{"id":9455,"date":"2006-09-29T00:00:00","date_gmt":"2006-09-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060929-02n"},"modified":"2006-09-29T00:00:00","modified_gmt":"2006-09-28T22:00:00","slug":"fnr-agroforstsysteme-symbiose-zwischen-land-und-forstwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fnr-agroforstsysteme-symbiose-zwischen-land-und-forstwirtschaft\/","title":{"rendered":"FNR: Agroforstsysteme &#8211; Symbiose zwischen Land- und Forstwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><b>Die 2003 beschlossene EU-Agrarreform koppelt Direktzahlungen ab 2005 unmittelbar an die Erbringung bestimmter Leistungen im Umwelt- und Naturschutz. In diesem Zusammenhang sind auch so genannte Landschaftspflegeelemente beihilfef\u00e4hig, was Agroforstsystemen neue Chancen er\u00f6ffnet. <\/p>\n<p>Der systematische Anbau von Geh\u00f6lzen auf Weide- oder Ackerfl\u00e4chen verspricht nicht nur \u00f6kologische Vorteile und ein sch\u00f6nes Landschaftsbild &#8211; er kann auch \u00f6konomisch sinnvoll sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.<\/b> <\/p>\n<p>Dass hier im Detail noch Regelungs- und Definitionsbedarf besteht, war eines der Ergebnisse eines Fachgespr\u00e4chs, zu dem sich Experten am 27. September in Potsdam trafen. Eingeladen hatten die <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<\/a> und das <a href=\"http:\/\/www.atb-potsdam.de\/\" >Leibniz-Institut f\u00fcr Agrarforschung Potsdam-Bornim e.V. (ATB)<\/a>.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060929-02\/Gross_zecher2_PM_496_web.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"\"\/>Agroforstsystem, hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich eine einstmals weit verbreitete Form der Landnutzung, bei der mehrj\u00e4hrige Geh\u00f6lze, etwa B\u00e4ume, Hecken und Str\u00e4ucher, mit landwirtschaftlichen Nutzpflanzen auf der selben Fl\u00e4che angepflanzt werden. <\/p>\n<p>Streuobstwiesen und die Waldweide sind traditionelle Formen des Agroforstsystems, bei dem Agrar- und Forstwirtschaft eine nach M\u00f6glichkeit f\u00fcr beide Seiten vorteilhafte Symbiose eingehen. Die Landwirte bauten die Geh\u00f6lze auf ihren Fl\u00e4chen vor allem zur Gewinnung von Brenn- und Wertholz an.<\/p>\n<p>Unter genau diesem Aspekt r\u00fcckt die Bewirtschaftungsform auch heute wieder in den Fokus von Fachleuten und Landwirten. Denn aller Voraussicht nach wird der steigende Holzbedarf auf Dauer nicht rein forstwirtschaftlich zu decken sein, gleichzeitig steigt mit den Holzpreisen das Interesse der Landwirte, selbst in die Holzproduktion einzusteigen. <\/p>\n<p>Hinzu kommen \u00f6kologische Aspekte wie der Erosionsschutz und die erh\u00f6hte Biodiversit\u00e4t, dank der das gesamte System als resistenter gegen Sch\u00e4dlinge und Krankheiten gilt. Durch den Windschutz und die zeitweilige Verschattung durch die B\u00e4ume kann in trockenen Sommern zudem der Wasserbedarf der Pflanzen gesenkt und so die Ertr\u00e4ge gesteigert werden. Noch sind jedoch l\u00e4ngst nicht alle Wechselwirkungen, ob positive oder negative, in Agroforstsystemen gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Fest stand f\u00fcr die Teilnehmer des Fachgespr\u00e4chs von FNR und ATB hingegen, dass ein Anbau von B\u00e4umen unter \u00f6konomischen Gesichtspunkten f\u00fcr Landwirte vor allem auf ertragsschwachen Standorten sinnvoll ist, auf denen sich der Anbau anderer Kulturen nicht mehr lohnt. <\/p>\n<p>Denn so genannte Schnellwuchsh\u00f6lzer wie Pappeln, Weiden oder Robinien verursachen durch die maximal alle drei Jahre stattfindende Ernte und den geringen Bedarf an D\u00fcngern und Pflanzenschutzmitteln deutlich weniger Arbeit als herk\u00f6mmliche Ackerfr\u00fcchte. Ob der Anbau in Form eines Agroforstsystems geschieht, oder als reine Kurzumtriebsplantage mit dichtem Baumbestand, spielt dabei keine Rolle.<\/p>\n<p>Dr. Steffen Beerbaum vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) stellte beim Fachgespr\u00e4ch die politischen Rahmenbedingungen dar. Diese sind mit der EU-Agrarreform zwar grunds\u00e4tzlich positiv, und auch andere Regularien wie die ELER-Verordnung (Verordnung des Europ\u00e4ischen Landwirtschaftsfonds f\u00fcr die Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raums) f\u00f6rdern Umweltschutzma\u00dfnahmen wie Erstaufforstungen und die Diversifizierung der l\u00e4ndlichen Wirtschaft. <\/p>\n<p>Doch in der konkreten Praxis best\u00fcnden laut Beerbaum noch einige juristische Unsicherheiten, so sei das bestehende Pr\u00e4miensystem nur schwer auf die zahlreichen verschiedenen Spielarten der Agroforstsysteme anzuwenden, w\u00e4hrend bei Kurzumtriebsplantagen weniger Unklarheiten best\u00fcnden.<\/p>\n<p>Ein letzter Schwerpunkt des Fachgespr\u00e4chs war schlie\u00dflich die Benennung des weiteren Forschungsbedarfs; die Teilnehmer sahen ihn vor allem in den Bereichen Erntetechnik, Verwertungsstrategien und Bereitstellung geeigneten Pflanzenmaterials. <\/p>\n<p>Henryk Stolte, bei der FNR verantwortlich f\u00fcr Anbaufragen, erkl\u00e4rte, entsprechende Forschungsprojekte seien durch die FNR f\u00f6rderf\u00e4hig, wenn sie den bereits erreichten Stand von Forschung und Entwicklung ber\u00fccksichtigen und echte Fortschritte bei der Holzproduktion versprechen.<\/p>\n<p>Die FNR ist Projekttr\u00e4ger des <a href=\"http:\/\/www.bmelv.de\/\" >BMELV<\/a> und unterst\u00fctzt Forschung, Entwicklung, Demonstration und Markteinf\u00fchrung rund um die nachwachsenden Rohstoffe.<\/p>\n<p>Foto: Agroforstsystem Gro\u00df Zecher am Schaalsee in Schleswig-Holstein; Quelle: Finis e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die 2003 beschlossene EU-Agrarreform koppelt Direktzahlungen ab 2005 unmittelbar an die Erbringung bestimmter Leistungen im Umwelt- und Naturschutz. 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