{"id":9859,"date":"2007-03-02T00:00:00","date_gmt":"2007-03-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070302-07n"},"modified":"2007-03-02T00:00:00","modified_gmt":"2007-03-01T22:00:00","slug":"rapskuchen-ein-heimisches-eiweissfutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rapskuchen-ein-heimisches-eiweissfutter\/","title":{"rendered":"Rapskuchen &#8211; ein heimisches Eiwei\u00dffutter"},"content":{"rendered":"<p><b>Seit 1990 hat sich die Rapsanbaufl\u00e4che mit jetzt \u00fcber 1,5 Mio. ha in etwa verdoppelt. Durch die zunehmende Raps\u00f6lproduktion f\u00e4llt immer mehr Rapskuchen an, und mittlerweile existieren ca. 300 dezentrale \u00d6lpressen in Deutschland.<\/b><\/p>\n<p>\u00dcbersicht 1: Rapsverarbeitung in dezentralen \u00d6lpressen<br \/><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070302-07\/Rapskuchen_01.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Rapskuchen_01.jpg\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Als energiereiches Eiwei\u00dffuttermittel mit einem hohen nXP-Gehalt wird Rapskuchen in erster Linie an Rinder verf\u00fcttert, er l\u00e4sst sich aber auch in der Schweinef\u00fctterung einsetzen. Auch in Betrieben, die nach EU-\u00d6koverordnung wirtschaften, ist er noch zugelassen. <\/p>\n<p>F\u00fcr die H\u00f6he des Rapskuchen\u00adanteils in der Ration ist besonders der Fett- und Glucosinolatgehalt von Bedeutung. Je nach Abpressgrad und \u00d6lgehalt der Rapssaat kann der Fettgehalt enorm schwanken. Welche Fettgehalte in Abh\u00e4ngigkeit von der j\u00e4hrlichen Verarbeitungsmenge vorliegen, zeigt \u00dcbersicht 2. Je mehr Rapssaat pro Jahr in einer Anlage gepresst wird, desto mehr Raps\u00f6l wird prozentual gewonnen und desto geringer ist folglich der Restfettgehalt im Neben\u00adprodukt Rapskuchen.<\/p>\n<p>\u00dcbersicht 2: Verarbeitungsmenge und Fettgehalte im Rapskuchen<br \/><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070302-07\/Rapskuchen_2.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Rapskuchen_2.jpg\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Wer Rapskuchen kauft, sollte auf die Deklaration achten, die futtermittelrechtlich vorgeschrieben ist. Bei jeder Lieferung sind Rohprotein, Rohfett und Rohfaser anzugeben.<\/p>\n<p>Wenn der Fettgehalt steigt, \u00e4ndern sich nat\u00fcrlich auch andere Inhaltsstoffe des Rapskuchens. Deshalb ist es f\u00fcr die Rationsberechnung wichtig, den Futterwert zu kennen. Um mehr Informationen \u00fcber die Qualit\u00e4t von Rapskuchen zu bekommen, wurde in Deutschland im letzten Jahr ein Monitoring durchgef\u00fchrt. Im Mittel von 34 Proben lag der Fettgehalt bei 14,4 %, die Variationsbreite mit 8,4 bis 19,8 % war allerdings  enorm. Auch der Rohproteingehalt schwankte mit rd. 26 bis 31 % entsprechend, im Durchschnitt erreichte er 28,4 %.<\/p>\n<p>\u00dcbersicht 3: Rapskuchen-Monitoring 2006 (34 Proben)<sup>1)<\/sup><br \/><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070302-07\/Rapskuchen_3.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Rapskuchen_3.jpg\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/><sup>1)<\/sup>Angaben auf 90 % TM bezogen<\/p>\n<p>Bayerische Untersuchungen aus den Jahren 2004 und 2005 wiesen im Mittel von 57 Proben einen Fettgehalt von 18,3% auf &#8211;  mit H\u00f6chstwerten bis 22%.