{"id":9552,"date":"2006-11-03T00:00:00","date_gmt":"2006-11-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20061103-08n"},"modified":"2006-11-03T00:00:00","modified_gmt":"2006-11-02T22:00:00","slug":"stern-review-bericht-warnt-vor-katastrophalen-folgen-einer-verzoegerung-von-massnahmen-gegen-den-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/stern-review-bericht-warnt-vor-katastrophalen-folgen-einer-verzoegerung-von-massnahmen-gegen-den-klimawandel\/","title":{"rendered":"Stern-Review: Bericht warnt vor katastrophalen Folgen einer Verz\u00f6gerung von Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Es besteht kein Zweifel daran, dass die Folgen f\u00fcr unseren Planeten buchst\u00e4blich katastrophal sind, wenn die Wissenschaft Recht hat. Und diese Katastrophe wird sich nicht in irgendeiner Science-Fiction-Zukunft in vielen Jahren abspielen, sondern zu unseren Lebzeiten.&#8221; Dies waren die Worte des britischen Premierministers Tony Blair anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung eines neuen Berichts zum Klimawandel.<\/b><\/p>\n<p>Der nach seinem Verfasser Sir Nicholas Stern benannte Bericht &#8220;Stern Review&#8221; schl\u00e4gt Alarm hinsichtlich der wahrscheinlichen Auswirkungen des Klimawandels, wenn die Welt weiterhin einen &#8220;Business-as-usual&#8221;-Ansatz verfolgt. Er hebt aber auch hervor, was jetzt getan werden kann, um die Auswirkungen zu verringern. Der Bericht st\u00fcrzt auch die Theorie, dass eine Verringerung der Emissionen der Wettbewerbsf\u00e4higkeit schade.<\/p>\n<p>Der derzeitige Gehalt von Treibhausgasen in der Atmosph\u00e4re entspricht rund 430 Teilen pro Million (parts per million &#8211; ppm) an CO<sub>2<\/sub>. Ein Vergleich mit der Atmosph\u00e4re vor der Industriellen Revolution, als der Gehalt bei 280ppm lag, zeigt, wie viel Emissionen wir bereits verursacht haben. Diese Konzentrationen haben bereits zu einer Erw\u00e4rmung der Erde um mehr als 0,5 Grad Celsius gef\u00fchrt und werden dem Bericht zufolge aufgrund der Tr\u00e4gheit des Klimasystems in den n\u00e4chsten Jahrzehnten eine Erw\u00e4rmung um mindestens ein weiteres halbes Grad bewirken.<\/p>\n<p>Selbst wenn der j\u00e4hrliche Emissionsfluss nicht \u00fcber die heutige Rate steigen w\u00fcrde, w\u00fcrde der Gehalt an Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 auf 550ppm und damit auf das Zweifache der vorindustriellen Zeit ansteigen. Da sich der j\u00e4hrliche Emissionsfluss beschleunigt, da schnell wachsende Volkswirtschaften in kohlenstoffreiche Infrastrukturen investieren und die Nachfrage nach Energie und der Verkehr zunehmen, k\u00f6nnte der Gehalt von 550ppm bereits im Jahr 2035 erreicht werden.<\/p>\n<p>Es ist schwierig, die genauen Auswirkungen vorherzusagen, die dies wahrscheinlich auf die globalen Temperaturen haben wird, aber Modelle gehen von einer Erh\u00f6hung um \u00fcber zwei Grad Celsius aus.<\/p>\n<p>Die Erw\u00e4rmung wird Folgendes bewirken: Schmelzen der Gletscher und somit eine erh\u00f6hte Flutgefahr und eine Reduzierung der Trinkwasservorr\u00e4te; R\u00fcckgang der Ernteertr\u00e4ge; Mangelern\u00e4hrung und Hitzebelastung; Ausbreitung \u00fcbertragbarer Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber; Ausrottung von 15 bis 40 Prozent der Arten.