{"id":9404,"date":"2006-08-09T00:00:00","date_gmt":"2006-08-08T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060809-04n"},"modified":"2006-08-09T00:00:00","modified_gmt":"2006-08-08T22:00:00","slug":"aethiopien-wo-das-epoxidharz-waechst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aethiopien-wo-das-epoxidharz-waechst\/","title":{"rendered":"\u00c4thiopien &#8211; wo das Epoxidharz w\u00e4chst &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine Pflanze aus \u00c4thiopien k\u00f6nnte Erd\u00f6l schon bald Konkurrenz machen &#8211; als nat\u00fcrlicher Rohstoff f\u00fcr die Klebstoff- und Plastikindustrie. Das britische Biotech-Unternehmen Vernique will in \u00c4thiopien Vernonia-Pflanzen zur industriellen Epoxidproduktion anbauen. Entsprechende Vereinbarungen mit der Regierung wurden erst k\u00fcrzlich unterzeichnet.<\/b><\/p>\n<p>Die gl\u00e4nzenden schwarzen Samen der ansonsten unansehnlichen &#8220;Vernonia&#8221; enthalten ein eigent\u00fcmliches \u00d6l, das vermutlich als nat\u00fcrliche Basis f\u00fcr so genannte Epoxidverbindungen Einsatz finden k\u00f6nnte. Diese \u00e4u\u00dferst reaktionsf\u00e4higen, organischen Verbindungen werden vor allem bislang ausschlie\u00dflich aus Erd\u00f6l oder Erdgas hergestellt und zur Herstellung von Kleb- und Kompositwerkstoffen verwendet.<\/p>\n<p>Jetzt sollen Vernonia-Pflanzen als &#8220;gr\u00fcne Chemikalie&#8221; kommerziell angebaut und vertrieben werden. Eine entsprechende Vereinbarung haben die \u00e4thiopische Regierung und das britische Unternehmen Vernique Biotech k\u00fcrzlich unterzeichnet.<\/p>\n<p>Der weltweite Epoxidumsatz in der Plastik-, Farb- und Klebstoffindustrie wird auf j\u00e4hrlich rund 15 Mrd. $ gesch\u00e4tzt. Somit h\u00e4tte &#8220;Vernonia das Potenzial, die industrielle Sojabohne des 21. Jahrhunderts zu werden&#8221;, ist Paul McClory, einer der Gr\u00fcnder von Vernique Biotech, \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p><b>Keine Einbu\u00dfen bei der Leistung<\/b><\/p>\n<p>Mit dem Einsatz von Vernonia-\u00d6l k\u00f6nne ohne Einbu\u00dfen in der technischen Leistung auf die f\u00fcr petrochemische Epoxidquellen typischen fl\u00fcchtigen organischen Verbindungen verzichtet werden. Sobald die Pflanze in gro\u00dfem Umfang angebaut w\u00fcrde, sei das \u00d6l durchaus wettbewerbsf\u00e4hig zu den herk\u00f6mmlichen fossilen Grundstoffen, so McClory.<\/p>\n<p>Die Vereinbarung zwischen \u00c4thiopien und Vernique ist eines der wenigen Abkommen, die bisher im Rahmen der Uno-Konvention \u00fcber biologische Vielfalt ausgehandelt wurden. F\u00fcr den Zugang zu den genetischen Ressourcen des Landes entrichtet das Unternehmen an die \u00e4thiopische Regierung in den kommenden zehn Jahren Lizenzgeb\u00fchren, Abgaben und einen Gewinnanteil. <\/p>\n<p>Daneben k\u00f6nnen Hunderte von Bauern der Region jetzt mit Liefervertr\u00e4gen von Vernique Vernonia auf B\u00f6den anbauen, die f\u00fcr Nahrungsmittel zu n\u00e4hrstoffarm und trocken sind. Vernique plant bereits, den Vernonia-Anbau in \u00c4thiopien auf Tausende Hektar auszuweiten.<\/p>\n<p><b>Wachsende Bedeutung<\/b><\/p>\n<p>Wie Tewolde Berhan Gebre Egziabher, der Chef der \u00e4thiopischen Umweltschutzbeh\u00f6rde vermutet, d\u00fcrfte die Bedeutung von Vernonia f\u00fcr \u00c4thiopien in den kommenden Jahren wachsen, zumal Erd\u00f6lprodukte die Umwelt belasten und immer teurer werden. Er ist einer der bekanntesten Umweltsch\u00fctzer des Landes und vertritt \u00c4thiopien in der Uno-Konferenz f\u00fcr biologische Vielfalt. <\/p>\n<p>Nur einmal hatte das Land in Vergangenheit ein \u00e4hnliches Handelsabkommen. Sie wurde 2004 unterzeichnet und erlaubt dem niederl\u00e4ndischen Unternehmen Health and Performance Food International, \u00c4thiopische Zwerghirse zur Nahrungsmittelherstellung anzubauen. Derlei Abkommen seien dringend erforderlich, meint Egziabher. Denn zuvor &#8220;haben andere die genetischen Ressourcen \u00c4thiopiens einfach genommen und r\u00fccksichtslos verwendet&#8221;.<\/p>\n<p>Schon zwischen 1970 und 1990 hatte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) etliche Forschungsprojekte f\u00fcr die industrielle Nutzung des Vernonia-\u00d6ls initiiert, mit mehr als 50 zum Patent angemeldeten Anwendungen. Schlussendlich jedoch kam das USDA zu dem Fazit, dass sich ein Anbau in den USA nicht lohne &#8211; und stellte die Projekte ein.<\/p>\n<p>Um einen \u00e4hnlichen Ablauf diesmal zu vermeiden, arbeitet Vernique mit britischen Wissenschaftlern zusammen, um m\u00f6glichst \u00fcberzeugende Anwendungen f\u00fcr Vernonia-\u00d6l zu finden. Einer der gro\u00dfen Vorteile sei, so der Chemieprofessor Jim Howell von der <a href=\"http:\/\/www.keele.ac.uk\/\" >Keele-Universit\u00e4t<\/a>, dass das Vernonia-\u00d6l bereits von Natur aus epoxidiert ist. <\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem US-Chemiekonzern Eastman will er Vernonia-\u00d6l als Basis f\u00fcr Farbanstriche entwickeln. Zudem wollen die Forscher auch pr\u00fcfen, ob sich das Vernonia-\u00d6l eventuell als Zusatzstoff f\u00fcr langsam resorbierende Medikamente eignet. Solche Substanzen erforderlich, wenn ein Wirkstoff erst nach und nach im K\u00f6rper freigesetzt werden soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Eine Pflanze aus &Auml;thiopien k&ouml;nnte Erd&ouml;l schon bald Konkurrenz machen &#8211; als nat&uuml;rlicher Rohstoff f&uuml;r die Klebstoff- und Plastikindustrie. 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