{"id":93420,"date":"2021-08-06T07:32:00","date_gmt":"2021-08-06T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=93420"},"modified":"2021-09-09T19:28:27","modified_gmt":"2021-09-09T17:28:27","slug":"auf-dem-weg-zur-klimaneutralitat-plastikrecycling-muss-starker-in-den-fokus-rucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/auf-dem-weg-zur-klimaneutralitat-plastikrecycling-muss-starker-in-den-fokus-rucken\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t: Plastikrecycling muss st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>Kunststoffproduktion und -abfallverbrennung verursachen hohe CO2-Emissionen \u2013 Neben innovativen emissionsarmen Produktionsprozessen m\u00fcssen Vermeidung von Plastikabfall und Recycling vorangetrieben und Potenzial der Kreislaufwirtschaft ausgesch\u00f6pft werden \u2013 Daf\u00fcr ist klarer politischer Rahmen notwendig \u2013 Reform des Emissionshandels und Produktstandards f\u00fcr Kreislaufwirtschaft w\u00e4ren wichtige Elemente<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kunststoffproduktion sorgt nicht nur f\u00fcr Abfallberge, sondern erzeugt auch CO2-Emissionen und treibt damit den Klimawandel voran. Auf eine Tonne Plastik entfallen f\u00fcr Herstellung und Verbrennung knapp f\u00fcnf Tonnen CO2. In Deutschland werden derzeit weniger als 20 Prozent der bei EndverbraucherInnen anfallenden Plastikabf\u00e4lle recycelt. ForscherInnen des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) haben untersucht, wie diese Quote gesteigert werden kann. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass eine ganze Reihe an politischen Instrumenten n\u00f6tig ist, um das CO2-Einsparpotenzial der Kreislaufwirtschaft voll auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.diw.de\/sixcms\/media.php\/37\/thumbnails\/WB26-2021-Kreislaufwirtschaft-Infografik.png.591543.png\" alt=\"Die Rahmenbedingungen verhindern qualitativ hochwertiges Recycling von Kunststoffen.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00a9&nbsp;DIW Berlin<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"text_block_titel1\">Fast f\u00fcnf Tonnen CO2 f\u00fcr eine Tonne produzierten Kunststoff<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201ePlastik verursacht nicht nur bei der Produktion erhebliche Treibhausgasemissionen: Rund zwei Drittel des Kunststoffabfalls werden aktuell mit hohem CO2-Aussto\u00df verbrannt\u201c, sagt Studienautorin Xi Sun aus der Abteilung Klimapolitik. Die Herstellung einer Tonne Kunststoff erzeugt fast zwei Tonnen CO2, bei der Verbrennung des Abfalls kommen weitere 2,7 Tonnen CO2 hinzu. \u201eDie Klimaziele Deutschlands und der restlichen EU werden verfehlt, wenn nicht erhebliche Anstrengungen zur St\u00e4rkung der Kreislaufwirtschaft unternommen werden\u201c, erg\u00e4nzt Co-Autor Frederik Lettow. \u201eUm bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral zu sein, reicht es nicht aus, allein auf emissionsarme Produktionsprozesse zu setzen.\u201c Dies gelte f\u00fcr den gesamten Grundstoffsektor, in dem rund 70 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen anfallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die EU-Kommission will mit Reformvorschl\u00e4gen f\u00fcr das europ\u00e4ische Emissionshandelssystem gew\u00e4hrleisten, dass der CO2-Aussto\u00df effektiver bepreist wird. Denn bisher gibt es weitreichende Ausnahmeregelungen im EU-Emissionshandel f\u00fcr Hersteller von Grundstoffen wie Plastik und die M\u00fcllverbrennung. Dadurch wird das CO2-Preissignal weitestgehend ausgesetzt und die Kreislaufwirtschaft systematisch benachteiligt. Mit dem f\u00fcr den 14. Juli angek\u00fcndigten EU-Gesetzespaket \u201eFit f\u00fcr 55\u201c (55 Prozent Emissionsminderungen bis 2030) m\u00fcsse die EU-Kommission Farbe bekennen, fordert Studienautor und Leiter der Abteilung Klimapolitik, Karsten Neuhoff. \u201eWerden nur neue Minderungsziele verk\u00fcndet oder ist der Kommission auch das Erreichen der Ziele wichtig? Messlatte wird sein, ob durch den Reformvorschlag das volle CO2-Preissignal Anreize schafft f\u00fcr alle Akteure zur klimaneutralen Herstellung, Einsparung, l\u00e4ngeren Nutzung und wertstofflichen Wiederverwertung von Plastik.