{"id":9847,"date":"2007-03-05T00:00:00","date_gmt":"2007-03-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070305-08n"},"modified":"2007-03-05T00:00:00","modified_gmt":"2007-03-04T22:00:00","slug":"bbk-biokraftstoffe-sind-hoffnungstraeger-fuer-arme-laender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bbk-biokraftstoffe-sind-hoffnungstraeger-fuer-arme-laender\/","title":{"rendered":"BBK: Biokraftstoffe sind Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr arme L\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<p><b>Biospritexperten reagieren mit Unverst\u00e4ndnis auf irref\u00fchrende Artikel in den Massenmedien wie &#8220;Erntedank im Autotank&#8221; u.\u00e4., die zu zahlreichen Anfragen beim <a href=\"http:\/\/www.biokraftstoffe.org\/\" >Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V. (BBK)<\/a> und den angeschlossenen 12 weiteren Verb\u00e4nden gef\u00fchrt haben.<\/b> <\/p>\n<p>Der BBK m\u00f6chte daher folgende Darstellungen richtig stellen: <\/p>\n<ul>\n<li>1. Biodiesel und Pflanzen\u00f6l aus Raps, die mit mehr als 3,8 Mio t Gesamtproduktion 90% der heutigen deutschen Biokraftstoffbranche ausmachen und 13% des gesamten deutschen Dieselverbrauchs betragen, werden aus klimapolitischer Sicht journalistisch unausgewogen und negativ dargestellt. Gleiches gilt f\u00fcr Bioethanol aus Getreide. Man scheint zu vergessen, dass Biodiesel, Pflanzen\u00f6l und auch Bioethanol CO<sub>2<\/sub>-neutral sind, d.h. keine Zusatzbelastung an CO<sub>2<\/sub>  f\u00fcr die Atmosph\u00e4re bringen. Somit sind sie insbesondere im Verkehrsbereich die effektivsten Klimaschutzma\u00dfnahmen unserer heutigen Zeit.\n<\/li>\n<li>2. Die morgigen Kraftstoffe Bio-Erdgas, Synthese- und Enzymkraftstoffe, die auch mit Hochdruck von Seiten des BBK zus\u00e4tzlich in den Markt gebracht werden sollen, sind zwar vom Potenzial und der Gesamtenergiebilanzbetrachtung her \u00fcberlegen, aber leider technologisch noch nicht so ausgereift, dass sie die jetzigen Biokraftstoffe nur ann\u00e4hernd in den n\u00e4chsten 10 Jahren quantitativ erg\u00e4nzen k\u00f6nnen. Nur Bioerdgas k\u00f6nnte mit seiner hervorragenden Energie- und Fl\u00e4chenbilanz mit der vorhandenen Technologie umgehend gro\u00dfe Erdgasimporte substituieren. F\u00fcr eine gro\u00dftechnische Umsetzung fehlen aber noch die gesetzlichen Voraussetzungen.\n<p>Um Biodiesel, Pflanzen\u00f6l und Bioethanol kommt man aufgrund ihrer vorhandenen Struktur in keinem Fall herum, wenn man es mit dem Klimaschutz ernst meint! <br \/>Nebenbei betrachtet, haben Biodiesel und Pflanzen\u00f6l in Deutschland zum Aufbau von mehr als 100.000 Jobs beigetragen.<\/p>\n<\/li>\n<li>3. Tortillas kontra Biosprit: In einigen Artikeln wird dem Leser suggeriert, dass Biosprit den Hunger und die Armut in den Entwicklungsl\u00e4ndern sch\u00fcrt. So soll die verst\u00e4rkte Bioethanolproduktion in den USA der Grund f\u00fcr enorme Preiserh\u00f6hungen f\u00fcr Lebensmittel in Mexiko \u2013 wie den Tortillas \u2013 und damit armutsf\u00f6rdernd sein. Auch diese Aussage ist falsch!\n<p>Biokraftstoffe haben mit Sicherheit einen Einfluss auf die Nachfrage nach Getreide und \u00d6lpflanzen am Markt und erh\u00f6hen die Preise. Diese Tendenz ist aus entwicklungspolitischer Sicht jedoch positiv zu sehen, da vor allem Millionen von Kleinbauern endlich ausk\u00f6mmliche Preise f\u00fcr ihre Produkte erhalten, um ihre Familien zu ern\u00e4hren. Dieses betrifft vor allem Millionen von Kleinbauern in Mexiko, die mehr als froh \u00fcber die Biokraftstoffentwicklung sind. Sie k\u00f6nnen jetzt endlich ihre fr\u00fcher aufgrund zu niedriger Getreidepreise nicht bewirtschafteten \u00c4cker bestellen.