{"id":9645,"date":"2006-12-13T00:00:00","date_gmt":"2006-12-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20061213-01n"},"modified":"2006-12-13T00:00:00","modified_gmt":"2006-12-12T22:00:00","slug":"dena-btl-realisierungsstudie-in-berlin-vorgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/dena-btl-realisierungsstudie-in-berlin-vorgestellt\/","title":{"rendered":"DENA: BtL-Realisierungsstudie in Berlin vorgestellt"},"content":{"rendered":"<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20061213-01\/e749a526c8.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"e749a526c8.jpg\"\/><b>Biokraftstoffe der zweiten Generation wie &#8220;Biomass to Liquid&#8221; (BtL) sind technisch machbar und eine der vielversprechendsten Optionen im Kraftstoffbereich. Das belegt die heute in Berlin vorgestellte BtL-Realisierungsstudie, die von der <a href=\"http:\/\/www.dena.de\/\" >Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena)<\/a> geleitet und von einem Konsortium aus Industrie und Politik in Auftrag gegeben wurde.<\/b><\/p>\n<p>Demnach w\u00e4re in Deutschland ausreichend Biomasse f\u00fcr die gro\u00dftechnische BtL-Produktion vorhanden, um 20 Prozent des heutigen Kraftstoffverbrauchs zu decken. Bis zum Jahr 2030 liege das technische Potenzial sogar bei bis zu 35 Prozent, dabei sei allerdings die zu erwartende Konkurrenz bei der Nutzung der Biomasse mit den Bereichen Strom, W\u00e4rme und Chemie nicht ber\u00fccksichtigt. Die Kosten f\u00fcr die Produktion von einem Liter BtL-Kraftstoff lassen sich laut Studie auf unter 80 Cent senken, wenn die vorhandenen Optimierungspotenziale ausgesch\u00f6pft werden.<\/p>\n<p>Der heutige Stand der Technologie erlaubt die Realisierung erster gro\u00dftechnischer Anlagen zur BtL-Produktion, die f\u00fcr die Wahrung und den Ausbau der technologischen Spitzenposition Deutschlands auf diesem Gebiet von entscheidender Bedeutung sein wird. Parallel sorgen weitere Forschung, Entwicklung und Demonstration f\u00fcr die Umsetzung identifizierter Optimierungspotenziale und die Minderung der verbleibenden Risiken, so das Fazit der Studie.<\/p>\n<p>&#8220;Biokraftstoffe sind bisher und auf absehbare Zeit die einzige erneuerbare Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Sie k\u00f6nnen einen wichtigen Beitrag f\u00fcr Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wertsch\u00f6pfung im l\u00e4ndlichen Raum leisten&#8221;, erl\u00e4uterte Clemens Neumann, Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten und Nachwachsende Rohstoffe im Bundeslandwirtschaftsministerium. <\/p>\n<p>Daher habe sich die Bundesregierung mit den Regelungen des Biokraftstoffquoten-Gesetzes das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 einen Biokraftstoffanteil von acht Prozent am gesamten Kraftstoffabsatz zu erreichen. Dabei w\u00fcrden die Biokraftstoffe der zweiten Generation, wie etwa BtL, zunehmend in den Vordergrund r\u00fccken. Diese k\u00f6nnten in Zukunft einen wesentlichen Teil des deutschen Kraftstoffbedarfs decken \u2013 und das vor allem mit Rohstoffen aus nachhaltig produzierenden einheimischen Land- und Forstwirtschaftsbetrieben.<\/p>\n<p>&#8220;BtL erweist sich als eine der aussichtsreichsten Technologien zum Einsatz erneuerbarer Energien im Kraftstoffbereich&#8221;, betonte Dr. Thomas Schlick, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). &#8220;Dank ihres gro\u00dfen Potenzials zur CO<sub>2<\/sub>-Einsparung und Effizienzsteigerung k\u00f6nnen BtL-Kraftstoffe entscheidend dazu beitragen, die Klimabilanz des Verkehrs deutlich weiter zu verbessern.&#8221; <\/p>\n<p>Aufgrund der Tatsache, dass BtL-Kraftstoffe vollst\u00e4ndige Kompatibilit\u00e4t mit heutigen und k\u00fcnftigen Motorengenerationen aufweisen, k\u00f6nnten sie ohne technische Anpassungen in herk\u00f6mmlichen Motoren zum Einsatz kommen \u2013 und das sofort, betonte Schlick. Deshalb unterst\u00fctzten Automobilhersteller seit Jahren die Entwicklung und Produktion von BtL-Kraftstoffen. &#8220;Die Ergebnisse der heute vorgestellten Studie zeigen, dass die deutsche Automobilindustrie mit ihrem BtL-Engagement auf das richtige Pferd gesetzt hat&#8221;, so der VDA-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Mit der Studie seien die Grundlagen f\u00fcr die Realisierung einer gro\u00dftechnischen BtL-Produktion in Deutschland erarbeitet worden, erl\u00e4uterte Stephan Kohler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der dena. Ausgegangen wurde von einer Anlage, die rund eine Million Tonnen Biomasse pro Jahr verarbeitet. Potenzielle Investoren k\u00f6nnten anhand der Studie die Chancen und Risiken der gro\u00dftechnischen BtL-Produktion besser einsch\u00e4tzen. Der Politik w\u00fcrden wichtige Anhaltspunkte \u00fcber den weiteren F\u00f6rderbedarf und die Schaffung geeigneter gesetzlicher und fiskalischer Rahmenbedingungen gegeben. <\/p>\n<p>&#8220;Die bis 2015 beschlossene Steuerbeg\u00fcnstigung des BtL-Kraftstoffs ist von zentraler Bedeutung, aus heutiger Sicht jedoch nicht ausreichend. Eine zeitlich befristete weitere F\u00f6rderung \u00fcber 2015 hinaus ist daher geboten&#8221;, betonte Kohler.