{"id":9712,"date":"2007-02-07T00:00:00","date_gmt":"2007-02-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20070207-03n"},"modified":"2007-02-07T00:00:00","modified_gmt":"2007-02-06T22:00:00","slug":"alternativen-zur-verwendung-von-glycerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/alternativen-zur-verwendung-von-glycerin\/","title":{"rendered":"Alternativen zur Verwendung von Glycerin"},"content":{"rendered":"<p><b>Bis 2010 beabsichtigt die Europ\u00e4ische Union, die Produktion von Biodiesel auf rund acht Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern. Doch der vermeintlich \u00d6ko-Kraftstoff birgt ein Problem in sich, die weitestgehend unbekannt ist. Pro Tonne Biodiesel fallen 100 Kilogramm Glycerin an &#8211; an sich ein wertvoller Rohstoff.<\/b><\/p>\n<p>Das bedeutet jedoch: bei acht Millionen Tonnen Biodiesel w\u00fcrden allein in Europa rund 800.000 Tonnen Glycerin produziert werden. Der gesamte Weltjahresbedarf bel\u00e4uft sich aktuell allerdings nur auf rund 500.000 Tonnen und die traditionellen Anwendungsgebiete in der Kosmetik-, Nahrungs-, Genussmittel- und Pharmaindustrie sind weitgehend ausgesch\u00f6pft. Da auch Entsorgung oder Endlagerung keine Alternative darstellen, stellt sich die Frage: Wohin mit dem Rohstoff Glycerin?<\/p>\n<p>Am <a href=\"http:\/\/www.chemietechnik.uni-dortmund.de\/\" >Fachbereich Bio- und Chemieingenieurwesen der Universit\u00e4t Dortmund<\/a> sucht ein Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. rer. nat. Arno Behr nach Alternativen, um die immensen Glycerin-\u00dcbersch\u00fcsse einer wirtschaftlichen Verwendung zuzuf\u00fchren. Unterst\u00fctzt vom <a href=\"http:\/\/www.bmelv.de\/\" >Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz<\/a> und dem Industriepartner <a href=\"http:\/\/www.cognis.com\/\" >Cognis Oleochemicals<\/a> wollen die Forscher Verfahren erarbeiten, mit denen f\u00fcr den Rohstoff neue Einsatzgebiete erschlossen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hierbei werden in vier Projekten zwei unterschiedliche L\u00f6sungsans\u00e4tze verfolgt. In den ersten beiden Projekten wird Glycerin in Synthesereaktionen eingesetzt. Bei der Oxidation in Gegenwart geeigneter Katalysatoren wie Gold oder Palladium entsteht eine vielf\u00e4ltige Produktpalette von interessanten chemischen Feinprodukten wie zum Beispiel Oxals\u00e4ure. Bei der Carbonylierung des Glycerins &#8211; der katalytischen Reaktion mit Kohlenstoffmonoxid &#8211; streben die Dortmunder Chemieingenieure die Synthese der Bernstein &#8211; und Glutars\u00e4ure an, die zu Kunststoffen weiter verarbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die beiden anderen Projekte basieren auf schon bekannten Verfahren. Hier versuchen die Wissenschaftler, diese Verfahren zu verbessern, um so selektiv auf die gew\u00fcnschten Endprodukte zugreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Glycerintelomere werden durch katalytische Umsetzung von Glycerin mit Butadien hergestellt. Diese Substanzen haben ein gro\u00dfes Potenzial zur Synthese von Tensiden, den Hauptbestandteilen von Waschmitteln. Da sich im Rahmen der Glycerin-Telomerisation verschiedene Produkte bilden k\u00f6nnen, versuchen die Dortmunder Wissenschaftler, mit Hilfe der Katalyse und der Verfahrenstechnik selektiv bestimmte Tensidrohstoffe herzustellen.<\/p>\n<p>Auch bei der Glycerionoligomerisation handelt es sich um ein bew\u00e4hrtes Verfahren, Glycerinoligomere werden beispielsweise in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie eingesetzt. Bei dieser Reaktion k\u00f6nnen eine ganze Reihe verschiedener Oligomere entstehen. Wirtschaftlich besonders interessant sind jedoch die kurzkettigen Oligomere. Daher suchen die Dortmunder Chemieingenieure geeignete Katalysatoren, um diese m\u00f6glichst selektiv herstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei allen Projekten ist es das Ziel der Wissenschaftler, die Verfahren schon im Labor so zu gestalten, dass sie sp\u00e4ter im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab problemlos umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8220;Hierzu werden die Reaktionen von uns in so genannten Miniplants durchgef\u00fchrt.&#8221; so Projektleiter Prof. Arno Behr: &#8220;das sind quasi Chemieanlagen im Miniaturma\u00dfstab, die aber \u00fcber alle charakteristischen Eigenschaften einer gro\u00dfen Produktionsanlage verf\u00fcgen.&#8221;<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Prof. Dr. rer. nat. Arno Behr<br \/><a href=\"http:\/\/www.chemietechnik.uni-dortmund.de\/\" >Universit\u00e4t Dortmund &#8211; Fachbereich Bio- und Chemieingenieurwesen<\/a><br \/>Tel: 0049-(0)231-755-2310<br \/>Fax: 0049-(0)231-755-2311<br \/>E-mail: <a href=\"mailto:behr@bci.uni-dortmund.de\">behr@bci.uni-dortmund.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sensation-am-energiesektor-verstromung-von-g-phase-einem-abfallprodukt-der-biodieselproduktion-gelingt\/\" >2006-12-18<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/frost-sullivan-neue-chancen-fr-den-europischen-glycerin-markt\/\" >2006-09-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Bis 2010 beabsichtigt die Europ&auml;ische Union, die Produktion von Biodiesel auf rund acht Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern. 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