{"id":9882,"date":"2007-02-20T00:00:00","date_gmt":"2007-02-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070220-05n"},"modified":"2007-02-20T00:00:00","modified_gmt":"2007-02-19T22:00:00","slug":"forschungsstrategie-fuer-energiegewinnung-aus-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungsstrategie-fuer-energiegewinnung-aus-biomasse\/","title":{"rendered":"Forschungsstrategie f\u00fcr Energiegewinnung aus Biomasse"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Mitgliedsinstitute des <a href=\"http:\/\/www.fv-sonnenenergie.de\/\" >ForschungsVerbunds Sonnenenergie (FVS)<\/a> haben eine abgestimmte Forschungsstrategie zur Energieerzeugung aus Biomasse vorgelegt. Mit dem Papier stellen sie die Leitlinien ihrer Forschungsarbeiten f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre auf diesem Gebiet vor. Biomasse kann f\u00fcr die Energieversorgung der Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten. Im Konzert der erneuerbaren Energien wird sie eine besondere Rolle spielen, weil sie sehr gut verf\u00fcgbar ist und man mithilfe von Biomasse Energie genau zu der Zeit und an dem Ort bereitstellen kann, wo sie ben\u00f6tigt wird.<\/b><\/p>\n<p>Als besonders aussichtsreich bewerten die Wissenschaftler das Polygeneration-Konzept, eine Nutzungstechnologie bei der Strom, W\u00e4rme und Kraftstoffe gleichzeitig erzeugt werden. Dieses Konzept ist gro\u00dftechnologisch umsetzbar und produziert Kraftstoffe, die als Br\u00fcckenkraftstoffe f\u00fcr eine zuk\u00fcnftig denkbare Wasserstoffwirtschaft dienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler machen auf das gro\u00dfe noch unerschlossene Anwendungspotenzial von Biomasse aufmerksam, zu dessen Nutzung Technologien erforscht und weiterentwickelt werden m\u00fcssen. Der Forschungsverbund empfiehlt eine Erh\u00f6hung der F\u00f6rdermittel f\u00fcr diesen erheblichen Forschungs- und Entwicklungsbedarf auf mindestens 30 Millionen Euro pro Jahr, was ungef\u00e4hr einer Verdreifachung entspricht.<\/p>\n<p><b>Nutzungspotenziale von Biomasse<\/b><br \/>Der Vorteil von Biomasse ist, dass sie als gespeicherte Sonnenenergie zeitlich und r\u00e4umlich flexibel in alle Energieformen umgewandelt werden kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Biomasse ist durch Verbrennung direkt in W\u00e4rme umwandelbar.<\/li>\n<li>Strom aus Biomasse wird durch Verbrennung und Vergasung erzeugt.<\/li>\n<li>Bei der Stromerzeugung aus Biomasse entsteht auch W\u00e4rme, die durch Kraft-W\u00e4rme-Kopplungsanlagen genutzt werden kann.<\/li>\n<li>Aus Biomasse lassen sich Kraft- und Brennstoffe erzeugen, die fossile Kraftstoffe f\u00fcr Fahrzeugantriebe ersetzen oder Brennstoffzellen in mobilen und station\u00e4ren Anwendungen versorgen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Nutzungskonkurrenzen<\/b><br \/>Da man jede Pflanze nur einmal verwenden kann, stehen die verschiedenen Nutzungsm\u00f6glichkeiten miteinander und mit der Nahrungsproduktion in Konkurrenz. In Deutschland kann das derzeit technisch nutzbare Potenzial der Biomasse ca. 10% des Gesamtenergieverbrauchs an Strom, W\u00e4rme und Kraftstoff decken. Dabei haben die Potenzialstudien des FVS ber\u00fccksichtigt, das stets gen\u00fcgend Ackerfl\u00e4che zur Nahrungsmittelproduktion vorhanden sein muss.<\/p>\n<p>Bei der Entscheidung f\u00fcr die beste energetische Verwendung ist es notwendig, den gesamten Konversionspfad vom Anbau bis zur Zielenergieform energetisch und \u00f6kologisch zu betrachten, um die knappe Ressource Biomasse effizient und hinsichtlich eines optimalen erneuerbaren Energiemixes nachhaltig und mit bestem Wirkungsgrad zu nutzen . Au\u00dferdem ist eine Verwendung besonders sinnvoll, wenn die spezifischen Eigenschaften von Biomasse als Energiespeicher von besonderem Interesse sind oder wo sie als Kraftstoff nahezu die einzige Alternative bildet. Grunds\u00e4tzlich gilt: Biomasseanlagen sollten immer mit Kraft-W\u00e4rme-Kopplung betrieben werden.