{"id":9560,"date":"2006-10-31T00:00:00","date_gmt":"2006-10-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20061031-04n"},"modified":"2006-10-31T00:00:00","modified_gmt":"2006-10-30T22:00:00","slug":"eu-rohstoffe-fuer-bioethanol-gesichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-rohstoffe-fuer-bioethanol-gesichert\/","title":{"rendered":"EU: Rohstoffe f\u00fcr Bioethanol gesichert"},"content":{"rendered":"<p><b>Die europ\u00e4ische Landwirtschaft kann die Bioethanol-Hersteller mit Rohstoffen versorgen. Die zunehmende Nachfrage der Kraftstoff-Hersteller wird die Getreidem\u00e4rkte kaum beeinflussen. Dagegen ist Raps f\u00fcr Biodiesel jetzt schon knapp. Die Produzenten von Biodiesel werden mehr und mehr auf Importe von Pflanzen\u00f6len angewiesen sein, ist Russell Mildon von der EU-Kommission \u00fcberzeugt.<\/b> <\/p>\n<p>R\u00fcben und Getreide seien besonders nach weiteren Reformschritten ausreichend vorhanden, stellte der Direktor aus der GD Landwirtschaft vergangene Woche bei einer Konferenz der britischen Agra Informa in Br\u00fcssel fest.<\/p>\n<p>Wenn die Exporterstattungen f\u00fcr Getreide zur\u00fcckgenommen w\u00fcrden, st\u00fcnde von der durchschnittlichen Ausfuhrmenge \u00fcber rund 20 Mio. t im Jahr zumindest ein Teil f\u00fcr die Bioethanol-Hersteller zur Verf\u00fcgung. Auch denke man \u00fcber eine Abschaffung der Fl\u00e4chenstilllegung nach, f\u00fchrte Mildon aus. Schlie\u00dflich setze die Reform der EU-Zuckermarktordnung R\u00fcben f\u00fcr die Kraftstoffherstellung frei.<\/p>\n<p>Ein anderes Bild ergebe sich beim Biodiesel. Rapspreise w\u00fcrden jetzt schon von den Kraftstoffproduzenten nach oben gedr\u00fcckt. Mit der geplanten Ausweitung der Biodieselkapazit\u00e4ten k\u00f6nne die Rapserzeugung kaum Schritt halten, weshalb zunehmend Pflanzen\u00f6le zur Kraftstoffherstellung eingef\u00fchrt werden m\u00fcssten. <\/p>\n<p>Das Rohstoffangebot der europ\u00e4ischen Landwirtschaft passe leider nicht ganz zur Verbreitung der Motoren in der EU, meinte Paul Hodson von der EU-Kommission (DG Energie und Transport). Die Autohersteller setzten mehr und mehr auf die sparsameren Dieselmotoren. Der Landwirtschaft falle es aber leichter, die Rohstoffe f\u00fcr Bioethanol und damit f\u00fcr Benzinmotoren zu liefern. <\/p>\n<p>In Brasilien passen Landwirtschaft und Autoindustrie dagegen besser zusammen. Dort ist kaum ein Diesel-PKW auf den Stra\u00dfen zu finden. Die Zuckerrohrerzeuger versorgen die Ethanolindustrie, die mit einem Beimischungszwang von 25% bei Benzin einen sicheren Absatzmarkt hat.<\/p>\n<p><b>Rohstoffm\u00e4rkte f\u00fcr Bioethanol bleiben im Gleichgewicht<\/b><\/p>\n<p>Die Rohstoffm\u00e4rkte f\u00fcr Bioethanol bleiben in den kommenden Jahren im Gleichgewicht, hat Andr\u00e9e Defois vom franz\u00f6sischen Analystenb\u00fcro Strategie Grain errechnet. Er geht von einer Produktionskapazit\u00e4t von 6,2 Mio. t Bioethanol in der EU-25 im Jahr 2010 aus. Daf\u00fcr w\u00fcrden 14 Mio. t Getreide und 7 Mio. t Zuckerr\u00fcben gebraucht. <\/p>\n<p>Im Einzelnen handle es sich um 7 Mio. t Weizen, 3 bis 4 Mio. t Mais, 2 Mio. t Roggen und 400.000 t Gerste, so Defois. Das seien Mengen, welche die Getreidepreise in der EU kaum beeinflussen k\u00f6nnten. Erntemengen und die Exportm\u00f6glichkeiten blieben weiterhin die wichtigsten Faktoren f\u00fcr die Preisbildung. Die Versorgung der Biodieselhersteller k\u00f6nne dagegen nur mit Hilfe von Importen gesichert werden.