{"id":98642,"date":"2021-10-13T07:37:00","date_gmt":"2021-10-13T05:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=98642"},"modified":"2021-10-09T14:20:00","modified_gmt":"2021-10-09T12:20:00","slug":"netto-null-emissionen-sind-moglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/netto-null-emissionen-sind-moglich\/","title":{"rendered":"Netto-Null-Emissionen sind m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>Seit den fr\u00fchen 1950er Jahren haben synthetische Kunststoffe in fast alle Bereiche des Lebens Einzug gehalten, hierzu geh\u00f6ren Verpackungen, Transport, Geb\u00e4ude, und auch das Gesundheitswesen. Infolgedessen hat sich der Kunststoffverbrauch zwischen 1964 und 2014 verzwanzigfacht, von 15 auf 311 Millionen Tonnen pro Jahr. Eine zunehmende Verschmutzung der Umwelt mit Kunststoffm\u00fcll ist eine Folge, hinzu kommen der weltweite \u00d6lverbrauch und die mit der Produktion verbundenen Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Raoul Meys, Lehrstuhl f\u00fcr Technische Thermodynamik der RWTH Aachen, und Professor Andr\u00e9 Bardow, Lehrstuhl f\u00fcr Energie- und Prozesssystemtechnik der ETH Z\u00fcrich und ehemals RWTH, zeigen nun in einer Studie, dass durch eine Kombination aus Recycling, Biomassenutzung und Kohlenstoffabscheidung und -nutzung (CCU), sogenannte Netto-Null-THG-Emissionen von Kunststoffen erreicht werden k\u00f6nnen. Die Studie basiert auf einem neuen ganzheitlichen Modell der globalen Plastikproduktion und -entsorgung und wurde jetzt <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.abg9853\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">in der Zeitschrift <em>Science<\/em> vorgestellt<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Netto-Null bedeutet, dass alle durch Menschen verursachten THG-Emissionen wieder aus der Atmosph\u00e4re entfernt werden und somit die Klimabilanz Null betr\u00e4gt. Um Netto-Null-Emissionen zu erreichen, m\u00fcssen alle drei Kreislauftechnologien Recycling, Biomassenutzung sowie Kohlenstoffabscheidung und -nutzung verwendet werden. Zu den Strategien zur Verringerung der THG-Emissionen geh\u00f6ren die Dekarbonisierung der Energieversorgung in der Kunststofflieferkette von der \u00d6lf\u00f6rderung bis zur Kunststoffproduktion und der Ersatz fossiler Kohlenstoffinputs durch geschlossene Kreislauftechnologien wie chemisches und mechanisches Recycling, Biomassenutzung und Kohlenstoffabscheidung und -nutzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer optimalen Kombination kann der Energiebedarf der zirkul\u00e4ren Industrie so weit gesenkt werden, dass dieser um bis zu 53 Prozent im Vergleich mit einer fossilen Industrie mit umfangreicher Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) geringer ausf\u00e4llt. Zus\u00e4tzlich liegen die Betriebskosten f\u00fcr Netto-Null-Emissionen-Kunststoffe dabei in der gleichen Gr\u00f6\u00dfenordnung wie bei der linearen fossilen Produktion mit CCS und k\u00f6nnen unter vorteilhaften Bedingungen sogar deutlich reduziert werden. Auch wenn der geringere Energiebedarf zun\u00e4chst ungew\u00f6hnlich erscheinen mag, l\u00e4sst er sich durch Energieeinsparung \u00fcber den gesamten Lebenszyklus und Recycling begr\u00fcnden: Die fossil, bio- und CO2-basierenden Pfade k\u00f6nnen die in den Kunststoffen enthaltene Energie nur bei der Abfallverbrennung zur\u00fcckgewinnen, die unweigerlich zu Ineffizienzen f\u00fchrt und damit Energie verloren geht. Im Gegensatz dazu bewahrt das Recycling den Energiegehalt von Kunststoffen durch die Wiederverwendung und senkt damit den Nettoenergiebedarf. Um allerdings das maximale Kosteneinsparungspotenzial zu erreichen, m\u00fcssen Biomasse und CO2 kosteng\u00fcnstig zur Verf\u00fcgung stehen, die F\u00f6rderung und Bereitstellung von \u00d6l verteuert sowie Investmentanreize f\u00fcr das Recycling gesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Autoren zeigen, dass der Einsatz politischer Instrumente, um die Verf\u00fcgbarkeit von Kunststoffabf\u00e4llen als Ressource zu erh\u00f6hen und wirtschaftliche Anreize f\u00fcr verst\u00e4rkte Investitionen in die Biomasse- und CO2-Nutzung zu schaffen, den Weg zu Kunststoffen mit Netto-Null-Emissionen f\u00f6rdern kann. Damit k\u00f6nnte die Kreislaufwirtschaft die Produktionssysteme so umgestalten, dass durch die Entkopplung von fossilen Kohlenstoffressourcen, Kunststoffe mit Netto-Null-Emissionen bei geringerem Energiebedarf und geringeren Betriebskosten erreicht werden. Wirtschaftliches und \u00f6kologisches Wohlergehen w\u00e4ren so miteinander verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Raoul Meys<br>Tel.: +49 241 80 90477<br>E-Mail: <a href=\"mailto:raoul.meys@ltt.rwth-aachen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">raoul.meys@ltt.rwth-aachen.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit den fr\u00fchen 1950er Jahren haben synthetische Kunststoffe in fast alle Bereiche des Lebens Einzug gehalten, hierzu geh\u00f6ren Verpackungen, Transport, Geb\u00e4ude, und auch das Gesundheitswesen. Infolgedessen hat sich der Kunststoffverbrauch zwischen 1964 und 2014 verzwanzigfacht, von 15 auf 311 Millionen Tonnen pro Jahr. 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