{"id":9513,"date":"2006-11-21T00:00:00","date_gmt":"2006-11-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20061121-08n"},"modified":"2006-11-21T00:00:00","modified_gmt":"2006-11-20T22:00:00","slug":"zuckermarktordnung-hat-bittere-auswirkungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zuckermarktordnung-hat-bittere-auswirkungen\/","title":{"rendered":"Zuckermarktordnung hat bittere Auswirkungen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die s\u00fc\u00dfe R\u00fcbe wird f\u00fcr immer mehr zur bitteren Pille: Die Auswirkungen der Reform der Europ\u00e4ischen Zuckermarktordnung sind erstmals zu sp\u00fcren &#8211; und die Zuckerfabriken m\u00fcssen sich \u00bbder Herausforderung stellen\u00ab, wie es Direktor Wolfgang Vogl am Donnerstagabend den Plattlinger Stadtr\u00e4ten und Mitgliedern der Stadtverwaltung erkl\u00e4rte.<\/b><\/p>\n<p>Alle zwei Jahre informiert sich der Stadtrat in der S\u00fcdzucker. In diesem Jahr war es auch die Gelegenheit, Direktor Wolfgang Vogl besser kennen zu lernen, der im M\u00e4rz die Werkleitung f\u00fcr Plattling, Rain und Regensburg \u00fcbernahm. <\/p>\n<p><b>Neue Absatzbereiche f\u00fcr R\u00fcbenprodukte<\/b><\/p>\n<p>Er informierte \u00fcber den Weltkonzern <a href=\"http:\/\/www.suedzucker.de\/\" >S\u00fcdzucker<\/a> (siehe unten) und ging dann auf Wunsch der Stadtr\u00e4te ausf\u00fchrlicher auf die Auswirkungen der Zuckermarktordnung ein. Weiter ausgebaut wird im kommenden Jahr die Produktion von Bioethanol. Derzeit werden in Zeitz 260.000 Kubikmeter Bioethanol hergestellt, das Werk soll auf 360.000 Kubikmeter ausgebaut werden. <\/p>\n<p>Damit reagiert die S\u00fcdzucker auf die ver\u00e4nderte Situation. \u00bbWir m\u00fcssen neue Absatzbereiche suchen\u00ab, machte der Direktor deutlich. Derzeit werden zus\u00e4tzlich Werke in Belgien, \u00d6sterreich, Ungarn und Frankreich gebaut, so dass ab 2008 insgesamt eine Millionen Kubikmeter produziert werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Die R\u00fcben f\u00fcr Bioethanol (ebenso wie f\u00fcr die &#8211; zuckerfreien &#8211; Palatinit-S\u00fc\u00dfungsstoffe) unterliegen nicht der Quotenregelung der Zuckermarktordnung, so dass sich damit eine alternative Absatzm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Landwirte bietet. Allerdings m\u00fcssen sie sich \u00bbeinkaufen\u00ab. Auch aus Plattling gibt es bereits \u00bbEthanol-R\u00fcben\u00ab : Sie werden jedoch nicht nach Zeitz gefahren, sondern in Plattling zu Zucker verarbeitet &#8211; im Gegenzug daf\u00fcr andere \u00bbZucker\u00ab-R\u00fcben in Zeitz zu Kraftstoff. Die Verrechnung erfolgt auf dem Papier, erkl\u00e4rte der Werkleiter. <\/p>\n<p>Die Zuckermarktordnung ist mit daf\u00fcr verantwortlich, dass heuer in Plattling nur rund eine Millionen Tonnen R\u00fcben verarbeitet werden &#8211; rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr. In der EU wurden bisher rund 20 Millionen Tonnen Zucker produziert. Diese Menge wurde mit der neuen Zuckermarktordnung in Hinblick auf den nicht mehr gestatteten Export und den erwarteten Import aus den so genannten AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik) um 40 Prozent auf zw\u00f6lf Millionen Tonnen reduziert. <\/p>\n<p>Der Weltzuckerverbrauch liegt bei 148 Millionen Tonnen, die