<\/p>\n<p>Das Polygeneration-Konzept Das Polygeneration-Konzept mit der gleichzeitigen Erzeugung von Strom, W\u00e4rme und Kraftstoff bietet einen aussichtsreichen Ansatz, Biomasse sehr effizient und wirtschaftlich zu nutzen. Daf\u00fcr wird Biomasse in einem thermochemischen Prozess in W\u00e4rme, Strom und Kraftstoff umgewandelt. Dieses Konzept ist auch gro\u00dftechnologisch umsetzbar.<\/p>\n<p><b>Strom aus Biomasse<\/b><br \/>Strom aus Biomasse eignet sich im Stromverbund der verschiedenen erneuerbaren Energien als Hintergrundsicherungssystem, um das schwankende Leistungsangebot von Photovoltaik und Windgeneratoren auszugleichen.<\/p>\n<p><b>W\u00e4rmeerzeugung aus Biomasse<\/b><br \/>Biomasse ist durch Verbrennung direkt in W\u00e4rme umwandelbar. Diese thermische Konversionstechnik hat zwar bereits einen hohen technischen Stand erreicht, aber sie muss deutlich umweltfreundlicher und effizienter werden und soll hinsichtlich ihrer Rolle im Polygenerationprozess entwickelt werden. Dabei ist die optimale Nutzung der Abw\u00e4rme bei der Stromerzeugung durch Kraft-W\u00e4rme-Kopplung entscheidend.<\/p>\n<p><b>Kraftstoffe aus Biomasse auch als Br\u00fcckenkraftstoffe<\/b><br \/>Die Gewinnung wasserstoffreicher Energietr\u00e4ger aus Biomasse ist als Baustein einer langfristigen Wasserstoffperspektive im mobilen Bereich zu sehen. Wenn Wasserstoff der Kraftstoff der Zukunft werden soll, dann brauchen wir heute die Entwicklung von Br\u00fcckentechnologien und Br\u00fcckenkraftstoffen. Biomethan kann ein solcher Br\u00fcckenkraftstoff sein. Aus Sicht des FVS stellt die Methanerzeugung aus Biomasse eine attraktive Alternative zur Biomass-To-Liquid (BTL)-Erzeugung dar.<\/p>\n<p>In einem Polygenerationkonzept wird Synthesegas aus Biomasse hergestellt. Dabei kann etwa 75% der in der Biomasse gespeicherten Energie als chemische Energie des Wasserstoffs bereitgestellt werden. Vorteilhaft ist, dass die Verwertung von unterschiedlichster Pflanzenarten und aller Pflanzenteile m\u00f6glich ist, so dass der Anbau von Monokulturen vermieden werden kann und die Pflanzen sehr effizient genutzt werden.<\/p>\n<p><b>Gesetzliche Rahmenbedingungen f\u00fcr Integration der Bioenergien verbessern<\/b><br \/>K\u00fcnftige Gesetzesinitiativen m\u00fcssen die Integration von Biomasse in die Versorgungsstrukturen st\u00e4rker beachten. Zurzeit sind Biogasanlagen oft konzeptionell zu sehr auf die wirtschaftlichen Vorgaben des EEG festgelegt. Der Strom aus Biomasse sollte vor allem dazu dienen, die attraktiven M\u00f6glichkeiten, die die Bioenergie f\u00fcr Systemdienstleister bietet, zu nutzen, um die Regelbarkeit des Stromnetzes mit hohen Anteilen aus erneuerbaren Energien zu verbessern.<\/p>\n<p>Bei der Standortwahl f\u00fcr Biogasanlagen muss auch die wirtschaftliche Nutzung der entstehende W\u00e4rme durch Kraft-W\u00e4rme-Kopplung gesichert sein, was in d\u00f6rflichen Strukturen oft zu unwirtschaftlich ist. Daher ist auch unter Gesichtspunkten der Energieeffizienz die Verabschiedung eines Erneuerbare-W\u00e4rmeenergie-Gesetzes zu empfehlen. Durch die Verg\u00fctung der W\u00e4rmeproduktion w\u00fcrde die effizientere Nutzung der Biomasse auch die wirtschaftlich attraktivere<br \/>L\u00f6sung sein.