{"id":9908,"date":"2007-04-27T00:00:00","date_gmt":"2007-04-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070427-02n"},"modified":"2007-04-27T00:00:00","modified_gmt":"2007-04-26T22:00:00","slug":"sachgerechte-verwertung-von-gaerresten-aus-der-biogaserzeugung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sachgerechte-verwertung-von-gaerresten-aus-der-biogaserzeugung\/","title":{"rendered":"Sachgerechte Verwertung von G\u00e4rresten aus der Biogaserzeugung"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit der Erzeugung von Biogas besteht die M\u00f6glichkeit zur Einsparung fossiler Energietr\u00e4ger. In diesem Zusammenhang stellt sich nicht nur die Frage nach der Energieausbeute, sondern auch die Frage hinsichtlich der D\u00fcngewirkung der anfallenden Biogasg\u00fclle.Dar\u00fcber hinaus werden die Wirtschaftlichkeit und der Betrieb einer Biogasanlage nicht nur durch die Anlagentechnik und Biomassebeschaffung, sondern auch von der G\u00e4rrestverwertung bestimmt. Im Folgenden werden sowohl Aspekte der D\u00fcngewirkung als auch der Biogasg\u00fclleverwertung behandelt.<\/b><\/p>\n<p><b>Zusammensetzung der G\u00e4rreste<\/b><br \/>Hinsichtlich der D\u00fcngewirkung ist die Zusammensetzung der Biogasg\u00fclle von entscheidender Bedeutung. Wie Analysewerte belegen, wird durch die anaerobe Verg\u00e4rung der TS-Gehalt der Inputstoffe in der Regel deutlich reduziert. Hinsichtlich der G\u00e4rrestlagerung und G\u00e4rrestausbringung bewirkt der Abbau des TS-Gehaltes eine bessere Pump- und R\u00fchrf\u00e4higkeit. Mit dem R\u00fcckgang des TS-Gehaltes sind hinsichtlich der Biogasg\u00fclleanwendung in wachsenden Pflanzenbest\u00e4nden Vorteile verbunden. So l\u00e4uft die d\u00fcnnfl\u00fcssige Biogasg\u00fclle leichter von den Pflanzen ab und infiltriert besser in den Boden, so dass Ammoniakverluste und Ver\u00e4tzungen an den Pflanzen verringert werden. Ein weiterer positiver Effekt der Verg\u00e4rung ist die Geruchsreduzierung, die sowohl auf eine bessere Infiltration in den Boden als auch auf den Abbau von Geruchsstoffen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der D\u00fcngewirkung und der Biogasg\u00fclleverwertung ist von zentraler Bedeutung, dass durch die Fermentation die N\u00e4hrstoffe weitestgehend erhalten bleiben. In der Regel kommt es lediglich durch die anaerobe Verg\u00e4rung zu einem leichten Anstieg des Anteils an NH4-N und zu einem Anstieg des pH-Wertes infolge des Abbaues von organischen S\u00e4uren. Aufgrund dieser Tatsache sind hinsichtlich einer optimalen Stickstoffausnutzung bei der Ausbringung von G\u00e4rresten Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung von Ammoniakverlusten von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<p><b>D\u00fcngewirkung der G\u00e4rreste<\/b><br \/>Seit dem Jahr 2006 wird durch die <a href=\"http:\/\/www.lwk-niedersachsen.de\/\" >Landwirtschaftskammer Niedersachsen<\/a> in einem Feldversuch auf einem schwach humosen Sandboden die D\u00fcngewirkung unterschiedlicher G\u00e4rreste untersucht. Die G\u00e4rrestgabe in H\u00f6he von 120 kg Gesamt-N\/ha wurde zu Wintergerste als Kopfd\u00fcnger zu Vegetationsbeginn und zu Silomais unmittelbar vor der Maisbestellung auf die Pflugfurche ausgebracht, da \u00e4ltere G\u00fclleversuche belegen, dass eine Ausbringung auf die Pflugfurche mit einer anschlie\u00dfenden flachen Einarbeitung zu einer optimalen Stickstoffwirkung f\u00fchrt.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070427-02\/aabc218f9000d3104c2a1af8a312a5ac.