{"id":9951,"date":"2007-04-05T00:00:00","date_gmt":"2007-04-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070405-09n"},"modified":"2007-04-05T00:00:00","modified_gmt":"2007-04-04T22:00:00","slug":"tagungsbericht-nahrung-und-energie-widerspruch-oder-synergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/tagungsbericht-nahrung-und-energie-widerspruch-oder-synergie\/","title":{"rendered":"Tagungsbericht: Nahrung und Energie &#8211; Widerspruch oder Synergie?"},"content":{"rendered":"<p><b>Das 14. C.A.R.M.E.N.-Forum in Straubing stand am 26. M\u00e4rz 2007 unter dem Titel &#8220;Nachwachsende Rohstoffe im Spannungsfeld wachsender M\u00e4rkte&#8221;. Wie sehr dieses Spannungsfeld die Branche bewegt, zeigte sich in der enormen Resonanz auf die Tagung. \u00dcber 350 Teilnehmer, Vertreter von Beh\u00f6rden, Banken, Verb\u00e4nden und der verarbeitenden Industrie ebenso wie Landwirte, Waldbesitzer und fachlich Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich mit diesem aktuellen Thema auseinander zu setzen.<\/b><\/p>\n<p>Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom <a href=\"http:\/\/www.bayerischerbauernverband.de\/\" >Bayerischen Bauernverband<\/a> und von <a href=\"http:\/\/www.carmen-ev.de\/\" >C.A.R.M.E.N. e.V.<\/a>, der bayerischen Koordinierungsstelle f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In seiner Er\u00f6ffnungsrede betonte Landwirtschaftsminister Josef Miller: &#8220;Die Bioenergieerzeugung aus der Landwirtschaft kann in Synergie zur Nahrungsmittelerzeugung treten, wenn das Gesamtsystem aus beiden Erzeugungsrichtungen so ausbalanciert wird, dass f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrungswirtschaft und Agrar-Energiewirtschaft das Optimum gesucht und gefunden wird.&#8221; Um diese Verwertungsrichtungen gegenseitig auszutarieren, wurde an der TU M\u00fcnchen (<a href=\"http:\/\/www.wzw.tum.de\/\" >Wissenschaftszentrum Weihenstephan<\/a>) bereits ein<br \/>Forschungsauftrag initiiert.<\/p>\n<p>Gerd Sonnleitner, Pr\u00e4sident des <a href=\"http:\/\/www.bauernverband.de\/\" >Deutschen Bauernverbandes<\/a>, machte deutlich, dass er an Nachwachsenden Rohstoffen keine Kritik gelten l\u00e4sst. Wer ein Spannungsfeld zwischen Nachwachsenden Rohstoffen und<br \/>Nahrungsmitteln f\u00fcrchtet, \u00fcbersieht die sich bietenden Chancen. &#8220;Wenn bei jeder Investition, egal in welchen Bereich, die Grunds\u00e4tze der betriebswirtschaftlichen Planung eingehalten werden, wird es nur &#8220;positive Spannungen&#8221; zwischen den Nachwachsenden Rohstoffen und der Nahrungsmittelproduktion f\u00fcr uns Landwirte geben&#8221;, erkl\u00e4rte Sonnleitner.<\/p>\n<p><b>1. Block: Marktsituation Nachwachsender Rohstoffe<\/b><br \/>Unter dem Blickwinkel der internationalen Agrarpolitik ging Prof. Dr. Otmar Seibert von der <a href=\"http:\/\/www.fh-weihenstephan.de\/\" >Fachhochschule Weihenstephan<\/a> auf Produktions- und Markttrends Nachwachsender Rohstoffe ein. Beim Getreide wird derzeit etwa 9 Prozent der Weltproduktion f\u00fcr die St\u00e4rke- und Energiebereitstellung eingesetzt. Die Lagerbest\u00e4nde nehmen insgesamt ab, der Weltmarktpreis steigt. Auch beim Pflanzen\u00f6l wird ein zunehmender Bedarf f\u00fcr menschliche Ern\u00e4hrung, Biokraftstoffe und Verf\u00fctterung registriert. Hierdurch ergeben sich viele wichtige Herausforderungen, z. B. die \u00dcberarbeitung des Zollsystems und die Schaffung eines weltweiten Zertifizierungssystems zur Bewertung der Umweltvertr\u00e4glichkeit.