<\/p>\n<p>Strategie Grain geht von einer Biodieselproduktionskapazit\u00e4t von 15,2 Mio. t im Jahr 2010 aus. Daf\u00fcr w\u00fcrden rund 10 Mio. t Raps\u00f6l aus der EU gebraucht, rund 5 Mio. t m\u00fcssten aus Drittl\u00e4ndern importiert werden. Indonesien und Malaysia bereiten sich jetzt schon auf zunehmende Palm\u00f6lexporte in die EU vor. Die Lebensmittelindustrie, deren Anteil am europ\u00e4ischen Raps\u00f6lmarkt jetzt schon nur noch 50% betr\u00e4gt, wird nach Berechnungen von Defois im Jahr 2010 nur noch einen Anteil von gerade einmal 20% haben.<\/p>\n<p><b>Lebensmittelhersteller bef\u00fcrchten Nachteile<\/b><\/p>\n<p>Ein anderes, drastisches Szenario f\u00fcr die Rohstoffversorgung der Lebensmittelindustrie hat Willem-Jan Laan von Unilever entworfen: 2010 w\u00fcrden in der EU rund 11 Mio. t Biodiesel hergestellt, daf\u00fcr werde die gesamte Rapsernte gebraucht, f\u00fchrte Laan auf einer Konferenz von Agra Europe London in Br\u00fcssel aus. Der Raps\u00f6lpreis habe sich von der Lebensmittelnachfrage verabschiedet und h\u00e4nge nur noch von den Mineral\u00f6lnotierungen ab. Da Erd\u00f6lpreise tendenziell im Steigen begriffen seien, koste die Non-Food-Schiene die Lebensmittelindustrie in der EU bisher schon j\u00e4hrlich EUR 500 Mio. Die Industrie m\u00fcsse die Preissteigerungen an die Verbraucher weitergeben oder auf tierische Fette ausweichen.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Erzeuger w\u00fcrden ihre Rapsproduktion trotz der Biodieselnachfrage kaum ausdehnen. Dies liege zum einen an den ebenfalls attraktiven Getreidepreisen. Zum anderen seien die \u00d6le von dem kraftstoffbedingten Preisanstieg st\u00e4rker betroffen als die Saaten, so der Unilever-Vertreter. Biodiesel weise keine optimale Umweltbilanz auf, auf einem Hektar Raps k\u00f6nne deutlich weniger Kraftstoff produziert werden als bei anderen Pflanzenkraftstoffen. <\/p>\n<p>Unilever setze deshalb auf die zweite Generation von Biotreibstoffen, die aus Holzabf\u00e4llen oder Ganzpflanzen hergestellt werden. Bis die Forschung so weit sei, solle man die F\u00f6rderung von Biodiesel nicht \u00fcbertreiben. Ein Beimischungszwang von Pflanzenkraftstoffen mache die Mineral\u00f6lindustrie zu einem Wettbewerber auf dem Raps\u00f6lmarkt, der zu jedem Preis abkaufen m\u00fcsse. Die Lebensmittelindustrie habe hier das Nachsehen, bef\u00fcrchtet Laan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die europ&auml;ische Landwirtschaft kann die Bioethanol-Hersteller mit Rohstoffen versorgen. Die zunehmende Nachfrage der Kraftstoff-Hersteller wird die Getreidem&auml;rkte kaum beeinflussen. 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