{"id":99367,"date":"2021-10-27T07:23:00","date_gmt":"2021-10-27T05:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=99367"},"modified":"2021-10-22T12:33:19","modified_gmt":"2021-10-22T10:33:19","slug":"fnr-infobrief-03-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fnr-infobrief-03-2021\/","title":{"rendered":"FNR Infobrief 03 \/ 2021"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"132\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-22-um-11.56.07.png\" alt=\"Dr. Ing. Andreas Sch\u00fctte\" class=\"wp-image-99381\"\/><figcaption>Dr. Ing. Andreas Sch\u00fctte<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Trockenlegung von Moorb\u00f6den f\u00fcr die landwirtschaftliche Nutzung ist f\u00fcr \u00fcber ein Drittel der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Gleichzeitig generieren bis heute zahlreiche Agrarbetriebe ein Einkommen auf diesen Fl\u00e4chen. Dies umrei\u00dft das Spannungsfeld, in dem der Moorbodenschutz angesiedelt ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die FNR betreut dazu umfangreiche Forschungs-, Modell- und Demonstrationsvorhaben sowie \u00d6ffentlichkeitsarbeit im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL).<\/p>\n\n\n\n<p>Experten sch\u00e4tzen, dass die Wiedervern\u00e4ssung mehrerer 100.000 Hektar erforderlich ist, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung im Bereich Moorbodenschutz bis 2030 zu erreichen. Ein Strukturwandel in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung ist nicht gegen den Willen der betroffenen Bodennutzer und \u2013eigent\u00fcmer m\u00f6glich. Gerade deshalb kommt Ans\u00e4tzen wie die Paludikultur (landwirtschaftliche Nutzung von nassen oder wiedervern\u00e4ssten organischen B\u00f6den) eine so gro\u00dfe Bedeutung zu, denn so lassen sich nasse Fl\u00e4chen weiterhin bewirtschaften und der Aufwuchs verwerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem wird der k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte F\u00f6rderaufruf zu Moorbodenschutz und Paludikulturen gerecht: Gesucht werden Modell- und Demonstrationsvorhaben, um Ergebnisse aus vielversprechenden Forschungsarbeiten gro\u00dffl\u00e4chig und langfristig bis zu zehn Jahre zu demonstrieren. Eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr die Praxis: Zielgruppe des Aufrufs sind deshalb u.a. explizit Landwirte und Weiterverarbeiter. Notwendig f\u00fcr die Vorhaben ist eine sachgerechte Koordinierung der Vorhaben, die ebenfalls gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch gibt es erst wenige auf dem Markt etablierte \u201ePaludiprodukte\u201c, wenngleich das Potenzial durchaus gro\u00df ist, etwa im Bereich klimafreundlicher Bau- und D\u00e4mmstoffe. D\u00e4mmstoffe aus Paludikulturen h\u00e4tten bei der erforderlichen energetischen Sanierung im Geb\u00e4udebestand einen dreifachen Klimanutzen: Sie w\u00fcrden den W\u00e4rmeenergiebedarf der Geb\u00e4ude verringern, der Atmosph\u00e4re langfristig CO<sub>2<\/sub>&nbsp;entziehen und Fl\u00e4chennutzern und \u2013eignern obendrein noch wirtschaftliche Perspektiven f\u00fcr die Wiedervern\u00e4ssung von Moorb\u00f6den bieten, womit sich weitere Emissionen in erheblicher Menge einsparen lie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den potenziellen Nachfragern von Paludi-Biomasse geh\u00f6rt auch die Erdenindustrie, die aus Klimaschutzgr\u00fcnden den Einsatz von Torf minimieren soll und nach geeigneten Ersatzstoffen sucht. Erste Erdenhersteller experimentieren bereits mit Torfmoosen, Schilf und Rohrkolben als Substratkomponente. Die Bundesregierung strebt im Erwerbsgartenbau einen weitgehenden und im Hobbygartenbau einen vollst\u00e4ndigen Torfausstieg an. Die FNR unterst\u00fctzt das BMEL seit Ende 2020 auch bei diesem Thema und betreut u. a. Projekte zur Herstellung und Verwendung torfreduzierter und torffreier Substrate f\u00fcr Gartenbau und Pilzzucht. Beim verst\u00e4rkten Einsatz torffreien Blumenerden f\u00fcr Hobbyg\u00e4rtner kommt aber auch der Endverbraucherkommunikation ein hoher Stellenwert zu. Verschiedene Ma\u00dfnahmen wurden bereits umgesetzt, von denen wir einige in diesem Infobrief vorstellen. Wie gro\u00df der Aufkl\u00e4rungsbedarf noch ist, das zeigte eine aktuelle, repr\u00e4sentative Umfrage der FNR unter 1.000 Endverbraucher\/-innen: Knapp die H\u00e4lfte der Befragten sah keinen Zusammenhang zwischen dem Einsatz torffreier Blumenerde und dem Klimaschutz. Insofern gibt es erheblichen Bedarf f\u00fcr Kommunikationsma\u00dfnahmen, die sich letztlich auch in den Verkaufszahlen torffreier Blumenerden messbar niederschlagen sollten.<br><br>Aus der fachlichen Perspektive ist die Tagung zur \u00d6kobilanzierung von Torfersatzstoffen im Novemberder n\u00e4chste wichtige Meilenstein. Das Thema ist von gro\u00dfer Relevanz, gilt es doch, die besonders klima- und umweltfreundlichen, regional verf\u00fcgbaren Ersatzstoffe zu identifizieren, die nicht zuletzt auch zur Wertsch\u00f6pfung vor Ort beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/infobrief.fnr.de\/infobrief-03-2021\" target=\"_blank\">Hier kann man den gesamten Infobrief einsehen oder downloade<\/a><a href=\"https:\/\/infobrief.fnr.de\/infobrief-03-2021\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">n<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/infobrief.fnr.de\/infobrief-03-2021\" target=\"_blank\">.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Trockenlegung von Moorb\u00f6den f\u00fcr die landwirtschaftliche Nutzung ist f\u00fcr \u00fcber ein Drittel der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Gleichzeitig generieren bis heute zahlreiche Agrarbetriebe ein Einkommen auf diesen Fl\u00e4chen. 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