{"id":9760,"date":"2007-01-21T00:00:00","date_gmt":"2007-01-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070121-03n"},"modified":"2007-01-21T00:00:00","modified_gmt":"2007-01-20T22:00:00","slug":"pflanzliche-proteine-fuer-arzneimittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzliche-proteine-fuer-arzneimittel\/","title":{"rendered":"Pflanzliche Proteine f\u00fcr Arzneimittel"},"content":{"rendered":"<p><b>Dank neuester Forschungen haben sich die Aussichten, arzneimittelproduzierende Pflanzen zu entwickeln, weiter verbessert. Im Zuge dieser Forschung ist es Wissenschaftlern gelungen, Pflanzen zu erzeugen, deren Samen einen hohen Anteil an komplexen Proteinen \u00e4hnlich unseren Antik\u00f6rpern enthalten.<\/b><\/p>\n<p>Die vom fl\u00e4mischen interuniversit\u00e4ren Institut f\u00fcr Biotechnologie (<a href=\"http:\/\/www.vib.be\/\" >VIB<\/a>) in Belgien geleitete und \u00fcber das EU-Projekt <a href=\"http:\/\/www.pharma-planta.org\/\" >Pharma-Planta<\/a> gef\u00f6rderte Studie wurde online in den &#8220;<a href=\"http:\/\/www.pnas.org\/\" >Proceedings of the National Academy of Sciences<\/a>&#8221; ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n<p>Derzeit verwendet man Bakterien, Hefen oder genetisch ver\u00e4nderte tierische Zellen zur Erzeugung von menschlichen Proteinen wie bspw. Antik\u00f6rpern f\u00fcr die Arzneimittelherstellung. Diese Antik\u00f6rper k\u00f6nnen sowohl f\u00fcr therapeutische als auch f\u00fcr diagnostische Zwecke eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Einerseits sind diese Methoden der Arzneimittelherstellung erfolgreich, doch dem stehen auf der anderen Seite hohe Herstellungskosten gegen\u00fcber, da man gut ausgestattete Laboratorien ben\u00f6tigt und hohe Personalkosten f\u00fcr die Z\u00fcchtung und Beobachtung der Tierzellkulturen anfallen. <\/p>\n<p>Seit vielen Jahren versuchen Wissenschaftler, Pflanzen genetisch derart zu ver\u00e4ndern, dass diese die gew\u00fcnschten Proteine erzeugen. Pflanzen k\u00f6nnen gro\u00dffl\u00e4chig und ohne Hightech-Ausr\u00fcstung angebaut werden, was die Produktionskosten in der Folge drastisch senken k\u00f6nnte. Lange Zeit waren die Wissenschaftler allerdings lediglich in der Lage, 1 Prozent der Pflanzenproteine durch das gew\u00fcnschte Protein zu ersetzen. <\/p>\n<p>Vor einigen Jahren gelang es einer Forschergruppe des VIB, eine Pflanze so zu ver\u00e4ndern, dass der gew\u00fcnschte Antik\u00f6rper in den Samen der Pflanzen erzeugt wurde. Die Methode, bei der die Pflanze Samen hervorbrachte, deren Gesamtproteingehalt zu mehr als einem Drittel aus dem gew\u00fcnschten Protein bestand, konnte als voller Erfolg verbucht werden.<\/p>\n<p>Abgesehen von dem h\u00f6heren Ertrag, verf\u00fcgen die Samen gegen\u00fcber anderen Pflanzenteilen \u00fcber weitere Vorteile. Im Gegensatz zu den Bl\u00e4ttern bspw. k\u00f6nnen Samen \u00fcber einen langen Zeitraum gelagert werden, ohne dass das enthaltene Protein an Wirkkraft verliert. Das bedeutet, dass eine Reserve auf Vorrat gehalten werden kann, bis das Protein tats\u00e4chlich ben\u00f6tigt wird. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070121-03\/20070116_3.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"20070116_3.jpg\"\/> <b>Schaumkressen oder Arabidopsis als idealer Arzneimittellieferant<\/b><br \/>Jetzt hat ein Forscherteam des VIB die Forschung auf diesem Gebiet weiter vorangetrieben und Arabidopsis-Pflanzen entwickelt, deren Samen einen hohen Anteil an noch komplexeren Antik\u00f6rpern enthalten. Der Antik\u00f6rper hat gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit dem im menschlichen K\u00f6rper vorkommenden \u00c4quivalent, das Zellen vor einer Hepatitis-A-Infektion sch\u00fctzt. Ferner haben Tests ergeben, dass der von der Pflanze erzeugte Antik\u00f6rper in seiner Wirksamkeit dem normalen menschlichen Antik\u00f6rper in nichts nachsteht. <\/p>\n<p>Nach Aussage des Hauptverfassers Bart Van Droogenbroeck besteht ein gro\u00dfes Interesse an Pflanzen, die f\u00e4hig sind, einen hohen Anteil an komplexeren Antik\u00f6rpern zu erzeugen. &#8220;Jetzt, wo wir wissen, dass es machbar ist, werden wir die Forschung in diese Richtung weitertreiben&#8221;, \u00e4u\u00dferte er sich gegen\u00fcber CORDIS-Nachrichten. Den Forschern geht es vor allem darum, Pflanzen zur Erzeugung von Proteinen, die aufgrund ihrer Komplexit\u00e4t nicht von Mikroben oder Pilzen gebildet werden k\u00f6nnen, zu entwickeln. <\/p>\n<p>Einige Forscher des Pharma-Planta-Konsortiums arbeiten an der Entwicklung von Pflanzen, die Antik\u00f6rper gegen HIV oder Tollwut produzieren. Ziel der Forschungspartner ist es, ausreichend Material zu produzieren, um klinische Versuche einzuleiten. Da es sich um genetisch ver\u00e4nderte Pflanzen handelt, arbeiten die Projektpartner eng mit den Regulierungsbeh\u00f6rden zusammen, um jegliche Bedenken hinsichtlich der Biosicherheit aus dem Weg zu r\u00e4umen.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/arzneimittelproduktion-mit-hilfe-neuer-technologien\/\" >2006-04-20<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Dank neuester Forschungen haben sich die Aussichten, arzneimittelproduzierende Pflanzen zu entwickeln, weiter verbessert. 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