{"id":9794,"date":"2007-01-05T00:00:00","date_gmt":"2007-01-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070105-05n"},"modified":"2007-01-05T00:00:00","modified_gmt":"2007-01-04T22:00:00","slug":"mais-fuer-biogasanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mais-fuer-biogasanlagen\/","title":{"rendered":"Mais f\u00fcr Biogasanlagen"},"content":{"rendered":"<p><b>Biogas boomt und damit auch der Bedarf, ausreichend Biomasse in m\u00f6glichst naher Entfernung zur Anlage zu produzieren. Betriebswirtschaftliche Berechnungen bescheinigen dem Mais eine kosteng\u00fcnstige Produktion, sodass er zurzeit mit Abstand der am h\u00e4ufigsten eingesetzte nachwachsende Rohstoff in Biogasanlagen ist. Bew\u00e4hrte Technik, sowohl bei der Aussaat, Ernte und Silierung sprechen ebenfalls f\u00fcr seinen Einsatz in Biogasanlagen.<\/b><\/p>\n<p>Eine ausschlie\u00dfliche Ausrichtung auf den Maisanbau f\u00fcr die Beschickung von Biogasanlagen findet h\u00e4ufig allerdings wenig Akzeptanz in der \u00d6ffentlichkeit. Die positive Einstellung in der Bev\u00f6lkerung zur Produktion von Strom aus Biomasse droht zu kippen, wenn kleinr\u00e4umig \u00fcberwiegend nur noch Maisanbau stattfinden sollte. Gleichwohl ist auch Schreckensszenarien entgegenzuwirken, wo von Maisw\u00fcsten mit entsprechenden Umweltbelastungen die Rede ist. <\/p>\n<p>Bereits in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts konnte dem Maisanbau bei fachlich guter Praxis ein auch in Wasserschutzgebieten gutes, d.h. wenig umweltbelastendes Zeugnis ausgestellt werden.<\/p>\n<p>Statt Monokultur sollte der Mais in \u00f6konomisch, aber auch \u00f6kologisch sinnvolle Fruchtfolgen integriert werden. Seitens der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wird seit 2004 u.a. durch die Mitwirkung in unterschiedlichen Projekten daran gearbeitet, alternative Fruchtarten und Fruchtfolgen zur Produktion von Biomasse f\u00fcr den Einsatz in Biogaslagen in unserem Land zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diesbez\u00fcglich werden erste Ergebnisse in K\u00fcrze vorgestellt.<\/p>\n<p><b>Wie sollte &#8220;die&#8221; Biomassesorte aussehen<\/b><\/p>\n<p>Auch im Verlaufe des Jahres 2006 sind seitens der Wissenschaft noch keine konkreten Aussagen zur sortenspezifischen Gasausbeute erfolgt. Daher ist nach wie vor der Trockenmasseertrag sicherlich das ausschlaggebende Kriterium bei der Sortenwahl. <\/p>\n<p>Ertrag alleine reicht jedoch nicht; es muss auch in ung\u00fcnstigen Jahren eine sichere Abreife gew\u00e4hrleistet sein, wobei die Pflanzen zum Zeitpunkt der Ernte \u00fcber eine noch vitale Restpflanze verf\u00fcgen sollten, um insgesamt eine hohe Verdaulichkeit aufzuweisen. Damit der Mais mit ca. 30 bis 34% Trockenmassegehalt beerntet werden kann, sollte nicht die Restpflanze Abreifeerscheinungen mit der Folge zunehmender Lignineinlagerung aufweisen, sondern es muss eine entsprechende Kolbenreife vorhanden sein. <\/p>\n<p>Nur auf diese Weise kann gew\u00e4hrleistet sein, dass ein gut silierbares Erntegut eingefahren wird und im Normalfall kein Sickersaftaustritt stattfindet. Die Sorten sollten also neben hohem Ertrag und sicherer Abreife auch eine verhaltene Abreife, sogenannte &#8220;stay greenTypen&#8221;, aufweisen. Dies schafft die Voraussetzungen, dass bei der Beerntung von ca. 225 Hektar Mais f\u00fcr eine 500 KW-Anlage ein etwas weiteres Erntezeitfenster vorhanden ist, ohne dass die Zunahme im TM-Gehalt am Ende zu rasch voranschreitet.<\/p>\n<p><b>Mais-Sortenpr\u00fcfungen zur Biomasseproduktion<\/b><\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Euphorie im Hinblick auf den Anbau sehr sp\u00e4t abreifender Sorten ist nach dem Anbaujahr 2005 wieder etwas gebremst worden, nachdem viele Best\u00e4nde zu fr\u00fch geerntet wurden und erhebliche Probleme bei der Silobef\u00fcllung mit einhergehenden Sickersaftproblemen auftraten. <\/p>\n<p>Es ist unseres Erachtens bei vielen Biogasanlagenbetreibern der Trend hin zu Sorten mit sicherer Abreife festzustellen. Das Jahr 2006 zeigte insbesondere auf den trockenheitsgef\u00e4hrdeten Standorten auf, dass bei der Sortenwahl nicht in jedem Fall die Erzielung maximaler Ertr\u00e4ge, sondern auch eine m\u00f6glichst hohe Ertragssicherheit unter den jeweiligen Standortverh\u00e4ltnissen Kauf und Anbau entscheidend sein kann.