Verbundwerkstoffe werden als Einsatzmaterialien bisher seltener in den Blick genommen, obwohl auch hier ein betr\u00e4chtliches Rohstoffpotenzial vorliegt. Hier gebe es noch technischen Entwicklungsbedarf bis aus diesen Stoffstr\u00f6men hochwertige Rezyklate im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab erzeugt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Im Positionspapier stellt Fraunhofer CCPE eine Forschungsagenda vor:<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>1. Analyse von kunststoffhaltigen Abf\u00e4llen verbessern<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kunststoffabf\u00e4lle ist es notwendig, mehr Daten \u00fcber deren Zusammensetzung zu erfassen. Schnellere, genauere und automatisierte Sensorik und Analytik sollten ebenso wie die Digitalisierung der abfallwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfungsketten vorangetrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>2. Transparenz \u00fcber \u00f6konomische und \u00f6kologische Auswirkungen durch Langzeitbetrieb herstellen<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine belastbare Bewertung von neuen Recyclingverfahren erfordert den Langzeitbetrieb von Anlagen. Der Bau und Betrieb von Demonstratoren sollte gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>3. Dynamische Bewertungsmodelle f\u00fcr die Abfallbehandlung entwickeln<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Aufbauend auf den Prim\u00e4rdaten und anhand spezifischer Kriterien sollte bewertet werden, welche Recyclingtechnologie f\u00fcr welche Abf\u00e4lle unter welchen Rahmen\u00adbedingungen am besten geeignet ist, z.B. in Abh\u00e4ngigkeit von Stoffstromgr\u00f6\u00dfen, Heterogenit\u00e4t der Abf\u00e4lle, Kontaminationen, Wirtschaftlichkeit, \u00d6kobilanz etc. Entsprechende dynamische Bewertungsmodelle sollten entwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>4. Recyclingtechnologien koppeln<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Recyclingtechnologie alleine ist nicht in der Lage, den gesamten Kunststoffabfall nachhaltig im Kreis zu f\u00fchren. Auf Grundlage von Daten und Bewertungsmodellen ist es daher sinnvoll, mehrere Recyclingtechnologien zu integrierten Systemen zu koppeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>5. Automatisierte, KI-basierte gestufte Recyclingverfahren erforschen<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Mit Hilfe teilautonomer, KI-basierter Systeme und entsprechender Bewertungsmodelle kann die Art der Vorbehandlung von Abf\u00e4llen gesteuert und entschieden werden, welche Abfallstoffe \u00fcber welche Recyclingverfahren verwertet werden. So kann die bestm\u00f6gliche Energie- und Rohstoffeffizienz erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>6. Rezyklate und Zwischenprodukte aus den Recyclingprozessen optimieren<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Sowohl im werkstofflichen als auch im chemischen Recycling sind Forschung und Entwicklung n\u00f6tig, um die Qualit\u00e4ten und Ausbeuten der Recyclingprodukte zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Positionspapier steht unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/s.fhg.de\/2VG\">https:\/\/s.fhg.de\/2VG<\/a>&nbsp;zum Download bereit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h3>\n\n\n\n<p>Dr. rer. nat. Alexander Hofmann<br>Tel.: 09661 8155-435<br>E-Mail: <a>alexander.hofmann@umsicht.fraunhofer.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hon. Prof. Dr.-Ing. Matthias Franke<br>Tel.: 09661 8155-600<br>E-Mail: <a>matthias.franke@umsicht.fraunhofer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE hat ein Positionspapier zum Stand von Wissenschaft und Technik von Recyclingtechnologien f\u00fcr Kunststoffe vorgelegt. Der Schwerpunkt liegt auf chemischen Recyclingverfahren. 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