<\/p>\n<p>Die \u00e4rmsten L\u00e4nder werden am meisten leiden, aber auch der Westen wird nicht immun gegen Naturkatastrophen sein. Eine Erh\u00f6hung der Hurrikan-Windgeschwindigkeit um f\u00fcnf bis zehn Prozent aufgrund steigender Meerestemperaturen wird die j\u00e4hrlichen, durch Sch\u00e4den verursachten Kosten in den USA voraussichtlich etwa verdoppeln. <\/p>\n<p>Im UK k\u00f6nnten sich die j\u00e4hrlichen Kosten durch \u00dcberschwemmungen vom heutigen Niveau von 0,1 Prozent des BIP auf 0,2 bis 0,4 Prozent erh\u00f6hen, wenn die Temperaturen um drei oder vier Grad Celsius steigen. Hitzewellen wie die in Europa im Jahr 2003, als 35.000 Menschen starben und sich die landwirtschaftlichen Verluste auf beinahe zw\u00f6lf Mrd. EUR beliefen, werden bis Mitte dieses Jahrhunderts gang und g\u00e4be sein.<\/p>\n<p>&#8220;Einige Leute werden bei einem solchen Thema immer ihre Zweifel haben, unter anderem weil die Folgen so erschreckend sind&#8221;, sagte Blair. &#8220;Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass die wissenschaftlichen Beweise f\u00fcr die durch Treibhausgasemissionen verursachte globale Erw\u00e4rmung jetzt \u00fcberw\u00e4ltigend sind.&#8221;<\/p>\n<p>Obwohl die Ergebnisse von Ma\u00dfnahmen, die jetzt ergriffen werden, m\u00f6glicherweise viele Jahre lang nicht sichtbar sein werden, ist es nicht zu sp\u00e4t, um die globale Erw\u00e4rmung zu verlangsamen. Im &#8220;Stern Review&#8221; werden vier M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Reduzierung der Treibhausgasemissionen hervorgehoben: Reduzierung der Nachfrage nach emissionsintensiven Waren und Dienstleistungen; gesteigerte Effizienz; Ma\u00dfnahmen zu Nicht-Energie-Emissionen wie Vermeidung von Abholzungen; Umstellung auf kohlenstoffarme Technologien f\u00fcr Energie, W\u00e4rme und Verkehr.<\/p>\n<p>Keine dieser M\u00f6glichkeiten muss die Wettbewerbsf\u00e4higkeit beeintr\u00e4chtigen, macht der Bericht klar: &#8220;Trotz des historischen Musters und der [Business as usual] Prognosen muss sich die Welt nicht zwischen der Verhinderung des Klimawandels und der F\u00f6rderung von Wachstum und Entwicklung entscheiden. Ver\u00e4nderungen bei den Energietechnologien und der Struktur der Volkswirtschaften haben die Reaktionsf\u00e4higkeit von Emissionen auf das Einkommenswachstum verringert, insbesondere in einigen der reichsten L\u00e4nder.&#8221;<\/p>\n<p>Der Bericht empfiehlt einen Technologiemix: &#8220;Es ist h\u00f6chst unwahrscheinlich, dass eine einzige Technologie alle notwendigen Emissionseinsparungen liefern wird, weil alle Technologien gewissen Einschr\u00e4nkungen unterliegen, und aufgrund der breiten Palette von Aktivit\u00e4ten und Sektoren, die Treibhausgasemissionen erzeugen.&#8221; Der Bericht erg\u00e4nzt, dass es au\u00dferdem bislang noch unklar sei, welche Technologien am kosteng\u00fcnstigsten sein werden.<\/p>\n<p>Sir Nicholas r\u00e4umt ein, dass der Privatsektor die Innovation am st\u00e4rksten vorantreibt. Er fordert aber die Regierungen auf, mehr zu tun, um Forschung und Entwicklung (F&#038;E) sowie die internationale Forschungszusammenarbeit zu f\u00f6rdern. &#8220;Die Technologiezusammenarbeit erm\u00f6glicht eine Risikoteilung und gemeinsame Erfolge und Fortschritte in Bezug auf die Technologieentwicklung sowie eine Koordinierung der Priorit\u00e4ten&#8221;, schreibt er.