{"id":9931,"date":"2007-04-15T00:00:00","date_gmt":"2007-04-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070415-04n"},"modified":"2007-04-15T00:00:00","modified_gmt":"2007-04-14T22:00:00","slug":"klimawandel-veraendert-unsere-agrarprodukte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/klimawandel-veraendert-unsere-agrarprodukte\/","title":{"rendered":"Klimawandel ver\u00e4ndert unsere Agrarprodukte"},"content":{"rendered":"<p><b>Pommes werden giftig, Bier sch\u00e4umt nicht mehr und Brot backen wird unm\u00f6glich &#8211; die Treibhausgase in der Luft ver\u00e4ndern nicht nur das Klima, sondern auch unsere Lebensmittel, belegen Experimente der <a href=\"http:\/\/www.uni-hohenheim.de\/\" >Universit\u00e4t Hohenheim<\/a>. In High-Tech-Feldexperimenten haben Agrarbiologen Weizen, Gerste und Kartoffeln den Umweltbedingungen der Zukunft ausgesetzt. Fazit: Nicht nur die Ertr\u00e4ge, auch die Zusammensetzungen der Pflanzen \u00e4ndern sich &#8211; und das nicht unbedingt zum Guten.<\/b><\/p>\n<p>Laut dr\u00f6hnen die Maschinen aus dem Keller des \u00d6kologiezentrums der Universit\u00e4t Hohenheim: Inmitten des Raumes steht Prof. Dr. Andreas Fangmeier vom Institut f\u00fcr Landschafts- und Pflanzen\u00f6kologie und begutachtet verschiedene Pflanzen, die in den sechs Klimakammern zur Erntegr\u00f6\u00dfe herangezogen werden. &#8220;Das Besondere daran ist, dass wir in den Klimakammern das Klima und die CO<sub>2<\/sub>-Konzentration der Zukunft simulieren k\u00f6nnen, mit dem Ziel, die Qualit\u00e4t der Fr\u00fcchte zu pr\u00fcfen&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Fangmeier. In den Kammern sind Tomaten, Sau- und Sojabohnen, die einem mediterranen Klima augesetzt sind. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen in drei der sechs Kammern die Pflanzen mit einer erh\u00f6hten CO<sub>2<\/sub>-Konzentration zurechtkommen. Diese Konzentration entspricht einem Wert, der in 50 Jahren auf der Erde erwartet wird.<\/p>\n<p>Gerste, Weizen und Kartoffeln haben die Hohenheimer Pflanzen\u00f6kologen bereits in der Vergangenheit \u00e4hnlichen Experimenten unterzogen und die Qualit\u00e4t der Frucht analysiert. Das Ergebnis ist ern\u00fcchternd: &#8220;Durch den erh\u00f6hten CO<sub>2<\/sub>-Wert in der Luft wachsen die Pflanzen zwar besser und erbringen einen gr\u00f6\u00dferen Ertrag, jedoch weicht die Qualit\u00e4t der Nutzpflanzen vom Normalzustand ab&#8221;, sagt Prof. Dr. Fangmeier. &#8220;Brot kann aufgrund der fehlenden Klebef\u00e4higkeit des Weizens nicht mehr gebacken werden, Bier kann weniger sch\u00e4umen und Pommes Frites k\u00f6nnten sogar giftig f\u00fcr den Menschen sein.&#8221; Und weil auch die Pflanzen f\u00fcr Tierfutter weniger N\u00e4hrwert haben, m\u00fcssen Landwirte gr\u00f6\u00dfere Mengen verf\u00fcttern.<\/p>\n<p>Schuld daran sind vor allem ver\u00e4nderte Proteinkonzentrationen in den Pflanzen. Denn unter erh\u00f6htem CO<sub>2<\/sub> ben\u00f6tigen die meisten Pflanzen weniger Proteine und damit weniger Stickstoff in den Bl\u00e4ttern \u2013 und haben dann weniger Stickstoff zur Verf\u00fcgung, den sie w\u00e4hrend der Reifung in die Fr\u00fcchte transportieren k\u00f6nnen. &#8220;Die k\u00fcnftige Luftzusammensetzung f\u00fchrt dazu, dass bestimmte Enzyme in der Pflanze effektiver arbeiten und die Pflanzen weniger Stickstoff aufnehmen. Auch andere Mikron\u00e4hrstoffe, die f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung wichtig sind, nimmt die Pflanze nur noch begrenzt auf, sagt Prof. Dr. Fangmeier. &#8220;In 50 bis 100 Jahren liefern die heutigen Sorten unter diesen ver\u00e4nderten klimatischen Bedingungen nicht mehr die Erntequalit\u00e4t, die wir brauchen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir in Zukunft neue oder ver\u00e4nderte Pflanzenarten zur Lebensmittelproduktion ben\u00f6tigen&#8221;, sagt Prof. Dr. Fangmeier.<\/p>\n<p>Neben den Klimakammern forscht Prof. Dr. Fangmeier auch an Rapspflanzen im Freiland. Die Pflanzen wachsen in sogenannten FACE-Systemen (Free Air Carbon Dioxide Enrichment) aus CO<sub>2<\/sub>-Begasungsringen mit je zwei Metern Durchmesser im Ackerboden. Das Besondere daran: Der Raps w\u00e4chst unter realen Bedingungen, was das Wetter betrifft, aber unter erh\u00f6hter CO-Konzentration. &#8220;Der Raps ist, obwohl er vielseitig f\u00fcr den Menschen nutzbar ist, in der CO<sub>2<\/sub>-Forschung bis jetzt wenig beachtet worden. Er ist Lebensmittel- und Futterlieferant auf der einen und Biodiesel-Grundstoff auf der anderen Seite&#8221;, meint Prof. Dr. Fangmeier. Nach der Ernte k\u00f6nne der Energiegehalt der Pflanze f\u00fcr die Dieselproduktion ebenso wie die Qualit\u00e4t als Futter- bzw. Nahrungspflanze f\u00fcr Tiere und Menschen getestet werden.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Universit\u00e4t Hohenheim<br \/><a href=\"http:\/\/www.uni-hohenheim.de\/www320\/german\/homepage.html\" >Institut f\u00fcr Landschafts- und Pflanzen\u00f6kologie<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/stern-review-bericht-warnt-vor-katastrophalen-folgen-einer-verzoegerung-von-massnahmen-gegen-den-klimawandel\/\" >2006-11-03<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erhebliche-klimaaenderungen-in-deutschland-zu-erwarten\/\" >2006-04-27<\/a>.) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Pommes werden giftig, Bier sch&auml;umt nicht mehr und Brot backen wird unm&ouml;glich &#8211; die Treibhausgase in der Luft ver&auml;ndern nicht nur das Klima, sondern auch<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9931"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9931\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9931"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}