<\/p>\n<p>In der Studie wurden exemplarisch Biomassebeschaffungskonzepte f\u00fcr die Standorte Gelsenkirchen, Heilbronn, Leuna, Ludwigshafen, Wismar gepr\u00fcft. Die Standorte unterscheiden sich sowohl im Biomasseumfeld (landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich) als auch in der Infrastruktur (Binnenland, Flusshafen, Seehafen). Alle F\u00fcnf erf\u00fcllen die grunds\u00e4tzlichen Anforderungen \u2013 das hei\u00dft insbesondere, dass ausreichend Biomasse im Umland verf\u00fcgbar ist oder g\u00fcnstig angeliefert werden kann. Erhebliche Synergieeffekte lassen sich durch die Integration der BtL-Produktion in bestehende Raffinerie- und Chemiewerke erzielen.<\/p>\n<p>Von f\u00fcnf untersuchten BtL-Technologievarianten erwiesen sich alle als grunds\u00e4tzlich geeignet. &#8220;Mit Blick auf m\u00f6glichst nachhaltige Produktionsverfahren sind weitere Anstrengungen in eine technologieoffene Forschung und Entwicklung erforderlich&#8221;, bekr\u00e4ftigte Dr. Klaus Picard, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des <a href=\"http:\/\/www.mwv.de\/\" >Mineral\u00f6lwirtschaftsverbandes (MWV)<\/a>. Optimierungspotenziale gebe es vor allem beim Wirkungsgrad der Kraftstoffsynthese. Auch die Zahl der Stunden, in denen die Anlagen dienstbereit zur Verf\u00fcgung stehen, k\u00f6nne noch erh\u00f6ht werden. &#8220;Voraussetzung f\u00fcr eine Realisierung ist ein robuster Business Case&#8221;, so Picard.<\/p>\n<p>Anders als bei herk\u00f6mmlichem Biodiesel k\u00f6nnen bei der BtL-Technologie verschiedene pflanzliche Rohstoffe vollst\u00e4ndig verwertet werden, von Holz- und Bioabf\u00e4llen bis hin zu eigens f\u00fcr die Kraftstofferzeugung angebauten Energiepflanzen. In Pilotanlangen wurden bisher verschiedene Herstellungsverfahren getestet. Dabei wird die Biomasse erst in ein Synthesegas umgewandelt. Dieses Gas wird gereinigt und im anschlie\u00dfenden Syntheseschritt zu fl\u00fcssigem Kraftstoff verarbeitet. Pro Hektar lassen sich so bis zu 4.000 Liter BtL-Kraftstoff gewinnen.<\/p>\n<p><b>Zusammenfassung der BtL-Realisierungsstudie Seite<\/b><\/p>\n<p>Auftraggeber und Finanziers der BtL-Realisierungsstudie sind: <a href=\"http:\/\/www.vda.de\/\" >Verband der Automobilindustrie (VDA)<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.basf.de\/\" >BASF AG<\/a>,  <a href=\"http:\/\/www.deutschebp.de\/\" >Deutsche BP AG<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.total.de\/\" >TOTAL Deutschland GmbH<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.lurgi.de\/\" >Lurgi AG<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.choren.de\/\" >Choren Industries GmbH<\/a>. Die <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<\/a> unterst\u00fctzte das Projekt mit Mitteln der <a href=\"http:\/\/www.bmelv.de\/\" >Bundesministerien f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)<\/a>, f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.bmvbs.de\/\" >Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)<\/a> sowie f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.bmu.de\/\" >Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)<\/a>. Die verschiedenen Studienteile wurden von unabh\u00e4ngigen Fachinstituten und Unternehmen erstellt (<a href=\"http:\/\/www.lbst.de\/\" >Ludwig B\u00f6lkow Systemtechnik GmbH<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.fichtner.de\/\" >Fichtner GmbH &#038; Co. KG<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.roedl.de\/\" >R\u00f6dl &#038; Partner GbR<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nordlb.de\/\" >NORD\/LB<\/a>). Die dena leitete und koordinierte das Projekt.<\/p>\n<p>Download <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20061213-01\/BtL_Realisierungsstudie.pdf\" >BtL Realisierungsstudie<\/a> (Zusammenfassung) (PDF-Dokument, 861 KB). <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fnr-focus-on-btl-fuels\/\" >2006-07-14<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/btl-biokraftstoff-der-zukunft\/\" >2006-05-18<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biokraftstoffe der zweiten Generation wie &#8220;Biomass to Liquid&#8221; (BtL) sind technisch machbar und eine der vielversprechendsten Optionen im Kraftstoffbereich. 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