{"id":9343,"date":"2006-08-30T00:00:00","date_gmt":"2006-08-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060830-09n"},"modified":"2006-08-30T00:00:00","modified_gmt":"2006-08-29T22:00:00","slug":"basf-cellulosefasern-effizienter-und-umweltvertraeglicher-herstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/basf-cellulosefasern-effizienter-und-umweltvertraeglicher-herstellen\/","title":{"rendered":"BASF: Cellulosefasern effizienter und umweltvertr\u00e4glicher herstellen"},"content":{"rendered":"<p><b>Cellulosefasern lassen sich mit Hilfe ionischer Fl\u00fcssigkeiten effizient und umweltvertr\u00e4glich herstellen. Zu diesem Ergebnis kommen die <a href=\"http:\/\/www2.basf.de\/\" >BASF<\/a> und das renommierte <a href=\"http:\/\/www.itcf-denkendorf.de\/\" >Institut f\u00fcr Textilchemie und Chemiefasern (ITCF)<\/a> in Denkendorf. Die ionischen Fl\u00fcssigkeiten vertreibt die BASF unter dem Markennamen Basionic<sup>TM<\/sup>, die entsprechenden Verfahren werden unter dem Namen Basil<sup>TM<\/sup> vermarktet.<\/b><\/p>\n<p>Die gemeinsam von BASF und dem ITCF seit mehr als einem Jahr durchgef\u00fchrten Praxisversuche haben gezeigt, dass sich die Effizienz des Herstellprozesses durch den Einsatz ionischer Fl\u00fcssigkeiten ma\u00dfgeblich steigern l\u00e4sst. Der Grund: Das L\u00f6sungsverhalten und die technisch nutzbaren Konzentrationen der Cellulose sind in ionischen Fl\u00fcssigkeiten eindeutig besser. &#8220;Au\u00dferdem weisen die mit Hilfe ionischer Fl\u00fcssigkeiten hergestellten Cellulosefasern schon heute vergleichbare Eigenschaften auf wie konventionell produzierte Fasern&#8221;, erkl\u00e4rt Dr. Eric Uerdingen, Mitarbeiter der Einheit New Business Development im Unternehmensbereich Zwischenprodukte der BASF.<\/p>\n<p>Weltweit wird der \u00fcberwiegende Teil an Cellulosefasern nach dem Viskoseverfahren aus so genanntem Chemie-Zellstoff hergestellt. Trotz der kontinuierlichen Verbesserung dieser Technologie in den letzten Jahrzehnten werden dabei mehr als zwei Tonnen Hilfschemikalien und erhebliche Mengen an Frischwasser pro Tonne produzierter Cellulosefaser verbraucht, so dass ein gro\u00dfer Aufwand f\u00fcr die Abwasserbehandlung n\u00f6tig ist. <\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber lassen sich die als L\u00f6semittel eingesetzten ionischen Fl\u00fcssigkeiten fast vollst\u00e4ndig wiederverwenden. Das Gleiche gilt f\u00fcr das beim Verspinnen der Fasern ben\u00f6tigte Wasser. Zus\u00e4tzlich sinkt die Menge an Hilfschemikalien deutlich. <\/p>\n<p><b>Praxisnahe Entwicklungsarbeit<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Zusammen mit der Gruppe von Dr. Klemens Massonne im Kompetenzzentrum Forschung und Technologie Chemikalien der BASF entwickeln wir derzeit die am besten geeigneten ionischen Fl\u00fcssigkeiten&#8221;, sagt ITCF-Forscher Dr. Frank Hermanutz, und weiter: &#8220;Die BASF ist mit ihrem breiten Portfolio an ionischen Fl\u00fcssigkeiten der ideale Partner.&#8221; <\/p>\n<p>Daneben steht die Aufarbeitung und das Wiederverwenden der ionischen Fl\u00fcssigkeiten sowie die Entwicklung ma\u00dfgeschneiderter Prozesse auf dem Entwicklungsprogramm. &#8220;Gemeinsam mit dem ITCF, das weitreichende Erfahrung bei der Faserherstellung hat, arbeiten wir an der Entwicklung der neuen Technologie und an praxisnahen Prozessen f\u00fcr Faserproduzenten&#8221;, so Uerdingen, und weiter: &#8220;Um diese Prozesse m\u00f6glichst praxisnah zu gestalten, streben wir jetzt eine enge Zusammenarbeit mit Faserherstellern an.&#8221;<\/p>\n<p>Seit Ende vergangenen Jahres arbeitet die BASF auch mit der University of Alabama (UoA), USA, zusammen. Bei dieser Kooperation geht es um Grundlagenforschung zur Verarbeitung von Cellulose mit dem Ziel nachwachsende Rohstoffe st\u00e4rker zu nutzen. <\/p>\n<p><b>Cellulose: Wichtiger nachwachsender Rohstoff<\/b><\/p>\n<p>Cellulose ist mit einem Vorkommen von etwa 700 Milliarden Tonnen die mengenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte nat\u00fcrliche organische Chemikalie auf der Erde und damit als nachwachsender Rohstoff von gro\u00dfer Bedeutung. Selbst von den durch die Natur j\u00e4hrlich nachgebildeten 40 Milliarden Tonnen werden aber nur 0,1 Milliarden Tonnen als Rohstoff f\u00fcr eine weitere Veredelung verwertet. <\/p>\n<p>Einer erweiterten Nutzung der Cellulose als nachwachsender Rohstoff steht bislang entgegen, dass es an einem geeigneten L\u00f6semittel f\u00fcr chemische Prozesse fehlt. Durch den Einsatz ionischer Fl\u00fcssigkeiten lassen sich erstmals L\u00f6sungen von Cellulose auf einfache Weise und in technisch attraktiven Konzentrationen bereitstellen. Die neue Technologie er\u00f6ffnet