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"aabc218f9000d3104c2a1af8a312a5ac.jpg\"\/>In den Versuchen wurde die N-Wirkung des G\u00e4rrestes durch den TS-Gehalt, den Ammonium-N-Gehalt und die angebaute Fruchtart bestimmt. So wurden durch eine G\u00e4rrestanwendung  zu Silomais h\u00f6here N-Minerald\u00fcnger\u00e4quivalente erreicht als durch eine Anwendung zu Wintergerste, was vermutlich auf eine besser Ausnutzung des organisch gebundenen Stickstoffs durch die Maispflanzen zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Im Vergleich zum Mais war bei der Wintergerste eine deutliche Abh\u00e4ngigkeit der N-Wirkung von den TS-Gehalten bzw. den Ammonium-N-Gehalten der ausgebrachten G\u00e4rreste zu erkennen. So fielen die TS-reichen bzw. Ammonium-N-armen G\u00e4rreste in ihrer N-D\u00fcngewirkung deutlich ab.N-Minerald\u00fcnger\u00e4quivalente (N-MD\u00c4) in Abh\u00e4ngigkeit von Fruchtart und Substrat &#8211; G\u00e4rsubstratversuch Wehnen 2006<\/p>\n<p>Im Mittel der eingesetzten G\u00e4rreste entsprach die N-Wirkung der G\u00e4rsubstrate in etwa der N-Wirkung von Schweineg\u00fclle, so dass im Rahmen einer D\u00fcngeplanung die N-Anrechenbarkeit analog zur Schweineg\u00fclle zu ber\u00fccksichtigen ist. (siehe Abbildung) Im Gegensatz zum Stickstoff k\u00f6nnen sowohl die Phosphat- als auch die Kaliumgehalte zu 100% angerechnet werden. Gegen\u00fcber einer reinen mineralischen N-D\u00fcngung sowie einer D\u00fcngung mit Schweineg\u00fclle f\u00fchrte die Anwendung von Biogasg\u00fclle nicht zu erh\u00f6hten Rest-Nmin-Gehalten im Boden.<\/p>\n<p><b>Berechnung der anfallenden G\u00e4rrestmenge<\/b><br \/>Hinsichtlich einer sachgerechten G\u00e4rrestverwertung ist es zweckm\u00e4\u00dfig, bereits vor Inbetriebnahme der Biogasanlage die anfallende Biogasg\u00fcllemenge und deren N\u00e4hrstoffgehalte abzusch\u00e4tzen. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, die Biogasanlage als eigene Betriebseinheit zu betrachten. Diese Vorgehensweise vereinfacht insbesondere bei Gemeinschaftsanlagen die Berechnung der anfallenden N\u00e4hrstoffmengen. Sind die Inputgr\u00f6\u00dfen bekannt, lassen sich unter Ber\u00fccksichtigung der jeweiligen Fugatfaktoren die anfallende Biogasg\u00fcllemenge und deren N\u00e4hrstoffgehalte berechnen.<\/p>\n<p>Die H\u00f6chstmenge an Biogasg\u00fclle, die innerbetrieblich verwertet werden kann, wird durch den N\u00e4hrstoff begrenzt, dessen Bedarf mit der geringsten Menge abgedeckt wird. Die restliche G\u00e4rrestmenge ist an die substratliefernden Betriebe abzugeben. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, beim Verkauf von Nachwachsenden Rohstoffen an Biogasanlagen die R\u00fccknahme von G\u00e4rresten hinsichtlich einer sachgerechten N\u00e4hrstoffverwertung zu \u00fcberpr\u00fcfen. Hierbei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass Fl\u00e4chen auf die N\u00e4hrstoffe aus der Verg\u00e4rung von Biomassepflanzen ausgebracht werden, in der Regel nicht mehr f\u00fcr die Aufnahme von Wirtschaftsd\u00fcngern tierischer Herkunft zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p><b>D\u00fcngeverordnung bei der Ausbringung beachten<\/b><br \/>Im Rahmen des N\u00e4hrstoffvergleichs sind sowohl die Aufnahme der Biogasg\u00fclle als auch die Abgabe der Wirtschaftsd\u00fcnger und Haupternteprodukte an die Biogasanlage aufzuzeichnen. Gem\u00e4\u00df den Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie ist hinsichtlich der Berechnung der N-Obergrenze bei der Aufnahme der Biogasg\u00fclle lediglich der N-Gehalt aus Wirtschaftsd\u00fcngern tierischer Herkunft zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Tim Eiler<br \/>Telefon: 0441 801-735<br \/>Telefax: 0441 801-440<\/p>\n<p>Den ausf\u00fchrlichen Artikel k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070427-02\/artikel_biogas.pdf\" >hier<\/a> herunter laden.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biogas-hilft-umwelt-schonen\/\" >2007-02-27<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/niedersachsen-zunehmende-flaechenkonkurrenz-durch-bioenergieproduktion\/\" >2007-02-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit der Erzeugung von Biogas besteht die M&ouml;glichkeit zur Einsparung fossiler Energietr&auml;ger. 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