{"id":9764,"date":"2007-01-18T00:00:00","date_gmt":"2007-01-17T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070118-02n"},"modified":"2007-01-18T00:00:00","modified_gmt":"2007-01-17T22:00:00","slug":"verbraucherzentrale-teureres-brot-euphorische-rapsbauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/verbraucherzentrale-teureres-brot-euphorische-rapsbauern\/","title":{"rendered":"Verbraucherzentrale: Teureres &#8220;Brot&rdquo;, euphorische Rapsbauern"},"content":{"rendered":"<p><b>Steigende Lebensmittelpreise erwartet der <a href=\"http:\/\/www.vzbv.de\/\" >Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)<\/a> angesichts der starken Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen. Zum Auftakt der Internationalen Gr\u00fcnen Woche in Berlin warnte vzbv-Chefin Edda M\u00fcller vor verbraucherpolitischen Fehlentscheidungen bei der F\u00f6rderung der Bioenergie.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Eine Turbolandwirtschaft, um den viel zu hohen Treibstoffbedarf im Verkehr zu stillen, ist eine Sackgasse&#8221;, so M\u00fcller. In der Euphorie \u00fcber den Landwirt als Energiewirt d\u00fcrfe die Agrarwirtschaft nicht die Fehler der klassischen Agrarpolitik wiederholen. &#8220;Sonst droht die gleiche Abw\u00e4rtsspirale aus Massenproduktion, Preisverfall, Industrialisierung der Landwirtschaft und \u00f6kologischer Ver\u00f6dung.&#8221;<\/p>\n<p>Die energetische Nutzung von Biomasse ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Verringerung der Abh\u00e4ngigkeiten von Energieimporten. Es bedarf dazu einer intelligenten Strategie, die Wertsch\u00f6pfung im l\u00e4ndlichen Raum schafft und neue Importabh\u00e4ngigkeiten verhindert. <\/p>\n<p>Nach Ansicht des vzbv sollte Bioenergie vor allem zur Strom- und W\u00e4rmegewinnung genutzt werden. &#8220;Abfallprodukte aus der Forst- und Agrarwirtschaft dezentral in Strom und W\u00e4rme umzuwandeln, macht uns von Energieimporten unabh\u00e4ngiger und ist klimapolitisch sinnvoll.&#8221;<\/p>\n<p>Den zunehmenden Anbau energiereicher Pflanzen zur Erzeugung von Biodiesel oder Bioethanol sieht der vzbv kritisch. &#8220;Die Pflicht zur Beimischung von Biodiesel zu Treibstoffen legt die zuk\u00fcnftige Entwicklung der deutschen Landwirtschaft in die Hand der gro\u00dfen Mineral\u00f6lkonzerne, die weltweit auf Einkaufstour f\u00fcr Bioenergie gehen.<\/p>\n<p>Der steigende Einsatz von Biodiesel f\u00fchrt deshalb bereits in Entwicklungsl\u00e4ndern zu Problemen. Der Anbau von Palm\u00f6l f\u00fcr Biokraftstoffe etwa ist in Indonesien mit der Zerst\u00f6rung von Urw\u00e4ldern verbunden. Au\u00dferdem f\u00fchrt er zur Konkurrenz um Fl\u00e4chen f\u00fcr den Anbau von Lebensmitteln. Importe von Biokraftstoffen oder Rohstoffen f\u00fcr ihre Erzeugung sollten daher an klar definierte Bedingungen gekn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>vzbv-Chefin M\u00fcller forderte eine verst\u00e4rkte F\u00f6rderung von Biokraftstoffen der zweiten Generation. Hierunter versteht man Biokraftstoffe, die durch Vergasung von Biomasse und anschlie\u00dfende Syntheseschritte produziert werden. Anders als bei Biodiesel sind hierbei keine hochwertigen Feldfr\u00fcchte wie Raps, R\u00fcben oder Gerste erforderlich, sondern es k\u00f6nnen Holz oder pflanzliche Abf\u00e4lle verwendet werden. Das verspricht eine deutlich h\u00f6here Energieausbeute und g\u00fcnstigere Treibhausbilanzen. Au\u00dferdem ist die Produktion nicht mit den Problemen der Intensivlandwirtschaft verbunden.<\/p>\n<p><b>H\u00f6here Lebensmittelpreise: Bioenergie und Fleischkonsum als Preistreiber<\/b><br \/>Angesichts der gro\u00dfen Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen erwartet der vzbv k\u00fcnftig steigende Lebensmittelpreise. &#8220;Damit sich die Konkurrenz zwischen &#8220;Brot und Energie&#8221; nicht unn\u00f6tig versch\u00e4rft, brauchen wir eine gr\u00f6\u00dfere Wertsch\u00f6pfung bei Lebensmitteln, etwa durch den Bioanbau&#8221;, sagte vzbv-Vorstand Edda M\u00fcller. <\/p>\n<p>Wenn heute die wachsende Nachfrage nach Biolebensmitteln durch die deutsche Landwirtschaft nicht gedeckt werden kann, sei dies ein Zeichen einer verfehlten deutschen Agrarpolitik. Druck auf die Lebensmittelpreise gehe zudem vom stark steigenden Fleischkonsum in Asien aus: Hierdurch w\u00e4chst die Nachfrage nach Getreide und anderen Futtermitteln.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.vzbv.de\/\" >Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. &#8211; (vzbv)<\/a><br \/>&#8220;Pillbox&#8221; \u2013 Markgrafenstra\u00dfe 66<br \/>Besuchereingang: Kochstra\u00dfe 22<br \/>10969 Berlin<br \/>Tel.: 030\/25800-0<br \/>Fax: 030\/25800-218<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@vzbv.de\">info@vzbv.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/lebensmittelindustrie-schieflage-durch-foerderung-der-pflanzenkraftstoffe\/\" >2006-10-25<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungszentrum-karlsruhe-weniger-fleisch-mehr-bioenergie\/\" >2004-10-04<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Steigende Lebensmittelpreise erwartet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) angesichts der starken Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen. 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