{"id":9812,"date":"2007-03-19T00:00:00","date_gmt":"2007-03-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070319-03n"},"modified":"2007-03-19T00:00:00","modified_gmt":"2007-03-18T22:00:00","slug":"acetyliertes-holz-auf-erfolgskurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/acetyliertes-holz-auf-erfolgskurs\/","title":{"rendered":"Acetyliertes Holz auf Erfolgskurs"},"content":{"rendered":"<p><b><a href=\"http:\/\/www.accoya.info\/\" >Titan Wood<\/a> hat von der Niederl\u00e4ndischen Regierung den Zuschlag f\u00fcr die Materiallieferung zum Bau von zwei Schwerlastbr\u00fccken in der Provinz Friesland erhalten. Aus dem Auswahlverfahren ging Accoya\u2122- Holz als Sieger hervor.<\/b><\/p>\n<p>Die auch f\u00fcr den Schwerlastverkehr befahrbaren Br\u00fccken werden bei Sneek die Autobahn A7 mit einer Spannweite von 40m und einer H\u00f6he von 20m \u00fcberqueren. Die erste Br\u00fccke soll im Sommer 2008, die zweite in 2009 fertiggestellt sein. Entwurf und Planung stammen von den holl\u00e4ndischen Architekten Hans Achterbosch (Achterbosch Architectuur, Leeuwarden), Alex van den Beld und Haiko Meijer (Onix architecten, Groningen). Die konstruktiven Elemente des Holzbauprojekts werden vollst\u00e4ndig aus Accoya\u2122-Leimbinder hergestellt.<\/p>\n<p>Die Br\u00fccken sind weltweit die ersten, die aus langlebigem acetyliertem Holz ausgef\u00fchrt werden und k\u00f6nnen somit als Referenzobjekte dem Material zum Durchbruch auch im konstruktiven Holzbau verhelfen. &#8220;Bisher lagen die wesentlichen Einsatzbereiche von Accoya\u2122 im Bau von Fensterrahmen, T\u00fcren, Fassendenverkleidungen und Terrassendeckes. Das Material bietet hier eine vollwertige Alternative zu Hart- bzw. Tropenh\u00f6lzern. Die Br\u00fcckenbauten zeigen, dass sich das Material auch und gerade f\u00fcr konstruktive Projekte eignet, bei denen ein optimales Verh\u00e4ltnis von Tragf\u00e4higkeit und Gewicht erforderlich ist. Hier kann es sogar Stahl und Beton ersetzen. Insgesamt er\u00f6ffnen sich damit v\u00f6llig neue Marktsegmente&#8221;, meint Bert Kattenbroek, Sales and Marketing Manager bei Titan Wood.<\/p>\n<p>&#8220;Mehrere unabh\u00e4ngige europ\u00e4ische Forschungsinstitute waren im Vorfeld der Vergabe beauftragt, die Tauglichkeit des Materials eingehend zu pr\u00fcfen&#8221;, teilt Sieds Hoitinga, Projektleiter bei der Provinz Friesland, mit. &#8220;Aufgrund der nachweislich hohen Dimensionsstabilit\u00e4t, Dauerhaftigkeit und UV-Resistenz konnte sich Accoya\u2122 gegen\u00fcber den anderen getesteten Baustoffen durchsetzen. Dar\u00fcber hinaus eignet sich das Material speziell f\u00fcr das Laminieren gro\u00dfer Abschnitt von bis zu 1.080x 1.400mm. Weitere Ausschlag gebende Kriterien waren die nicht toxischen Merkmale von Accoya\u2122 sowie die Herstellung aus nachhaltigem Holz.&#8221;<\/p>\n<p>Die Acetylierung ver\u00e4ndert die Zellstruktur des Holzes und somit seine Eigenschaften. Unbehandeltes Holz enth\u00e4lt eine Vielzahl an chemischen Gruppen, so genannte freie Hydroxyl-Gruppen. Sie nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab, gem\u00e4\u00df den klimatischen Bedingungen, denen das Holz ausgesetzt ist. Mikroskopisch gesehen, ver\u00e4ndert die Acetylierung die Hydroxyl-Gruppen in den Zellw\u00e4nden auf sehr effektive Weise, indem sie sie in Acetyl-Gruppen \u00fcberf\u00fchrt werden. Dies geschieht mittels einer Essigs\u00e4ureanhydrid-Reaktion.<\/p>\n<p>In verd\u00fcnnter Form kennt man diese Essigs\u00e4ureverbindung als normalen K\u00fcchenessig. Damit die Reaktion in voller St\u00e4rke ablaufen kann, ist ein niedriger Feuchtigkeitsgehalt des Holzes erforderlich. Die entstandenen Acetyl-Gruppen verhalten sich hydrophob. Somit ist die Wasseraufnahmef\u00e4higkeit des Holzes stark herabgesetzt und die Dimensionsstabilit\u00e4t hat sich deutlich verbessert. Zugleich k\u00f6nnen die modifizierten Holzzellen nicht durch Enzyme zersetzt werden. Das hei\u00dft, Mikroorganismen und Holz sch\u00e4digende Insekten k\u00f6nnen acetyliertes Holz nicht verdauen bzw. &#8220;erkennen&#8221; es erst gar nicht als Nahrung.<\/p>\n<p>Titan Wood stellt das innovative, extrem widerstandsf\u00e4hige Material im patentierten Verfahren der Acetylierung in einer eigenen Anlage im niederl\u00e4ndischen Arnheim her. Produziert werden hier k\u00fcnftig 30.000 m<sup>3<\/sup> pro Jahr; f\u00fcr das Projekt sollen rund 1.200 m<sup>3<\/sup> bereitgestellt werden. Der Gro\u00dfauftrag wird als Meilenstein auf dem Erfolgskurs von Accoya\u2122 gewertet. Das Unternehmen hat diesen Prozess der Holzveredelung in langj\u00e4hriger Forschungsarbeit weiter entwickelt, so dass acetyliertes Holz nun erstmals in gro\u00dftechnischem Ma\u00dfstab produziert werden kann. <\/p>\n<p>Titan Wood rechnet mit einer rasch ansteigenden Nachfrage insbesondere von kommunalen Bautr\u00e4gern. Wie das global t\u00e4tige Unternehmen mitteilt, gibt es bereits Gespr\u00e4che mit der Chilenischen Regierung. Im Rahmen eines Nachhaltigkeitsprogramms ist hier der Bau von \u00fcber 50 Br\u00fccken in der Region Interlagos geplant.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holzmodifizierung-neue-perspektiven-fuer-die-verwendung-von-holz\/\" >2005-09-22<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/chemisch-modizifiertes-holz-widerstandsfaehig-gegen-regen-und-uv-strahlen\/\" >2003-05-26<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Titan Wood hat von der Niederl&auml;ndischen Regierung den Zuschlag f&uuml;r die Materiallieferung zum Bau von zwei Schwerlastbr&uuml;cken in der Provinz Friesland erhalten. 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