{"id":9520,"date":"2006-11-16T00:00:00","date_gmt":"2006-11-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20061116-01n"},"modified":"2006-11-16T00:00:00","modified_gmt":"2006-11-15T22:00:00","slug":"feinstaub-debatte-um-holzfeuerungen-haelt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/feinstaub-debatte-um-holzfeuerungen-haelt-an\/","title":{"rendered":"Feinstaub: Debatte um Holzfeuerungen h\u00e4lt an"},"content":{"rendered":"<p><b>Holz als Brennstoff ist so sehr beliebt, dass die Holzwerkstoffindustrie mittlerweile \u00fcber die steigenden Holzpreise und Angebotsverknappung klagt. Immer wieder aber mischen sich in diese Euphorie Meldungen \u00fcber hohe Feinstaubbelastungen. &#8220;Die Nebenwirkungen der Behaglichkeit&#8221; bezeichnet z.B. das <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/\" >Umweltbundesamt (UBA)<\/a> die Feinstaubemissionen aus Holzheizungen in einem aktuellen Hintergrundpapier und rechnet vor, dass diese mit 24.000 Tonnen pro Jahr insgesamt etwa so hoch seien wie die der Motoren aus PKW oder LKW (22.700 Tonnen).<\/b><\/p>\n<p>In der Tat z\u00e4hlen auch Kleinfeuerungsanlagen zu den Feinstaubquellen. Denn bei der Verbrennung f\u00e4llt Asche an, die \u00fcber den Abgasstrom in die Au\u00dfenluft ger\u00e4t. W\u00e4hrend eine Heiz\u00f6lheizung auf spezifische Emissionen von 30 mg Feinstaub pro kWh kommt, liegen die Emissionen bei Holzhackschnitzeln bei 150 mg pro Kilowattstunde, bei Pellets bei 77 mg\/kWh.<\/p>\n<p>Mit diesen Aussagen geraten alle Holzheizungen in die Kritik, Holzzentralheizungen genauso wie einzelne \u00d6fen und Kamine, die oft mehr f\u00fcrs Auge als zur W\u00e4rmegewinnung laufen. Selbst das UBA schr\u00e4nkt jedoch ein, dass vor allem die Einzelraumfeuerungen die Hauptverursacher sind.<\/p>\n<p>Auch das bayerische <a href=\"http:\/\/www.tfz.bayern.de\/\" >Technologie- und F\u00f6rderzentrum (TFZ)<\/a> in Straubing  meldet nach Auswertung von Statistiken des Schornsteinfegerhandwerks, dass 32% der handbeschickten und 36% der mechanisch beschickten Feuerungsanlagen die Anforderungen der 1 BImSchV nicht erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Allerdings hat eine aktuelle Studie des TFZ ergeben, dass die Messwerte der Schornsteinfeger von denen der Pr\u00fcfstandsmessungen zum Teil deutlich abweichen. Als Grund daf\u00fcr sehen die Wissenschaftler aus Straubing die zum Teil ungenaue Messmethode in der Praxis. Aber auch schwankende Holzqualit\u00e4ten z.B. bez\u00fcglich der Feuchtigkeit oder zunehmende Verunreinigungen k\u00f6nnen den Feinstaubaussto\u00df beeinflussen.<\/p>\n<p>Eine weitere Untersuchung des TFZ zeigt, wie sehr sich die Feuerungssysteme unterscheiden: Die Wissenschaftler haben dabei \u00fcbliche Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletkessel mit einem alten Scheitholzkessel verglichen. Ergebnisse: Die 15 kW-Pelletheizung lieferte bei ihrer Nennw\u00e4rmeleistung mit 20 mg pro m\u00b3 Abgas den geringsten Staubaussto\u00df, der deutlich unter dem Grenzwert der 1.BImSchV von 150 mg liegt. Auch die 30 kw-Scheitholzheizung (36 mg) und 50 kW-Hackschnitzelanlage (31 mg) lagen auf niedrigem Niveau. Alle drei Systeme lieferten bei niedriger W\u00e4rmeleistung geringere Staubemissionen, daf\u00fcr einen h\u00f6heren Anteil Feinstaub. Als Grund nennen die Wissenschaftler die reduzierte Menge an zugef\u00fchrter Verbrennungsluft. Mit der geringeren Abgasgeschwindigkeit werden gr\u00f6\u00dfere Partikel nicht mehr mitgerissen.