<\/p>\n<p>Einsatzbeschr\u00e4nkungen in der Schweinef\u00fctterung ergeben sich in erster Linie auf Grund des Glucosinolatgehaltes und z.T. auch auf Grund des Fettgehaltes, da die mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren (Polyens\u00e4uren) die Speckqualit\u00e4t verschlechtern k\u00f6nnen (weicher Speck). Glucosinolate (GSL) sind Senf\u00f6lverbindungen, die sich in h\u00f6heren Anteilen negativ auf die Futteraufnahme und die Schilddr\u00fcsenfunktion auswirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher enthielt Raps deutlich h\u00f6here Gehalte als heute, denn seit der Zucht von 00-Saat (erucas\u00e4urefrei und glucosinolatarm) ist der Gehalt an Glucosinolaten stark gesunken. Allerdings reichern sie sich im Rapskuchen durch den Fettentzug an, und durch die fehlende thermische Nach\u00adbehandlung enth\u00e4lt Rapskuchen etwa doppelt soviel wie Rapsschrot. F\u00fcr Schweine wird ein GSL-H\u00f6chstgehalt von 1 bis 2 mmol\/kg Mischfutter empfohlen. Ein aktueller Mastversuch der LWK Niedersachsen zeigt, dass mit 10% Rapskuchen sehr gute Leistungen zu erzielen sind.<\/p>\n<p>In der Milchviehf\u00fctterung liegen bisher kaum Ergebnisse aus Exaktversuchen vor. In K\u00f6llitsch f\u00fchrten 2,3 kg Rapskuchen pro Tag (bezogen auf Trockenmasse) mit 15% Fett im Vergleich zum protein\u00e4quivalenten Einsatz von Soja- bzw. Rapsschrot zu einer um ca. 10% h\u00f6heren Milchmenge und zu einem um ca.0,6% geringeren   Fett- bzw. um 0,3% geringeren   Eiwei\u00dfgehalt. Ma\u00dfgebend f\u00fcr die H\u00f6he der Rapskuchenmenge ist in erster Linie nicht der GSL-Gehalt (Rinder tolerieren mit ca. 5 mmol\/kg Futter deutlich mehr als Schweine), sondern der Fettgehalt. So sollten 4 bis 5% in der Trockenmasse der Gesamtration (Faustzahl: etwa 800 bis 1.000 g\/Tag) nicht \u00fcberschritten werden. Hier\u00adnach k\u00f6nnen sich durchaus Mengen von 2 bis ca. 2,5 kg\/Tag ergeben. Erw\u00e4hnens\u00adwert ist, dass Rapskuchen in diesen Gr\u00f6\u00dfenordnungen einen positiven Einfluss auf die Streichf\u00e4higkeit der Butter hat.<\/p>\n<p>Wie sieht es mit der Lagerf\u00e4higkeit aus? Wird der fettreiche Rapskuchen ranzig? Ein Versuch der bayerischen Landesanstalt in Grub zeigt, dass Kuchen mit 18% Fett   problemlos \u00fcber acht Wochen lose gelagert werden kann. Praxisbetriebe best\u00e4tigen, dass  bei trockener Lagerung weder Verklumpungen noch Schimmel auftreten. Allerdings ist die Rieself\u00e4higkeit unbefriedigend, wenn der Rapskuchen nicht mit anderen Komponenten vermischt ist.<\/p>\n<p>Wird die Preisw\u00fcrdigkeit allein auf der Basis von nXP und NEL kalkuliert, so d\u00fcrfte Rapskuchen mit 14% Fett rechnerisch etwa 16,80 \u20ac\/dt kosten, wenn Sojaschrot 20,00 \u20ac und Weizen 15,00 \u20ac\/dt kosten. Hiervon sind noch Abschl\u00e4ge f\u00fcr schwankende Inhaltsstoffe, Lagerung usw. in Ansatz zu bringen.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Andrea Meyer<br \/>Fachreferentin Futter, F\u00fctterung, Futtermittelrecht, Futterberatungsdienst e.V.<br \/>Telefon: 0511 3665-1479<br \/>Telefax: 0511 3665-1521<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/maschinenringe-dezentrale-lgewinnung-in-management-technik\/\" >2006-08-07<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokraftstoffe-weiter-auf-foerderung-angewiesen\/\" >2006-05-26<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Seit 1990 hat sich die Rapsanbaufl&auml;che mit jetzt &uuml;ber 1,5 Mio. ha in etwa verdoppelt. 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