<\/p>\n<p><b>Anhebung der F\u00f6rdermittel f\u00fcr die Bioenergie-Forschung<\/b><br \/>Bei der Nutzung der Biomasse besteht noch ein gro\u00dfes unerschlossenes Anwendungspotenzial und ein erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Die Finanzierungsmittel des Bundes f\u00fcr Forschung und Entwicklung sind gemessen an den Herausforderungen und dem Forschungsbedarf unzureichend. F\u00fcr 2007 stehen lediglich 11 Mio. Euro f\u00fcr Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Verf\u00fcgung. Der ForschungsVerbund Sonnenenergie empfiehlt eine Verdreifachung der Mittel auf mindestens 30 Mio. Euro pro Jahr. Im Rahmen solch eines erweiterten Forschungsbudgets sollten beispielsweise diese Themen dringend behandelt werden:<\/p>\n<p><b>F\u00fcr die Stromerzeugung<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Systemtechnische Untersuchungen der gesamten Konversionskette<\/li>\n<li>Integration von Bioenergieanlagen in intelligente Netze<\/li>\n<li>Innovative Konzepte zur Kraft-W\u00e4rme-Kopplung im kleinen Leistungsbereich<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>F\u00fcr die W\u00e4rmegewinnung<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr den Einsatz biogener Festbrennstoffe in Heizungsanlagen m\u00fcssen emissions\u00e4rmere Verbrennungsprozesse unter Vermeidung von Betriebsproblemen wie z. B: Verschmutzungen und Korrosionen erforscht werden. Sie m\u00fcssen kosteng\u00fcnstiger und technisch verl\u00e4sslicher werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>F\u00fcr die Kraftstoffgewinnung<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Weiterentwicklung des Polygenerationkonzepts zur gleichzeitigen Herstellung von Kraftstoff, W\u00e4rme und Strom.<\/li>\n<li>Systemtechnische Einbindung dieser Anlagen in die Gesamtheit der Energieversorgungsstrukturen<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Informationen<\/b><br \/>Weitere Forschungsvorhaben listet der FVS in seiner Stellungnahme zur Biomasseforschung auf, die Im Internet verf\u00fcgbar ist: <a href=\"http:\/\/www.fv-sonnenenergie.de\/Solarpolitik\/Solar-Argumente\/index.html\" >http:\/\/www.fv-sonnenenergie.de\/Solarpolitik\/Solar-Argumente\/index.html<\/a><\/p>\n<p><b>Hintergrund<\/b><br \/>Der ForschungsVerbund Sonnenenergie ist eine Kooperation au\u00dferuniversit\u00e4rer Forschungsinstitute. Das Themenspektrum reicht von Solarenergie \u00fcber Wasserstofftechnologie und Geothermie bis hin zur Windenergie. Mit etwa 1000 Mitarbeitenden repr\u00e4sentiert der FVS ungef\u00e4hr 80 % der Forschungskapazit\u00e4t f\u00fcr erneuerbare Energien in Deutschland.<br \/>FVS-Mitgliedsinstitute:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dlr.de\/\" >Deutsches Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt e.V.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.fz-juelich.de\/\" >Forschungszentrum J\u00fclich GmbH<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ise.fhg.de\/\" >Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme Freiburg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.gfz-potsdam.de\/\" >GeoForschungsZentrum Potsdam<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.hmi.de\/\" >Hahn-Meitner-Institut Berlin GmbH<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.isfh.de\/\" >Institut f\u00fcr Solarenergieforschung Hameln Emmerthal GmbH<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.iset.uni-kassel.de\/\" >Institut f\u00fcr Solare Energieversorgungstechnik e.V.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.zae-bayern.de\/\" >Bayerisches Zentrum f\u00fcr Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.zsw-bw.de\/\" >Zentrum f\u00fcr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-W\u00fcrttemberg<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Pressemitteilung ist <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070220-05\/pi_07.02_biomasse.pdf\" >hier<\/a> als PDF-Download verf\u00fcgbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Mitgliedsinstitute des ForschungsVerbunds Sonnenenergie (FVS) haben eine abgestimmte Forschungsstrategie zur Energieerzeugung aus Biomasse vorgelegt. 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