<\/p>\n<p>Anders beim &#8220;alten&#8221; Scheitholzkessel: Er emittierte 143 mg\/m<sup>3<\/sup> bei Nennw\u00e4rmeleistung und mit 189 mg bei kleinerer W\u00e4rmeleistung sogar die neunfache Menge von einem modernen Kessel. Als Grund geben die Forscher kondensierte, unverbrannte Kohlenwasserstoffe an, die sich beim alten Kessel im Abgas befinden.<\/p>\n<p>Und alte Feuerungen gibt es genug: Von den rund 14 Mio. Einzelfeuerst\u00e4tten in Deutschland sind mehr als ein Drittel \u00e4lter als 30 Jahre, sch\u00e4tzt der Industrieverband Haus-, Heiz- und K\u00fcchentechnik e.V. Etwa die H\u00e4lfte davon ist derzeit nicht in Betrieb. Das k\u00f6nnte sich aber schnell \u00e4ndern, wenn zus\u00e4tzlich zu steigenden \u00d6l- und Gaspreisen die Emissionsgrenzwerte f\u00fcr neue Holzheizanlagen versch\u00e4rft werden. Denn dann w\u00fcrden genau diese alten Anlagen wieder in Betrieb genommen, weil neue Feuerungen zu teuer werden.<\/p>\n<p>Die sehr kontrovers gef\u00fchrte Feinstaubdiskussion war auch Thema der Umweltministerkonferenz der L\u00e4nder (UMK) Ende Oktober. Die Umweltminister haben dabei mit Blick auf die Novellierung der Bundesimmissionsschutz-Verordnung festgestellt, dass wesentliche Grundlagen der Luftqualit\u00e4tsrichtlinie noch nicht belastbar wissenschaftlich gekl\u00e4rt sind. Es m\u00fcsse weitere Analysen geben, die auch die Wirkung der Inhaltsstoffe im Feinstaub n\u00e4her untersucht, bevor irgendwelche Grenzwerte verabschiedet werden.<\/p>\n<p>Es gelte weiterhin bei der Diskussion auch die Lebenswirklichkeit im Auge zu behalten, sonst m\u00fcsste man beim Feinstaub beispielsweise das Osterfeuer, Silvesterfeuerwerk, Kerzenbrand und das Grillen und vieles mehr betrachten, hei\u00dft es dazu aus dem <a href=\"http:\/\/www.thueringen.de\/de\/tmlnu\" >Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt<\/a>. Die Debatte um die Feinstaubproblematik m\u00fcsse daher versachtlicht werden.<\/p>\n<p>Mit dem aktuellen Stand zur Feinstaubdiskussion besch\u00e4ftigt sich auch der Kongress &#8220;Biogene Brennstoffe im W\u00e4rmemarkt&#8221;, der am 25. Januar w\u00e4hrend der Messe &#8220;Clean Energy Power 2007&#8221; in Berlin stattfindet. Dabei geht es nicht nur um Untersuchungsergebnisse zur Feinstaubbelastung im Umfeld von Pellet- und Scheitholzkesseln, sondern auch um neue Verbrennungsverfahren und Praxisbeispiele.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fnr-projektvorschlge-zum-thema-feinstaubreduzierung-bei-kleinfeuerungsanlagen-gesucht\/\" >2006-10-20<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-publikationen-staubemissionen-aus-holzfeuerungen-und-rationelle-scheitholzbereitstellungsverfahren\/\" >2006-09-21<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holzheizungen-und-feinstaub-auf-den-ofen-kommt-es-an\/\" >2006-02-09<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Holz als Brennstoff ist so sehr beliebt, dass die Holzwerkstoffindustrie mittlerweile &uuml;ber die steigenden Holzpreise und Angebotsverknappung klagt. 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