<\/p>\n<p>In Tansania\/ Afrika sind z.B. bis vor kurzem 2\/3 der gesamten landwirtschaftlichen Fl\u00e4che gar nicht bewirtschaftet worden, weil die billigen Getreidepreise dieses nicht erlaubten. Die Folge war die Landflucht der Kleinbauern mit Entstehung von Slums in den Vorst\u00e4dten in S\u00fcdamerika, Mexiko, Afrika und nahezu allen Entwicklungsl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Eine konsequente gesetzliche \u00dcberwachung von Importen, wie sie in den aktuellen bundesdeutschen Gesetzen festgelegt ist, muss trotzdem baldm\u00f6glichst umgesetzt werden. Unser Verband \u00fcberwacht schon heute die Lieferstr\u00f6me seiner Mitglieder, um Importe aus \u00f6kologisch bedenklichen Regionen zu vermeiden. Urwaldrodungen und Brandrodungsgebiete sind f\u00fcr uns schon lange Ausschlusskriterien. Weltweit ist die Urwaldrodung, die ma\u00dfgeblich aufgrund des Raubbaus an Tropenholz geschehen ist, nahezu durch den <a href=\"http:\/\/www.wwf.de\/\" >World Wide Fund for Nature (WWF)<\/a> und die Weltbank gestoppt worden. Biokraftstoffe waren nie der vordringliche Grund daf\u00fcr. Trotzdem sch\u00fctzen wir schon heute unsere Mitglieder gegen solche Gefahren durch eine Zertifizierung der Importstr\u00f6me.<\/p>\n<p>Wie bei dem deutschen B\u00e4cker betr\u00e4gt der Kostenanteil des Getreides am Gesamtpreis des Brotes gerade mal 6-7%. Viel anders sieht das Verh\u00e4ltnis bei den Tortillas auch nicht aus. Mindestens 80% der Differenzmargen d\u00fcrften auch hier bei den Gro\u00dfb\u00e4ckereien und Handelsketten bleiben. Sie finden immer Gr\u00fcnde nach deftigen Preiserh\u00f6hungen und versuchen dieses geschickt der Presse zu kommunizieren.<\/p>\n<p>Aufgrund der jahrelangen internationalen Erfahrungen der Verbandsmitglieder, auch in der Kontrolle von Biokraftstoffimporten, konnte man den \u00fcberaus positiven Effekt von Biokraftstoffen auf die l\u00e4ndliche Entwicklung in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt feststellen. Wer den Entwicklungsl\u00e4ndern das einzige, was sie verkaufen k\u00f6nnen, nimmt \u2013 und das sind oft Biokraftstoffvorprodukte \u2013 schadet den \u00c4rmsten der Armen.<\/p>\n<p>Biokraftstoffe, wie Pflanzen\u00f6l und Bioethanol, stellen f\u00fcr viele arme L\u00e4nder weltweit die einzige wirtschaftliche Hoffnung dar und sind seit vielen Jahren ein Schwerpunkt deutscher Entwicklungshilfe. Dieses sollte auch zuk\u00fcnftig so bleiben, da es dort, wo Biokraftstoffe erzeugt werden, keinen Hunger mehr gibt, denn durch die in gro\u00dfen Mengen verf\u00fcgbaren Getreide und Pflanzen\u00f6le sind die Nahrungsmittelpreise niedrig.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Peter Schrum, Pr\u00e4sident<br \/>Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V.<br \/>Zum Wasserwerk 12<br \/>D-15537 Erkner<\/p>\n<p>Tel.: +49 (0) 3362 \/ 8859 100<br \/>Fax: +49 (0) 3362 \/ 8859 110<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@biokraftstoffe.org\">info@biokraftstoffe.org<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/dbv-positive-entwicklung-bei-bioenergie-verstetigen\/\" >2007-02-23<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biospritbranche-fegt-getreidemaerkte-leer\/\" >2007-02-22<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mexiko-bioethanolproduktion-macht-nahrungsmittel-fuer-arme-bevoelkerung-unerschwinglich\/\" >2007-01-30<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vdb-mit-biodiesel-10-millionen-tonnen-cosub2sub-einsparen\/\" >2007-02-23<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biospritexperten reagieren mit Unverst&auml;ndnis auf irref&uuml;hrende Artikel in den Massenmedien wie &#8220;Erntedank im Autotank&#8221; u.&auml;., die zu zahlreichen Anfragen beim Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft-<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9847","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9847"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9847\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9847"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}