<\/p>\n<p>Dr. Armin Vetter von der <a href=\"http:\/\/www.tll.de\/\" >Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft<\/a> sieht derzeit und in naher Zukunft keine wesentliche Bedeutung im Anbau von Energiepflanzen auf dem Ackerland. Dennoch stellte auch er fest, dass die welt- und deutschlandweite Nachfrage nach Biomasse ansteigt. Damit ist aus marktwirtschaftlichen Gr\u00fcnden ein Preisanstieg verbunden, unabh\u00e4ngig davon, ob die  Rohstoffe sp\u00e4ter f\u00fcr Ern\u00e4hrungszwecke, Futtermittel oder<br \/>Energieerzeugung eingesetzt werden.<\/p>\n<p><b>2. Block: Rohstoffproduktion &#8211; Neue Ans\u00e4tze f\u00fcr Produzenten<\/b><br \/>Sven B\u00f6se von der <a href=\"http:\/\/www.saaten-union.de\/\" >Saaten Union<\/a> stellte Getreide als klimatisch am besten angepassten und vielf\u00e4ltig nutzbaren Nachwachsenden Rohstoff vor. \u00dcber optimierte Anbauverfahren und entsprechende Sorten k\u00f6nnte es zuk\u00fcnftig noch energieeffizienter erzeugt werden.<\/p>\n<p>Verwertungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Non-Food-Mais pr\u00e4sentierte Dr. Joachim Eder von der <a href=\"http:\/\/www.lfl.bayern.de\/\" >Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft<\/a>. Einerseits wird Mais als Rohstoff f\u00fcr z. B. die Papier- und Pharmaindustrie oder die Kleberproduktion genutzt, andererseits kommt die Energieerzeugung in Biogasanlagen und mittelfristig auch die Kraftstoffproduktion in Frage. Insbesondere f\u00fcr die Biogaserzeugung werden an Mais als Substrat besondere Anforderungen gestellt, an deren Optimierung die Landesanstalt arbeitet.<\/p>\n<p>Dr. J\u00fcrgen Bauer von der <a href=\"http:\/\/www.cluster-forstholzbayern.de\/\" >Cluster-Initiative Forst und Holz<\/a> in Bayern, wies<br \/>auf das hohe ungenutzte Holzpotenzial bayerischer W\u00e4lder hin. Unter Beachtung des Nachhaltigkeitsgrundsatzes kann die Holznutzung weiter verst\u00e4rkt werden. Die Holzstoffstr\u00f6me haben sich grunds\u00e4tzlich ge\u00e4ndert. Insbesondere die Nachfrage im energetischen Bereich ist auch durch zunehmende Installation automatisch beschickter Feuerungsanlagen stark gestiegen. Weil au\u00dferdem die Konkurrenz zwischen energetischer und stofflicher Holznutzung weiter zunehmen wird, kann der Anbau von Energiew\u00e4ldern zur Erh\u00f6hung der Rohstoffversorgungssicherheit beitragen.<\/p>\n<p><b>3. Block: Rohstoffsicherung &#8211; Herausforderung f\u00fcr Betreibermodelle<\/b><br \/>Dr. Fred Zeller von der <a href=\"http:\/\/www.szvg.de\/\" >S\u00fcddeutschen Zuckerr\u00fcbenverwertungs-Genossenschaft (SZVG)<\/a> ging auf die Rohstoffversorgung f\u00fcr die Ethanolproduktion ein. Aufgrund der zu erwartenden Reformen der EU-Zuckermarktordnung haben die s\u00fcddeutschen R\u00fcbenbauer seit langem eine Nutzung der Zuckerr\u00fcbe au\u00dferhalb des Lebensmittelbereichs ins Auge gefasst. Eine Verwertung von R\u00fcben f\u00fcr die Ethanolerzeugung scheint hier erfolgversprechend. Bereits jetzt werden 55 Prozent aller Ethanolr\u00fcben der <a href=\"http:\/\/www.suedzucker.de\/\" >S\u00fcdzucker AG<\/a> in Bayern erzeugt.