{"id":9641,"date":"2006-12-13T00:00:00","date_gmt":"2006-12-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20061213-05n"},"modified":"2006-12-13T00:00:00","modified_gmt":"2006-12-12T22:00:00","slug":"zur-diskussion-kompostierung-von-biokunststoffen-ermoeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zur-diskussion-kompostierung-von-biokunststoffen-ermoeglichen\/","title":{"rendered":"Zur Diskussion: Kompostierung von Biokunststoffen erm\u00f6glichen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Rahmenbedingungen einer breiten Markteinf\u00fchrung kompostierbarer Biokunststoffe und die dazu notwendigen gesetzlichen Regelungen standen im Mittelpunkt einer politischen Diskussionsveranstaltung am 11. Dezember in Berlin.<\/b><\/p>\n<p>Eingeladen hatten die Umweltministerin Margit Conrad und der Wirtschaftsminister Hendrik Hering des Landes Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Industrieverband <a href=\"http:\/\/www.european-bioplastics.org\/\" >European Bioplastics<\/a>. <\/p>\n<p>Unter dem Titel &#8220;Biologisch Abbaubare Kunststoffe \u2013 Innovation mit gro\u00dfer Zukunft&#8221; wurden Chancen, Hemmnisse und F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten vorgestellt und diskutiert. Unter den Rednern bestand Konsens, dass als n\u00e4chster Schritt die Kompostierung von nachweislich geeigneten Produkten durch Gesetzesnovellen erm\u00f6glicht werden soll. Dabei sei es wichtig, so die Minister, dass diese Produkte m\u00f6glichst hohe Anteile nachwachsender Rohstoffe enthalten.<\/p>\n<p>Angesichts der weltweiten Fortschritte bei der Technologie- und Marktentwicklung von Biokunststoffen betonten die Minister Conrad und Hering die Rolle der gesetzlichen Rahmenbedingungen. In Deutschland wurde zwar wertvolle Entwicklungsarbeit geleistet, allerdings besteht die Gefahr, dass die Innovation hierzulande weniger schnell etabliert wird als in anderen L\u00e4ndern. <\/p>\n<p>Beide Minister verwiesen dabei auf bestehende Hemmnisse in der Bioabfall- und D\u00fcngemittelverordnung. Die derzeitigen Regelungen sehen vor, dass die Produkte &#8220;aus nachwachsenden Rohstoffen&#8221; bestehen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Angesichts der hohen technischen Anforderungen sind in den meisten marktf\u00e4higen Produkten neben h\u00e4ufig hohen Anteilen nachwachsender Rohstoffe meist auch noch petrochemische Komponenten enthalten. Obwohl die Produkte gem\u00e4\u00df der Norm DIN EN 13432 und nachweislich als kompostierbar zertifiziert sind, verbieten die Regelungen die Anwendung von daraus hergestellten Komposten. Damit ist der Weg zur Kompostieranlage f\u00fcr viele Biokunststoffe bislang versperrt.<\/p>\n<p>Die Marktteilnehmer bedauern dies: Angebot und Nachfrage konzentrieren sich auf Produkte, die m\u00f6glichst hohe Anteile nachwachsender Rohstoffe enthalten und gleichzeitig auch kompostierbar sind. Der Verband European Bioplastics unterstreicht deshalb die Bedeutung der Kompostierung f\u00fcr die Markteinf\u00fchrung von Biokunststoffen. Er nennt zwei Beispiele, um die Vorteile der Kompostierbarkeit zu verdeutlichen. Kompostierbare Tragetaschen aus Biokunststoffen k\u00f6nnen zuhause auch als Bioabfallbeutel eingesetzt werden. Dabei reduzieren sie unangenehme Ger\u00fcche, sind wasserdicht und bequem zu transportieren. <\/p>\n<p>Verbraucher nutzen in Ermangelung von geeigneten L\u00f6sungen oft konventionelle nicht-abbaubare Tragetaschen f\u00fcr diese Zwecke, die dann h\u00e4ufiger als Fehlw\u00fcrfe in die Biotonne gelangen. Bioverpackungen f\u00fcr frische Lebensmittel, insbesondere f\u00fcr Obst und Gem\u00fcse, passen ebenfalls gut in das System: Verdorbene Produkte im Handel k\u00f6nnen so einfach &#8211; ohne Trennung von der Verpackung &#8211; und kostensparend biologisch verwertet werden. &#8220;Das sind sehr gute Argumente f\u00fcr die Produkte, die aber leider wegfallen&#8221; kritisiert Harald K\u00e4b, Vorstandsvorsitzender von European Bioplastics mit Blick auf die Gesetzeshemmnisse.<\/p>\n<p>Der Verband strebt die gesetzliche Zulassung aller nachweislich geeigneten Biokunststoffe zur Kompostierung an. &#8220;Die Kompostierung soll als Verwertungsoption erm\u00f6glicht werden&#8221; sagt K\u00e4b und unterstreicht: &#8220;Das heisst nicht, dass alle Produkte auch unbedingt kompostiert werden sollen&#8221;. Biokunststoffe k\u00f6nnen werkstofflich, rohstofflich und energetisch verwertet werden. <\/p>\n<p>Je nach Produkttyp, der Menge am Markt und der regional vorhandenen Infrastruktur kann der &#8220;beste&#8221; Verwertungsweg unterschiedlich ausfallen. Da die Markteinf\u00fchrung noch am Anfang steht, gilt es zun\u00e4chst die Barrieren aus dem Weg zu r\u00e4umen. &#8220;Alle Verwertungsoptionen sind prinzipiell nutzbar, eine Steuerung kann mit wachsenden Mengen erfolgen \u2013 doch da m\u00fcssen wir erst einmal hin&#8221; betont Kaeb.<\/p>\n<p>Auf Betreiben von Rheinland-Pfalz hatte bereits die Wirtschaftsministerkonferenz einstimmig zu einer Verbesserung der Regelungen in Bioabfall- und D\u00fcngemittelverordnung aufgerufen. Auch der deutsche Bauernverband und das Chemieunternehmen <a href=\"http:\/\/www.basf.de\/\" >BASF<\/a> halten die Novellierung f\u00fcr notwendig. Wie viele andere Teilnehmer der Veranstaltung waren sie sich darin einig, dass wichtige Innovationen wie Biokunststoffe gef\u00f6rdert und nicht gehemmt werden sollten. <\/p>\n<p>Unbestritten war auch, dass der Ersatz fossiler Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe den Kern der Innovation ausmacht, und nicht die Kompostierbarkeit. Im Verlauf des Abends wurden Ans\u00e4tze f\u00fcr weitere Ma\u00dfnahmen diskutiert, um das erhebliche Anwendungspotenzial von Biokunststoffen voll zu entwickeln.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-erfahren-starken-wachstumsschub-im-jahr-2006\/\" >2006-11-22<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Rahmenbedingungen einer breiten Markteinf&uuml;hrung kompostierbarer Biokunststoffe und die dazu notwendigen gesetzlichen Regelungen standen im Mittelpunkt einer politischen Diskussionsveranstaltung am 11. 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