{"id":97728,"date":"2021-09-29T07:28:00","date_gmt":"2021-09-29T05:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=97728"},"modified":"2021-09-28T14:26:43","modified_gmt":"2021-09-28T12:26:43","slug":"alternativer-beton-fur-grunes-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/alternativer-beton-fur-grunes-bauen\/","title":{"rendered":"Alternativer Beton f\u00fcr gr\u00fcnes Bauen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_algen_und__0\"><strong>Algen und Granit statt Stahl und Beton<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ganz ohne Beton kommt ein Bauverfahren aus, das Thomas Br\u00fcck, Professor f\u00fcr Synthetische Biotechnologie an der TU M\u00fcnchen, gemeinsam mit dem M\u00fcnchener Start-up TechnoCarbon entwickelt hat. Es nutzt nat\u00fcrlichen Granit, den ein Wasserstrahlschneider in Scheiben von wenigen Millimetern bis einigen Zentimetern zerlegt. Diese werden mit d\u00fcnnen Schichten aus Carbonfasern verklebt. Durch die Verbindung von druckfestem Naturstein mit zugfesten Fasern entsteht ein Material, das nach Angaben von TechnoCarbon eine h\u00f6here Festigkeit als Metall hat \u2013 und das bei einer \u00e4hnlichen Dichte wie Aluminium. Die Elastizit\u00e4t (&#8220;E-Modul&#8221;) lasse sich &#8220;in weiten Grenzen&#8221; durch Faserrichtung und -st\u00e4rke einstellen, und zwar im Bereich zwischen Aluminium und h\u00e4rtestem Stahl.Anzeige<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/width\/610\/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/3\/1\/6\/6\/6\/2\/0\/tr_thomas_bru_ck_im_algentechnikum2-a52f45118b5e7fd9.jpeg\" alt=\"\"\/><figcaption>Thomas Br\u00fcck im Algentechnikum der TU M\u00fcnchen. LEDs simulieren verschiedenste Lichtsituationen, damit die Algen wachsen k\u00f6nnen. Aus ihnen lassen sich Carbonfasern gewinnen, die Stahlarmierungen ersetzen k\u00f6nnen.(Bild:&nbsp;Andreas Heddergott \/ TUM)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Carbonfasern k\u00f6nnen umweltfreundlich aus Salzwasseralgen hergestellt werden, die in Bioreaktoren gehalten und mit Kohlendioxid gef\u00fcttert werden \u2013 etwa aus einer Brauerei. In einer langen Prozesskaskade, die Br\u00fcck mit seinem Team entwickelt hat, wird aus den Algen unter anderem Glycerin gewonnen, aus dem sich Polyacrylnitril herstellen l\u00e4sst \u2013 ein Vorl\u00e4ufer klassischer Carbonfasern. Da nur sehr d\u00fcnne Faserschichten ben\u00f6tigt werden und der Granit selbst g\u00fcnstig ist, sei das fertige Produkt potenziell recht preiswert. &#8220;Im aktuellen Stadium sind wir allerdings noch nicht kompetitiv&#8221;, sagt Br\u00fcck. Derzeit werden die Algen im Labor in einem 500-Liter-Kessel gehalten. Die Partner suchen noch nach Investoren f\u00fcr einen Niedrigenergiehaus-Prototyp.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/3\/1\/6\/6\/6\/2\/0\/Algentechnikum-TUM-4eb3178b07347670.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/width\/610\/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/3\/1\/6\/6\/6\/2\/0\/Algentechnikum-TUM-4eb3178b07347670.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><figcaption>Schauplatz der neuen Technologie: das Algentechnikum der TU M\u00fcnchen.(Bild:&nbsp;Andreas Heddergott \/ TUM)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>F\u00fcr gegossene Anwendungen ist der Granit-Algen-Mix allerdings nicht geeignet, wie Br\u00fcck einr\u00e4umt. Doch auch ohne Granit k\u00f6nnen Carbonfasern helfen, klimafreundlicher zu bauen: Bei Stahl-Armierungen muss Beton oft unn\u00f6tig dick aufgetragen werden, um den Stahl vor Korrosion zu sch\u00fctzen. Schon vor gut zehn Jahren entstanden in Deutschland die ersten Br\u00fccken aus Carbon-Beton. Dresdner Forscher errichten gerade mit dem &#8220;Cube&#8221; das erste Haus aus diesem Werkstoff.