daher f\u00fcr die Verarbeitung von Cellulose gro\u00dfe Potenziale. <\/p>\n<p>Die BASF verf\u00fcgt \u00fcber etwa f\u00fcnf Jahre Erfahrung auf dem noch jungen Gebiet der ionischen Fl\u00fcssigkeiten, und zwar bei der Herstellung dieser Materialien sowie bei deren gro\u00dftechnischem Einsatz. Das Unternehmen betreibt am Standort Ludwigshafen bereits seit einigen Jahren das weltweit erste technische Verfahren, das ionische Fl\u00fcssigkeiten einsetzt. Dabei lassen sich S\u00e4uren aus Reaktionsl\u00f6sungen schnell und einfach entfernen. <\/p>\n<p>Bei der Reaktion zwischen S\u00e4ure und Base entsteht ein fl\u00fcssiges Salz anstatt fester Kristalle, die bei der Produktion h\u00e4ufig verfahrenstechnische Probleme bereiten. Bei Einsatz der ionischen Fl\u00fcssigkeiten entf\u00e4llt die zeitaufw\u00e4ndige und teure Filtration. Diese Fl\u00fcssigkeiten lassen sich wie \u00d6l von Wasser unkompliziert vom gew\u00fcnschten Produkt trennen und k\u00f6nnen zudem wieder verwendet werden. \u00dcberdies wirkt das an Stelle anderer Basen beigemengte 1-Methylimidazol als Katalysator und beschleunigt die Reaktion erheblich. <\/p>\n<p><b>Ionische Fl\u00fcssigkeiten der BASF sind \u00f6koeffizient&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Eine \u00d6koeffizienz-Analyse hat best\u00e4tigt, dass der Einsatz des Basil<sup>TM<\/sup>-Verfahrens zum Abfangen von S\u00e4uren bei der chemischen Synthese von Phosphorverbindungen im Vergleich zum konventionellen Verfahren bedeutend vorteilhafter ist. Gegen\u00fcber den in solchen Reaktionen \u00fcblicherweise verwendeten Aminen ist das BASF-Verfahren, das auf 1-Methylimidazol basiert, kosteng\u00fcnstiger und zugleich umweltvertr\u00e4glicher. Das neue Syntheseverfahren f\u00fcr die Phosphorverbindungen, die als chemische Bausteine zur Produktion von Photoinitiatoren in UV-h\u00e4rtenden Lacken eingesetzt werden, vermeidet zuverl\u00e4ssig eine Reihe bisher bestehender Probleme: Deren Stabilit\u00e4t wie auch die Produktausbeute wird verbessert, der Arbeitsaufwand wird minimiert. <\/p>\n<p><b>&#8230; und haben eine aussichtsreiche Zukunft<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Wir sagen den ionischen Fl\u00fcssigkeiten eine vielversprechende Zukunft voraus&#8221;, sagt Dr. Matthias Maase, Mitarbeiter der Einheit New Business Development im Unternehmensbereich Zwischenprodukte der BASF, und weiter: &#8220;Auf Grund ihrer Eigenschaften lassen sich auch au\u00dferhalb der klassischen Anwendungen in der Chemie v\u00f6llig neue Anwendungsgebiete erschlie\u00dfen. Beispiele sind ionische Fl\u00fcssigkeiten als neue Materialien oder als technische Fl\u00fcssigkeiten im Maschinen- und Automobilbau, aber auch im Bereich \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung bis hin zum Einsatz im Bereich nachwachsender Rohstoffe.&#8221; Der Weg in die Praxis zeichnet sich ab. Maase: &#8220;Wir f\u00fchren derzeit weltweit Gespr\u00e4che mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, die den Nutzen der ionischen Fl\u00fcssigkeiten erkannt haben und mit uns konkrete Einsatzm\u00f6glichkeiten er\u00f6rtern.&#8221;<\/p>\n<p>Die BASF erhielt f\u00fcr die Entwicklung und Anwendung ihrer innovativen ionischen Fl\u00fcssigkeiten im Jahr 2005 den &#8220;IChemE Award&#8221; von der Institution of Chemical Engineers (IChemE), dem britischen Verband der Chemie- und Prozessingenieure. Daneben hat das Magazin &#8220;European Chemical News&#8221; dem Unternehmen f\u00fcr die ionischen Fl\u00fcssigkeiten bereits im Jahr 2004 den &#8220;Innovation Award&#8221; verliehen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.basf.de\/zwischenprodukte\" >BASF Zwischenprodukte<\/a><\/p>\n<p>Der Unternehmensbereich Zwischenprodukte der BASF entwickelt, produziert und vermarktet das umfassendste Sortiment an Zwischenprodukten weltweit. Zu den bedeutendsten der mehr als 600 Produkte z\u00e4hlen Amine, Diole, Polyalkohole und S\u00e4uren. Zwischenprodukte dienen unter anderem als Ausgangsstoffe f\u00fcr Coatings, Kunststoffe, Pharmazeutika, Textilfasern, Wasch- und Pflanzenschutzmittel. <\/p>\n<p>Innovative Zwischenprodukte der BASF tragen dazu bei, die Eigenschaften der damit hergestellten Erzeugnisse und die Effizienz der Produktionsprozesse zu verbessern. Der Unternehmensbereich Zwischenprodukte agiert aus Standorten in Europa, Asien, Nord- und S\u00fcdamerika. Im Jahr 2005 erzielte der nach ISO 9001:2000 zertifizierte Unternehmensbereich mit 2.665 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Cellulosefasern lassen sich mit Hilfe ionischer Fl&uuml;ssigkeiten effizient und umweltvertr&auml;glich herstellen. 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