S\u00fcdzucker Deutschland stellt aktuell knapp ein Prozent davon her: 1,44 Millionen Tonnen. Wie sich dies weiterentwickelt, konnte Vogl noch nicht sagen. Nur so viel: Stellt sich heraus, dass im kommenden Jahr zu viel Zucker auf dem EU-Markt sein sollte, werde die Quote noch weiter gek\u00fcrzt. Das treffe auch die Landwirte wieder. <\/p>\n<p>Hoffnung wird auf den \u00bbRestrukturierungsfonds\u00ab gesetzt: Pro Tonne Zucker werden von den Produzenten 126 Euro einbezahlt. Aus diesem Fonds werden an europ\u00e4ische Unternehmen, die ihre Quotenproduktion ganz oder teilweise aufgeben und die Zuckerfabrik schlie\u00dfen, \u00bbAbfindungen\u00ab bezahlt: Derzeit 730 Euro pro Tonne. Damit k\u00f6nnten die \u00fcbrigen Zuckerfabriken wieder ihre Quoten erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>Bisher konnten \u00bbdie Landwirte von der Zuckerr\u00fcbe noch leben\u00ab, sagte Vogl. K\u00fcnftig werden sich die \u00bbStrukturen massiv \u00e4ndern\u00ab. Es gebe nun weniger Geld f\u00fcr den Zucker &#8211; und damit auch f\u00fcr die Landwirte. Die Fixkosten der Fabrik bleiben auch bei geringerer Produktionsmenge gleich. Die Reaktion: Sparen. Es wird gepr\u00fcft, weniger Hilfsstoffe einzusetzen, die Instandhaltung wird auf das Notwendige reduziert und ausgeschiedenes Personal nicht mehr ersetzt (nat\u00fcrliche Fluktuation). <\/p>\n<p>In der Diskussion waren kritische Worte zur Reform zu h\u00f6ren, die zwar den \u00e4rmeren L\u00e4ndern helfen solle, die deutschen R\u00fcbenanbauer aber vernachl\u00e4ssige. Zudem wurden die mit deutschen Standards nicht zu vergleichenden sozialen Bedingungen der Rohrzuckerproduktion etwa in Brasilien angesprochen, wo derzeit 20 Zuckerfabriken gebaut werden und insgesamt 35 in Planung sind. <\/p>\n<p><b>24-Stunden-Anfuhr: Test ohne Probleme<\/b><\/p>\n<p>\u00bbV\u00f6llig problemlos\u00ab ist der Test der 24-Stunden-Anfuhr verlaufen. Zwar gibt es bisher noch keine Auswertung der L\u00e4rmmessungen, Klagen oder Beschwerden. Aber es seien keine eingegangen, wusste Wolfgang Vogl, stellte aber dennoch fest: \u00bbWir m\u00fcssen einiges an L\u00e4rmschutz machen\u00ab und rechnet da mit Kosten von mehreren 100.000 Euro. <\/p>\n<p>Au\u00dfer in Bayern, sei die 24-Stunden-Anfuhr bereits \u00fcberall die Regel. Als Hauptgrund f\u00fcr die Einf\u00fchrung nannte er \u00bbden Landwirten zu helfen\u00ab: Es m\u00fcssten weniger Lkw eingesetzt werden, die besser ausgelastet werden k\u00f6nnten. Bei den f\u00e4lligen Neuanschaffungen k\u00f6nnen so Fahrzeuge eingespart werden. Zudem entzerre sich der Verkehr, da sich die Anzahl der Fahrten selbst nicht erh\u00f6he, sich lediglich auf 24 Stunden verteile. Die Fabrik selbst habe davon keine Vorteile, betonte er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die s&uuml;&szlig;e R&uuml;be wird f&uuml;r immer mehr zur bitteren Pille: Die Auswirkungen der Reform der Europ&auml;ischen Zuckermarktordnung sind erstmals zu sp&uuml;ren &#8211; und die Zuckerfabriken<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9513","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9513"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9513\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9513"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}