{"id":9758,"date":"2007-01-21T00:00:00","date_gmt":"2007-01-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070121-04n"},"modified":"2007-01-21T00:00:00","modified_gmt":"2007-01-20T22:00:00","slug":"flachs-und-hanfschaeben-alternative-im-leichtbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/flachs-und-hanfschaeben-alternative-im-leichtbau\/","title":{"rendered":"Flachs- und Hanfsch\u00e4ben &#8211; Alternative im Leichtbau"},"content":{"rendered":"<p><b>Bei stetig steigenden Preisen f\u00fcr Holz und Sp\u00e4ne werden f\u00fcr die Holzwerkstoffindustrie alternative Rohstoffe zunehmend interessanter. Die Sch\u00e4ben von Flachs und Hanf stellen eine vielseitige Option dar, denn sie reduzieren zugleich das Gewicht der Platten. Bereits heute sind Leichtbauplatten aus Sch\u00e4ben dieser einj\u00e4hrigen Pflanzen erh\u00e4ltlich: Ein deutscher Hersteller bietet Platten aus Hanfsch\u00e4ben an, Flachssch\u00e4ben werden vornehmlich in Frankreich, Belgien und in den Niederlanden als Bau- und Werkstoff eingesetzt.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070121-04\/01_Leichte-Mobelplatte_Hanf_Gahle_klein.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"01_Leichte-Mobelplatte_Hanf_Gahle_klein.jpg\"\/><b>Leichtbauplatten<\/b><br \/>Die Dichte der Sch\u00e4benplatten liegt mit 0,30 \u2013 0,34 kg\/dm<sup>3<\/sup> unter der H\u00e4lfte einer konventionellen Holzspanplatte und bietet neben der Gewichtsreduzierung auch bessere D\u00e4mmeigenschaften. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem erzeugt dieser harzfreie Werkstoff von Natur aus keine Formaldehydemissionen. Die Verarbeitung erfolgt mit den \u00fcblichen Werkzeugen, die Platten k\u00f6nnen problemlos postforming-beschichtet, beschnitten, bekantet und verschraubt werden. <\/p>\n<p>M\u00f6belbauer fertigen daraus unter anderem die modernen, breiten Wangen und \u00fcber 50 mm starke Regalb\u00f6den, in die die Befestigungssysteme &#8220;unsichtbar&#8221; eingelassen werden k\u00f6nnen, was bei Schaum- oder Wabenplatten so nicht ohne weiteres m\u00f6glich ist. Auch das Anfahren von Kanten entspricht den unkomplizierten Verfahren von konventionellen Spanplatten.<\/p>\n<p>Flachssch\u00e4benplatten werden jeweils in Belgien und in den Niederlanden in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab produziert. Zurzeit verarbeiten die f\u00fchrenden Hersteller zusammen ca. 48.000 t Flachssch\u00e4ben zu Plattenwerkstoffen. In geringem Umfang (< 10%) gelangen diese Platten auch auf den deutschen Markt. \n\nHanfplatten bietet in Mitteleuropa nur ein Hersteller an (<a href=\"http:\/\/www.valentin-hws.de\/\" >Valentin\/ Kosche Gruppe<\/a>). Die Platten sind teilweise bei Gro\u00dfh\u00e4ndlern lagerm\u00e4\u00dfig erh\u00e4ltlich. Im Jahr 2005 gingen ca. 100 m<sup>3<\/sup> in den Verkauf. Im Jahr 2006 wird mehr als eine Verdopplung angestrebt, dazu werden dann voraussichtlich 100 t Hanfsch\u00e4ben verarbeitet.<\/p>\n<p>Als Halbzeug kostete die Sch\u00e4benplatte noch vor kurzem etwa das Dreifache einer konventionellen Spanplatte, da die Sch\u00e4ben-Erzeuger bei den heutigen, kleinen Mengen ca. 200 \u2013 250 Euro je Tonne verlangen m\u00fcssen. Durch Optimierungen im Fertigungsprozess und gleichzeitige Verteuerung der Holz-Rohstoffe ist es jedoch in kurzer Zeit gelungen, nur noch etwa 20-30% \u00fcber dem Preis der konventionellen Spanplatte zu liegen. <\/p>\n<p>Als fertig beschichtete Platte mit HPL-Oberfl\u00e4che verringert sich der Preisunterschied noch weiter. Unter Ber\u00fccksichtigung der Vorteile bei Transport und Handling, insbesondere bei den derzeit modernen, immer dickeren Arbeitsplatten, lassen sich weitere Kosten auf den nachgelagerten Verarbeitungsebenen reduzieren. Au\u00dferdem ist davon auszugehen, dass ein langfristig gesicherter Vertragsanbau in gro\u00dfem Stil, wie dies f\u00fcr die Holzwerkstoffindustrie erforderlich w\u00e4re, den Rohstoffpreis weiter reduzieren kann. <\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4tsanforderungen der Plattenhersteller an die eingesetzten Sch\u00e4ben sind dabei sehr hoch: Sie legen gr\u00f6\u00dften Wert auf reine, helle Sch\u00e4ben ohne Verunreinigungen wie zum Beispiel Sand und Kurzfasern. Die Feuchte sollte bei Anlieferung zwischen 8 und 10% liegen. Ein logistisches Problem ist das ganzj\u00e4hrige und unter Umst\u00e4nden kurzfristige Abrufen von gro\u00dfen Rohstoffmengen, was eine entsprechende Lagerhaltung