<\/p>\n<p>2006 haben die Landwirtschaftskammern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wiederum auf ausgew\u00e4hlten Standorten Maissortenpr\u00fcfungen f\u00fcr die Nutzung zur Biomasseproduktion f\u00fcr die Beschickung von Biogasanlagen durchgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Dabei wurden neben etablierten Sorten, die sich bereits in der Rindviehf\u00fctterung, aber auch f\u00fcr die F\u00fctterung der &#8220;Betonkuh&#8221; bew\u00e4hrt haben, auch neue Sorten bzw. Neuz\u00fcchtungen getestet. Insgesamt wurden 24 Sorten in einer fr\u00fchen Gruppe mit einer Siloreifezahl bis S 270 und 11 Sorten in einer sp\u00e4ten Gruppe (] S 270) getestet. <\/p>\n<p>Dabei wurden nicht alle Sorten auch auf allen Standorten gepr\u00fcft, so dass die Aussagekraft einzelner Sortenergebnisse mit abnehmender Standortzahl entsprechend eingeschr\u00e4nkt zu bewerten ist. Ferner ist zu erw\u00e4hnen, dass die Sorte Aarley lediglich nur zum zweiten Erntetermin gepr\u00fcft wurde; dadurch sind die Ergebnisse nicht direkt mit denen der \u00fcbrigen Sorten vergleichbar. <\/p>\n<p>Als Vergleichssorte und Bezugsgr\u00f6\u00dfe wurde Gavott in der fr\u00fchen und sp\u00e4ten Gruppe mitgepr\u00fcft. Beide Gruppen wurden zu jeweils zwei Ernteterminen, d.h. bei ca. 28-30% TM-Gehalt und bei 31-33% TM-Gehalt beerntet. Beim zweiten Termin der fr\u00fchen Gruppe wurden die sp\u00e4ten Sorten zum fr\u00fchen Schnitttermin geh\u00e4ckselt.<\/p>\n<p>Insgesamt fanden die Pr\u00fcfungen auf f\u00fcnf Standorten statt, wobei drei in Niedersachsen und jeweils ein Standort in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein angelegt wurden. Bedingt durch die au\u00dfergew\u00f6hnliche Fr\u00fchsommertrockenheit wurden die Best\u00e4nde in Merfeld (Kreis Coesfeld, NRW) und in L\u00fcchow-Trabuhn (Kreis L\u00fcchow-Dannenberg, Nds.) stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass keine aussagekr\u00e4ftigen Ergebnisse gewonnen werden konnten.<\/p>\n<p><b>Sortenempfehlungen\/ Fazit<\/b><\/p>\n<p>Solange noch keine verl\u00e4sslichen Aussagen zu sortenspezifischen Gasausbeuten getroffen werden k\u00f6nnen, wird f\u00fcr die Nutzungsrichtung Biomasseanbau die herk\u00f6mmliche Sortenbewertung nicht auf den Kopf gestellt. Trockenmasseertrag und Abreife sind zurzeit die entscheidenden Beurteilungskriterien. Z\u00fcchterisch wird intensiv weiter an noch ertragreicheren Sorten gearbeitet. Bei sich abzeichnenden klimatischen Ver\u00e4nderungen sollten allerdings auch weitere Merkmale, wie z.B. Trockenheitstoleranz, in der Z\u00fcchtung mit einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Mais wird in naher Zukunft sicherlich die dominierende Kultur zur Biomasseerzeugung bleiben. Um die \u00f6ffentliche Akzeptanz f\u00fcr die Energieproduktion vom Acker nicht zu gef\u00e4hrden, wird es darauf ankommen, den Mais in \u00f6konomisch und \u00f6kologisch sinnvoller Weise anzubauen. Fruchtfolgen und die Einbindung alternativer Fruchtarten sind dabei wichtige Ansatzpunkte.<\/p>\n<p>Ein ausf\u00fchrlicher Bericht ist auf den Seiten der <a href=\"http:\/\/www.lwk-niedersachsen.de\/index.cfm\/portal\/2\/nav\/74\/article\/8033.html\" >Landwirtschaftskammer Niedersachsen<\/a> zu finden.<\/p>\n<p><b>Kontakt:<\/b><br \/>Carsten Rieckmann<br \/>Gr\u00fcnland und Futterbau<br \/>Telefon: 0511 3665-1357<br \/>Telefax: 0511 3665-1500<\/p>\n<p>Dr. Matthias Benke<br \/>Leiter Fachbereich Gr\u00fcnland und Futterbau<br \/>Telefon: 0441 801-420<br \/>Telefax: 0441 801-432<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/niedersachsen-biogaserzeugung-wird-etablierter-betriebszweig\/\" >2006-11-02<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mais-sortenspiegel-aktualisiert\/\" >2006-11-03<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biogas boomt und damit auch der Bedarf, ausreichend Biomasse in m&ouml;glichst naher Entfernung zur Anlage zu produzieren. 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