<\/p>\n<p>Die &#8220;Rohstofffl\u00fcsse eines Biomasseheizwerks&#8221; stellte Marion H\u00f6cht vom <a href=\"http:\/\/www.mr-tirschenreuth.de\/\" >Maschinenring Tirschenreuth e.V.<\/a> vor. Zwar sind die Landwirte die Besitzer der Biomasse, sie fungieren vielfach jedoch als reine Rohstofflieferanten und tendenziell werden Rohstofflieferanten weltweit immer \u00e4rmer. Mit<br \/>Unterst\u00fctzung des Maschinenringes kann eine Verl\u00e4ngerung der Wertsch\u00f6pfungskette und eine Steigerung der regionalen Wertsch\u00f6pfung erreicht und der Landwirt st\u00e4rker eingebunden werden.<\/p>\n<p>Auch Mathias Kl\u00f6ffel vom <a href=\"http:\/\/www.bayerischerbauernverband.de\/\" >Bayerischen Bauernverband<\/a> Rh\u00f6n-Grabfeld gestand<br \/>dem Entscheidungsbereich der Landwirte eine hohe Bedeutung zu. Nur die Landwirte k\u00f6nnen entscheiden, ob sie selber investieren oder nur ihre Rohstoffe abliefern. Diese Fragen stellen sich im Zusammenhang mit dem Thema Biogas immer wieder. Eine Kombination ist hier vielfach als Idealfall anzusehen. Au\u00dferdem ist eine sinnvolle Verwertung der Abw\u00e4rmenutzung anzustreben, wodurch die Wirtschaftlichkeit deutlich erh\u00f6ht<br \/>werden kann.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070405-09\/Forum.JPG\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Forum.JPG\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>(v.l.n.r.): Dr. Hermann Balle, Verleger des Straubinger Tagblattes; MdB Ernst Hinsken; Alfred Reisinger, Landrat Straubing-Bogen; Gerd Sonnleitner, Pr\u00e4sident des Deutschen Bauernverbandes; Landwirtschaftsminister Miller; Freiherr Marian von Gravenreuth, Vorsitzender des Bayerischen Waldbesitzerverbandes; Franz Kustner, BBV-Bezirkspr\u00e4sident-Oberpfalz; C.A.R.M.E.N.-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Werner D\u00f6ller<\/p>\n<p>Einige Vortr\u00e4ge k\u00f6nnen im Internet bei <a href=\"http:\/\/www.carmen-ev.de\/dt\/portrait\/foren\/forum07.htm\" >C.A.R.M.E.N.<\/a> heruntergeladen werden.<br \/>Ein Tagungsband vom Forum ist f\u00fcr 15 Euro (zzgl. Versand) bei C.A.R.M.E.N. erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>C.A.R.M.E.N. e.V.<br \/>Schulgasse 18<br \/>94315 Straubing<br \/>Tel.: 09421\/960-300, Fax: -333<br \/>E- Mail: <a href=\"mailto:contact@carmen-ev.de\">contact@carmen-ev.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zwei-seiten-einer-medaille-bioenergie-und-ernaehrungssicherheit\/\" >2007-04-02<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bbk-biokraftstoffe-sind-hoffnungstraeger-fuer-arme-laender\/\" >2007-03-05<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das 14. C.A.R.M.E.N.-Forum in Straubing stand am 26. M&auml;rz 2007 unter dem Titel &#8220;Nachwachsende Rohstoffe im Spannungsfeld wachsender M&auml;rkte&#8221;. 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