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_leichtbeton_mit__1\"><strong>Leichtbeton mit eingebauter Isolierung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Leichterer Beton erspart idealerweise nicht nur St\u00fctzmaterial und damit Zement \u2013 er kann auch mehrere Funktionen auf einmal \u00fcbernehmen, etwa die W\u00e4rmeisolierung. Forscher der TU Berlin und der Bundeswehruni M\u00fcnchen haben einen Beton entwickelt, dem statt Sand und Kies Bl\u00e4hton und Bl\u00e4hglas beigemischt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch sei es m\u00f6glich, die Anforderungen der Energieeinsparverordnung nach Angaben der Bundeswehruni ohne zus\u00e4tzliches Isoliermaterial zu erf\u00fcllen. Das erspare zus\u00e4tzliche Arbeitsschritte und erleichtert das sp\u00e4tere Recycling, weil die W\u00e4nde nur noch aus einem Material bestehen. Derzeit muss jedes Projekt, das mit diesem Leichtbeton gebaut wird, von jedem einzelnen Bundesland gepr\u00fcft und genehmigt werden. Die Macher bem\u00fchen sich derzeit um eine generelle bauaufsichtliche Zulassung.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen \u00e4hnlichen Ansatz verfolgt die HTWK Leipzig. Bei ihr werden &#8220;Aerogele&#8221; von BASF dem Beton beigemischt \u2013 por\u00f6se D\u00e4mmstoffe auf mineralischer Basis oder aus Polyurethan. Auch sie werden im Cube in Dresden erprobt. Dessen Au\u00dfenw\u00e4nde sind nur noch 27 Zentimeter dick.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_bakterien__2\"><strong>Bakterien heilen Beton<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter bekommt jeder Beton Risse. Forscher der TU Delft haben Bakterien entwickelt, die Kalkstein produzieren, wenn sie mit Luft und Wasser in Kontakt kommen. Dadurch verschlie\u00dfen sie Risse wieder. Die Bakterien k\u00f6nnen frischem Beton zugemischt oder in einer Reparatur-Fl\u00fcssigkeit auf Risse aufgetragen werden. Das Produkt ist unter dem Namen &#8220;Basilisk Concrete&#8221; bereits kommerziell erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Forscher des Worcester Polytechnic Institute haben sich bei den menschlichen Enzymen umgeschaut. F\u00fcndig wurden sie bei der \u03b1-Carboanhydrase, die in roten Blutk\u00f6rperchen die Umwandlung von Kohlendioxid in Kohlens\u00e4ure (H\u2082CO<sub>3<\/sub>) katalysiert, um es leichter im K\u00f6rper transportieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wird das Enzym Beton beigemischt, erzeugt es im Kontakt mit der Luft Kalkstein, der die Risse f\u00fcllt. Nach Angaben der Forscher k\u00f6nne man die Lebensdauer von Geb\u00e4uden auf diese Weise um 20 bis 80 Jahre verl\u00e4ngern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Algen und Granit statt Stahl und Beton Ganz ohne Beton kommt ein Bauverfahren aus, das Thomas Br\u00fcck, Professor f\u00fcr Synthetische Biotechnologie an der TU M\u00fcnchen, gemeinsam mit dem M\u00fcnchener Start-up TechnoCarbon entwickelt hat. Es nutzt nat\u00fcrlichen Granit, den ein Wasserstrahlschneider in Scheiben von wenigen Millimetern bis einigen Zentimetern zerlegt. Diese werden mit d\u00fcnnen Schichten aus [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Um den CO2-Aussto\u00df in der Baubranche zu senken, muss neuer Beton her. 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