<\/p>\n<p>&#8220;Ein globales Portfolio, das sich aus individuellen nationalen F&#038;E-Priorit\u00e4ten und Entwicklungsunterst\u00fctzung zusammensetzt, ist m\u00f6glicherweise nicht vielf\u00e4ltig genug und legt wahrscheinlich zu wenig Gewicht auf einige Technologien, die besonders wichtig f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder sind, wie beispielsweise Biomasse&#8221;, hei\u00dft es in dem Papier. Der Bericht fordert weiter formale multilaterale Forschungsabkommen, informelle Vorkehrungen f\u00fcr eine intensivere Zusammenarbeit und verst\u00e4rkte Verbindungen zwischen nationalen Programmen.<\/p>\n<p>Der britische Schatzkanzler Gordon Brown hat bereits ehrgeizige Ziele f\u00fcr neue Technologien im Sinn. &#8220;Nehmen wir einmal Biokraftstoffe &#8211; ich bin entschlossen, dass wir Biokraftstoffe aus Palm- und Raps\u00f6l bis hin zu Soja und Zucker verwenden, und dann schlie\u00dflich Biokraftstoffe auf Zellulosebasis und m\u00f6glicherweise sogar Wasserstoff, um Benzin und Diesel durch kohlenstoffarme oder -freie Alternativen zu ersetzen&#8221;, sagte er anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung des Berichts. Er k\u00fcndigte die Einrichtung einer neuen gemeinsamen Task Force mit Brasilien, S\u00fcdafrika und Mosambik zur F\u00f6rderung der Entwicklung nachhaltiger regionaler Biokraftstoffe an.<\/p>\n<p>&#8220;Aber wir werden noch weiter gehen&#8221;, f\u00fcgte Brown hinzu. &#8220;Wir werden im Rahmen k\u00fcnftiger Haushalte auch Anreize f\u00fcr Biokraftstoffe auf Zellulosebasis der n\u00e4chsten Generation schaffen &#8211; sodass Gro\u00dfbritannien hiermit sowie mit anderen Anreizen zur Reduzierung von Emissionen, dem Energietechnologieinstitut zur F\u00f6rderung der Innovation und internationalen Vereinbarungen zum Erzielen eines Konsens f\u00fchrend in Bezug auf die Schaffung einer wachstumsintensiven, kohlenstoffarmen Wirtschaft sein wird. Der Klimawandel ist also nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance.&#8221;<\/p>\n<p>Blair beendete seine Rede mit der Forderung von Ma\u00dfnahmen. &#8220;Wir wissen, dass es passiert. Wir kennen die Folgen f\u00fcr unseren Planeten. Wir wissen jetzt, dass schnelles Handeln eine Katastrophe verhindern wird, und Investitionen zur Verhinderung der Katastrophe werden sich um ein Vielfaches auszahlen. Wir werden keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen haben, wenn wir versagen.&#8221;<\/p>\n<p>Der Bericht &#8220;Stern Review&#8221; ist abrufbar unter:<br \/><a href=\"http:\/\/www.hm-treasury.gov.uk\/independent_reviews\/stern_review_economics_climate_change\/sternreview_index.cfm\" >hier klicken<\/a><\/p>\n<p><b>Kategorie:<\/b> Sonstiges<br \/><b>Informationsquelle:<\/b> Britische Regierung<br \/><b>Referenz:<\/b> Gest\u00fctzt auf Angaben der britischen Regierung<br \/><b>Programm &#8211; Akronym:<\/b> MS-UK C<br \/><b>Thematischer Indexkode:<\/b> Koordinierung, Zusammenarbeit; Wirtschaftliche Aspekte; Umweltschutz; Strategien; Wissenschaftliche Forschung<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erhebliche-klimaaenderungen-in-deutschland-zu-erwarten\/\" >2006-04-27<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Es besteht kein Zweifel daran, dass die Folgen f&uuml;r unseren Planeten buchst&auml;blich katastrophal sind, wenn die Wissenschaft Recht hat. 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