sowohl bei den Sch\u00e4ben-Produzenten, wie auch bei den Plattenherstellern voraussetzt. <\/p>\n<p>Auf der <a href=\"http:\/\/www.eiha.org\/\" >EIHA-Konferenz<\/a> 2006 in H\u00fcrth\/ Rheinland wurde bekannt, dass \u00e4hnliche Produkte aus China bereits in gr\u00f6\u00dferen Mengen unter der Bezeichnung &#8220;AgroBoard&#8221; unter anderem nach S\u00fcdafrika exportiert werden, ohne dass der K\u00e4ufer speziell auf die Hanfsch\u00e4ben als Rohstoffbasis hingewiesen wird. <\/p>\n<p>Zum Ende des Jahres 2006 hat auch die <a href=\"http:\/\/www.steico.de\/\" >Steico AG<\/a> eine Produktneuheiten aus Hanfsch\u00e4ben und Hanffasern auf den Markt gebracht: <a href=\"http:\/\/www.steico.com\/download\/pdf\/products\/steico_datenblatt_0040_01.pdf?PHPSESSID=bd6122dff91de8b042b3b685421d537c\" >STEICOcanaroof<\/a>, eine D\u00e4mmstoffplatten mit einer Nennwert W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit &#955;D [W \/ ( m * K )] 0,040 und einer Rohdichte von ca. 90 kg\/m<sup>3<\/sup>. Die ben\u00f6tigten Sch\u00e4ben fallen im Unternehmen intern bei der Aufbereitung der Fasern an, aus denen bereits reine Hanffaser-D\u00e4mmstoffe produziert werden. Da der Verkaufsstart gerade erst erfolgt ist, bleibt die umgesetzte Menge zun\u00e4chst offen, ggf. werden kurzfristig Sch\u00e4ben zugekauft.<\/p>\n<p><b>M\u00e4rkte und Ausblick<\/b><br \/>Das neue \u00f6konomische Interesse an Hanf ist neben der Papierindustrie heute auch schon in der Holwerkstoffindustrie sichtbar. Beide Branchen leiden unter den hohen Holzpreisen und verschlechterten Verf\u00fcgbarkeiten \u2013 vor allem wegen der Nachfrage des Energiesektors nach Holz &#8211; und sind daher auf der Suche nach alternativen Rohstoffen. <\/p>\n<p>Verschiedene Unternehmen aus Kanada und Europa \u00e4u\u00dferten auf der EIHA-Konferenz 2006 erstmalig seit Jahrzehnten konkretes Interesse an gro\u00dffl\u00e4chigem Hanfanbau zur Produktion von Leichtbauplatten. Dabei wurde auch die M\u00f6glichkeit der Nutzung der gesamten Hanfpflanze (Fasern und Sch\u00e4ben) diskutiert. Ohne vorherigen Faseraufschluss halten Experten Preise von deutlich unter 100 \u20ac\/t f\u00fcr realistisch.<\/p>\n<p>Hier wird eine sehr dynamische Entwicklung erwartet: Die Platten aus Hanf- oder Flachssch\u00e4ben konkurrieren einerseits mit den preiswerten Massenprodukten, wie Spanplatten und leichten Holzwerkstoffplatten, andererseits gibt es vielf\u00e4ltige Einsatzbereiche. Der h\u00f6here Preis gegen\u00fcber den konventionellen Holzwerkstoffen ist unbestritten gegenw\u00e4rtig ein Hemmnis, es wird aber erwartet, dass speziell in diesem Segment der Kostendruck nachl\u00e4sst, aufgrund der aktuell hohen Holzpreise, sowie durch weitere Verfahrensoptimierungen in dieser neuen (bzw. neu entdeckten) Technologie.<\/p>\n<p>Ohnehin sind die Potenziale f\u00fcr leichte Werkstoffe riesig: \u00dcberall dort, wo mit Leichtbau Energie gespart und Transportkapazit\u00e4ten erh\u00f6ht werden k\u00f6nnen, also in der Luftfahrt, im Schiffsbau, bei Schienfahrzeugen, PKW, Nutzfahrzeuge und Caravans, k\u00f6nnten leichte Sch\u00e4benplatten konventionelle Holzwerkstoffe und teilweise auch gesch\u00e4umte Kunststoffe (meist relativ teures und etwas schwereres Polypropylen) ersetzen. <\/p>\n<p>Angesichts steigender Bedeutung des Bauens im Bestand liegen weitere, gro\u00dfe Zukunftsm\u00e4rkte f\u00fcr den Leichtbau in Ausbauelementen und leichten Trennw\u00e4nde, die ohne zus\u00e4tzliche Ert\u00fcchtigung bestehender Decken und Tragwerke im Altbau eingesetzt werden k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Beitrag ist am 12. Januar 2007 im Holz-Zentralblatt Nr. 2 auf Seite 70 erschienen und steht <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20070121-04\/Seite70.pdf\" >hier zum Download<\/a> bereit (PDF-Dokument, ca. 2,5 MB).<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/novaeiha-hanfindustrie-weltweit-auf-expansionskurs\/\" >2006-12-19<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/natureplus-neu-zertifizierte-daemmstoffe\/\" >2006-04-26<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/weltneuheit-zur-zow-2005-die-neue-leichtbauplatte-von-resopal-aus-hanf\/\" >2005-02-25<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Bei stetig steigenden Preisen f&uuml;r Holz und Sp&auml;ne werden f&uuml;r die Holzwerkstoffindustrie alternative Rohstoffe zunehmend interessanter. 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