{"id":99725,"date":"2021-11-02T07:11:00","date_gmt":"2021-11-02T06:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=99725"},"modified":"2021-11-01T15:41:17","modified_gmt":"2021-11-01T14:41:17","slug":"patentdaten-europa-und-die-usa-bei-innovationen-im-kunststoffrecycling-und-bei-alternativen-kunststofftechnologien-weltweit-fuhrend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/patentdaten-europa-und-die-usa-bei-innovationen-im-kunststoffrecycling-und-bei-alternativen-kunststofftechnologien-weltweit-fuhrend\/","title":{"rendered":"Patentdaten: Europa und die USA bei Innovationen im Kunststoffrecycling und bei alternativen Kunststofftechnologien weltweit f\u00fchrend"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Wie eine neue Studie des Europ\u00e4ischen Patentamts (EPA) zeigt, sind Europa und die USA weltweit f\u00fchrend, wenn es um Innovationen im Kunststoffrecycling und bei alternativen Kunststofftechnologien geht. Zwischen 2010 und 2019 entfielen auf Europa und die USA jeweils 30% bzw. zusammen 60% der weltweiten Patentaktivit\u00e4ten in diesen Bereichen. Aus Europa steuerte Deutschland den h\u00f6chsten Anteil sowohl im Bereich Kunststoffrecycling als auch bei Biokunststofftechnologien (jeweils rund 8% im internationalen Vergleich) bei. Dagegen weisen Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Italien, die Niederlande und Belgien in diesen Bereichen eine h\u00f6here Spezialisierung auf.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"560\" height=\"284\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-34.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-99727\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-34.jpeg 560w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-34-300x152.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-34-150x76.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-34-400x203.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Studie mit dem Titel \u201ePatente f\u00fcr die Kunststoffe der Zukunft: Globale Innovationstrends in den Bereichen Recycling, kreislauff\u00e4higes Design und alternative Rohstoffe&#8221; legt eine umfassende Analyse der Innovationstrends f\u00fcr den Zeitraum 2010 bis 2019 vor, die den \u00dcbergang zu einer Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie bestimmen. Der Bericht st\u00fctzt sich dabei auf internationale Patentfamilien (IPF), wobei jede IPF f\u00fcr eine einzelne Erfindung steht, die in mehr als einem Land zum Patent angemeldet wurde (sogenannte hochwertige Erfindungen). Der Bericht soll F\u00fchrungskr\u00e4ften in der Wirtschaft und politischen Entscheidungstr\u00e4gern eine Orientierung bieten, ihren Fokus auf vielversprechende Technologien zu legen, deren Wettbewerbsvorteile in den verschiedenen Stufen der Wertsch\u00f6pfungskette zu bewerten und auch innovative Unternehmen und Institutionen zu finden, die zu einem langfristigen nachhaltigen Wachstum beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eKunststoffe sind f\u00fcr die Wirtschaft zweifellos unerl\u00e4sslich. Die Verschmutzung durch Plastik bedroht jedoch \u00d6kosysteme auf der ganzen Welt&#8221;,&nbsp;<\/em>[&#8230;]<em>&nbsp;\u201eDie gute Nachricht ist, dass uns Innovationen dabei helfen k\u00f6nnen, uns dieser Herausforderung zu stellen, indem sie den \u00dcbergang zu einem durch und durch zirkul\u00e4ren Modell erm\u00f6glichen. Diese Studie bietet wichtige Einblicke in eine Reihe vielversprechender neuer Technologien, die auf die Wiederverwendbarkeit, Recyclingf\u00e4higkeit und biologische Abbaubarkeit von Kunststoffprodukten setzen. Der Bericht hebt Europas Beitrag zur Innovation in diesem Sektor hervor. Er zeigt allerdings auch, dass noch viel mehr getan werden sollte, um die wegweisende Pionierarbeit der europ\u00e4ischen Forschung in Erfindungen umzusetzen und diese auf den Markt zu bringen.&#8221;&nbsp;<\/em> sagte EPA-Pr\u00e4sident Ant\u00f3nio Campinos.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Chemische und biologische Recyclingverfahren mit den meisten Patenten<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Studie zeigt, dass unter allen Recyclingtechnologien in chemischen und biologischen Recyclingverfahren im Berichtszeitraum die h\u00f6chste Patentaktivit\u00e4t zu verzeichnen war. In den Jahren 2010-19 entfielen auf diesen Bereich 9&nbsp;000 IPF, doppelt so viele wie beim mechanischen Recycling (4&nbsp;500 IPF), der heute am h\u00e4ufigsten eingesetzten L\u00f6sung zur Umwandlung von Plastikabf\u00e4llen in neue Erzeugnisse. W\u00e4hrend die Patentierung chemischer Standardverfahren (wie Cracking und Pyrolyse) 2014 einen H\u00f6hepunkt erreichte, bieten aufkommende Technologien wie biologische Verfahren mit lebenden Organismen (1&nbsp;500 IPF) oder das Kunststoff-zu-Monomer-Recycling (2&nbsp;300 IPF) neue M\u00f6glichkeiten, Polymere abzubauen und neuwertige Kunststoffe herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ungenutztes Potenzial bei Kommerzialisierung von europ\u00e4ischer Hochschulforschung<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Bericht zeigt ebenso, dass die Grundlagenforschung in den Bereichen chemisches und biologisches Recycling eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt als in anderen Kunststoffrecyclingtechnologien. Demnach stammten fast 20% der Erfindungen aus Universit\u00e4ten und \u00f6ffentlichen Forschungseinrichtungen (siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/mediacentre.epo.org\/razuna\/assets\/1\/48E87A7B232941C28C61EBF14484744C\/img\/1F092E4F31F94203903B9E4104453E60\/Vorgelagerte_Forschung_Recyclingtechnologien.jpg\">Abbildung: Vorgelagerte Forschung in Recyclingtechnologien, 2010-19<\/a>). Dabei wiesen Hochschulen und \u00f6ffentliche Forschungseinrichtungen aus Europa und den USA einen deutlichen Vorsprung gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern auf, wobei jeweils 29% der IPF aus Forschungsinstitutionen stammen. Der Bericht zeigt aber auch, dass Europa der einzige bedeutende Innovationsstandort ist, der einen gr\u00f6\u00dferen Anteil an chemischen und biologischen Recycling-Erfindungen aus der vorgelagerten Forschung beisteuert (29%) gemessen am Gesamtaufkommen auf dem Gebiet (26%). Im Gegensatz dazu sind die Beitr\u00e4ge der USA und Japans zu IPF aus vorgelagerter Forschung (29% und 11%) geringer als ihre jeweiligen Anteile an allen IPF (36% und 17%). Demgegen\u00fcber generierten US-amerikanische Start-ups und Scale-ups viermal so viele Erfindungen im chemischen und biologischen Recycling wie ihre europ\u00e4ischen Pendants (338 vs. 84). Dies deutet darauf hin, dass Europa, obwohl es in der Grundlagenforschung besonders aktiv ist, sein Potenzial beim Transfer dieser Technologien in marktreife Erfindungen noch nicht voll aussch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gesundheits-, Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie f\u00fchrend bei Biokunststoff-Innovationen<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Erfindungen von Biokunststoffen zeigt die Studie, dass das Gesundheitswesen die bei weitem aktivste Branche ist (mit mehr als 19&nbsp;000 IPF im Zeitraum 2010-19), obwohl auf den Gesundheitssektor weniger als 3% des europ\u00e4ischen Kunststoffverbrauchs entf\u00e4llt. Dennoch sind Kosmetika und Reinigungsmittel bei Biokunststoffen am innovationsintensivsten: Das Verh\u00e4ltnis von IPF f\u00fcr Biokunststoffe zu IPF f\u00fcr herk\u00f6mmliche Kunststoffe liegt hier bei 1 zu 3, w\u00e4hrend es im Gesundheitssektor 1 zu 5 betr\u00e4gt. Auch Verpackungen, Elektronik und Textilien leisten einen wichtigen Beitrag zur Innovation bei Biokunststoffen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-38.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-99737\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-38.jpeg 560w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-38-300x169.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-38-150x84.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-38-400x225.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rasanter Innovationsschub bei leichter recycelbaren Kunststoffen<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die Zukunft hebt die Studie das erhebliche Potenzial alternativer Technologien hervor, die sich auf neue Kunststoffdesigns f\u00fcr ein einfacheres Recycling konzentrieren. Dieser Bereich hat sich in den vergangenen Jahren exponentiell entwickelt und seit 2010 eine durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsrate von 10% verzeichnet. Die Technologien verf\u00fcgen \u00fcber Anwendungspotenzial in der Luft- und Raumfahrt, im Bau- und Transportwesen, bei Windturbinen und in der Mikroelektronik. Das rasante Wachstum der Patentanmeldungen ist hier fast ausschlie\u00dflich auf Innovationen im Bereich der dynamischen kovalenten Bindung zur\u00fcckzuf\u00fchren &#8211; ein Ansatz, der neuartige Designs von haltbaren Kunststoffmaterialien erm\u00f6glicht, die sich selbst regenerieren k\u00f6nnen. W\u00e4hrend japanische Unternehmen die Statistiken in diesem Bereich anf\u00fchren, stammen die meisten Erfindungen, die auf diesem Gebiet von Hochschulen und \u00f6ffentlichen Forschungseinrichtungen eingereicht wurden, aus Europa und den USA.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"560\" height=\"547\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-39.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-99738\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-39.jpeg 560w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-39-300x293.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-39-150x147.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/image-39-276x270.jpeg 276w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"http:\/\/documents.epo.org\/projects\/babylon\/eponet.nsf\/0\/069F978FE569055EC125876F004FFBB1\/$File\/patents_for_tomorrows_plastics_study_key_findings_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lesen Sie die Hauptergebnisse<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/documents.epo.org\/projects\/babylon\/eponet.nsf\/0\/069F978FE569055EC125876F004FFBB1\/$File\/patents_for_tomorrows_plastics_study_en.pdf\">Lesen Sie die vollst\u00e4ndige Studie<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der Bericht enth\u00e4lt auch Fallstudien, die eine Reihe von Erfindungen im Bereich Recycling und alternative Kunststofftechnologien veranschaulichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber das EPA<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit 6 400 Mitarbeitern ist das&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.epo.org\/\">Europ\u00e4ische Patentamt<\/a>&nbsp;(EPA) eine der gr\u00f6\u00dften Beh\u00f6rden in Europa. Das EPA, das seinen Hauptsitz in M\u00fcnchen sowie Niederlassungen in Berlin, Br\u00fcssel, Den Haag und Wien hat, wurde mit dem Ziel gegr\u00fcndet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu st\u00e4rken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA k\u00f6nnen Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 44 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt von rund 700 Millionen Menschen umfassen. Au\u00dferdem ist das EPA weltweit f\u00fchrend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie eine neue Studie des Europ\u00e4ischen Patentamts (EPA) zeigt, sind Europa und die USA weltweit f\u00fchrend, wenn es um Innovationen im Kunststoffrecycling und bei alternativen Kunststofftechnologien geht. Zwischen 2010 und 2019 entfielen auf Europa und die USA jeweils 30% bzw. zusammen 60% der weltweiten Patentaktivit\u00e4ten in diesen Bereichen. 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