\u201c<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201ePlastik verursacht nicht nur bei der Produktion erhebliche Treibhausgasemissionen: Rund zwei Drittel des Kunststoffabfalls werden aktuell mit hohem CO2-Aussto\u00df verbrannt.\u201c\u00a0\u00a0Xi Sun<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"text_block_titel1\">F\u00fcr effektives Recycling ist B\u00fcndel an Ma\u00dfnahmen notwendig&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein verst\u00e4rktes und hochwertigeres Recycling ist nur m\u00f6glich, wenn mehrere Hemmnisse entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette beseitigt werden. So gibt es bisher kaum Anreize bei der Herstellung von Produkten und Verpackungen, eine sp\u00e4tere Wiederverwertbarkeit zu ber\u00fccksichtigen. Deswegen sollte \u00fcber Produktstandards und eine Weiterentwicklung der Geb\u00fchrenstruktur des Dualen Systems erreicht werden, dass etwa Kunststoffverpackungen recycelbar gestaltet werden. Denn bisher schr\u00e4nkt eine Vielzahl von Zusatzstoffen im Plastik die weitere Verwertbarkeit des Abfalls ein. Mit einer gesetzlichen Beschr\u00e4nkung auf wenige Zusatzstoffe k\u00f6nnten Abf\u00e4lle effizienter getrennt und damit wiederverwertet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem k\u00f6nnten etwa umfassende Informationen \u00fcber Umweltauswirkungen das Verbraucherbewusstsein f\u00fcr Abfalltrennung und nachhaltigen Konsum st\u00e4rken und Investitionen in eine verbesserte Recyclinginfrastruktur angeregt werden. F\u00fcr eine effektive Umsetzung dieser Schritte ist es schlie\u00dflich wichtig, politische Verantwortlichkeiten und klare Ziele f\u00fcr Recyclingquoten festzulegen und dar\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit jeweils zeitnah zu berichten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Links<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.820722.de\/publikationen\/wochenberichte\/2021_26_1\/klimaneutralitaet_braucht_koordinierte_massnahmen_zur_staerkung_von_hochwertigem_recycling.html\">Studie im DIW Wochenbericht 26\/2021<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.820729.de\">Infografik in hoher Aufl\u00f6sung\u00a0<\/a>(JPG, 0.6 MB)<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.820724.de\/publikationen\/wochenberichte\/2021_26_2\/hochwertiges_recycling_hat_hohes_einsparpotenzial_an_treibhausgasen__interview.html\">Interview mit Karsten Neuhoff<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunststoffproduktion und -abfallverbrennung verursachen hohe CO2-Emissionen \u2013 Neben innovativen emissionsarmen Produktionsprozessen m\u00fcssen Vermeidung von Plastikabfall und Recycling vorangetrieben und Potenzial der Kreislaufwirtschaft ausgesch\u00f6pft werden \u2013 Daf\u00fcr ist klarer politischer Rahmen notwendig \u2013 Reform des Emissionshandels und Produktstandards f\u00fcr Kreislaufwirtschaft w\u00e4ren wichtige Elemente Die Kunststoffproduktion sorgt nicht nur f\u00fcr Abfallberge, sondern erzeugt auch CO2-Emissionen und treibt [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"DIW fordert klaren politischen Rahmen sowie eine Reform des Emissionshandels und der Produktstandards, damit eine Kreislaufwirtschaft wirklich gelingen kann","footnotes":""},"categories":[17143],"tags":[11841,13453,10453],"supplier":[876,2317],"class_list":["post-93420","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-recycling","tag-kreislaufwirtschaft","tag-kunststoffe","tag-recycling","supplier-deutsches-institut-fuer-wirtschaftsforschung-diw","supplier-european-commission"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93420"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93420\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93420"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=93420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}