{"id":9335,"date":"2006-09-04T00:00:00","date_gmt":"2006-09-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060904-05n"},"modified":"2006-09-04T00:00:00","modified_gmt":"2006-09-03T22:00:00","slug":"indien-erste-industrielle-produktionsanlage-fuer-jatropha-biodiesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/indien-erste-industrielle-produktionsanlage-fuer-jatropha-biodiesel\/","title":{"rendered":"Indien: Erste industrielle Produktionsanlage f\u00fcr Jatropha-Biodiesel"},"content":{"rendered":"<p><b>Im Juli wurde in Indien mit Hilfe der <a href=\"http:\/\/www.gtz.de\/\" >Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Technische Zusammenarbeit (GTZ)<\/a> die erste kommerzielle Anlage f\u00fcr die Produktion von Jatropha-Biodiesel in Betrieb genommen. Partner des Projektes sind der Frankfurter Anlagenbauer <a href=\"http:\/\/www.lurgi.de\/\" >Lurgi<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.chemicalconstruction.com\/\" >Chemical Construction International<\/a> aus Indien. Die Anlage soll 10.000 Tonnen Biokraftstoff pro Jahr produzieren. Abnehmer ist ein Busunternehmen aus Haiderabad.<\/b> <\/p>\n<p>Mit etwa 170 Millionen Hektar \u00d6dland bietet der Subkontinent gen\u00fcgend Anbaufl\u00e4chen f\u00fcr das bescheidene Gew\u00e4chs. In seinen sehr \u00f6lhaltigen Kernen liegt die Hoffnung vieler Kleinbauern. Denn aus ihnen lassen sich sowohl hochwertiger Biodiesel als auch Pflanzen\u00f6l f\u00fcr den Treib- und Brennstoffgebrauch herstellen. <\/p>\n<p>In Chorvadla, einem Dorf mit 1.200 Einwohnern im indischen Bundesstaat Gujarat, entsteht derzeit eine Versuchsplantage mit Jatrophastr\u00e4uchern. Auf ca. zehn Hektar stehen noch kleine Pflanzen in langen Reihen. Ihr Gr\u00fcn steht im signifikanten Kontrast zu der ansonsten d\u00fcrren Landschaft. &#8220;Wir testen, unter welchen Bedingungen Jatropha die h\u00f6chsten Ertr\u00e4ge bringt&#8221;, erkl\u00e4rt Jinabhai Sambhubhai Patolia, Wissenschaftler vom <a href=\"http:\/\/www.csmcri.org\/\" >Central Salt and Marine Chemicals Research Institute (CSMCRI)<\/a> in Bahavnagar. <\/p>\n<p>Das renommierte indische Institut ist der lokale Partner einer deutsch-indischen Zusammenarbeit zur Erforschung der Jatropha als Treibstoffpflanze. Beteiligt an dem Projekt sind die <a href=\"http:\/\/www.deginvest.de\/\" >Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG)<\/a>, die <a href=\"http:\/\/www.uni-hohenheim.de\/\" >Universit\u00e4t Hohenheim<\/a> und der Automobilkonzern <a href=\"http:\/\/www.daimlerchrysler.com\/\" >DaimlerChrysler<\/a>. <\/p>\n<p>Die Stuttgarter unterst\u00fctzen die Forschung mit 750.000 \u20ac und stellen drei Testfahrzeuge der C-Klasse zur Verf\u00fcgung. Die im indischen DaimlerChrysler-Werk in Pune gefertigten Modelle sind schon 10.000 Kilometer mit Biodiesel aus Jatropha kreuz und quer durch Indien gefahren. Medienwirksam wurden sie auf der h\u00f6chsten Stra\u00dfe der Welt in Leh am Himalaja getestet. <\/p>\n<p>&#8220;Unser Projekt soll helfen, Emissionen zu senken, Indiens Abh\u00e4ngigkeit von \u00d6limporten zu reduzieren und l\u00e4ndliche Armut zu bek\u00e4mpfen&#8221;, erkl\u00e4rt Hans-Michael Huber von DaimlerChrysler in Pune. <\/p>\n<p>Doch bis Jatropha im gro\u00dfen Stil angebaut werden kann, muss das Verhalten der Wildpflanze erst einmal genau erforscht werden. <\/p>\n<p>&#8220;Die Pflanze kann sehr viel, ist z\u00fcchterisch bisher aber kaum bearbeitet worden.&#8221; Klaus Becker von der Universit\u00e4t Hohenheim besch\u00e4ftigt sich seit 15 Jahren mit Jatropha. &#8220;Noch gibt es weder standardisiertes Saatgut noch berechenbare Ertr\u00e4ge oder gen\u00fcgend erforschte Anbaumethoden&#8221;, warnt Becker: &#8220;Aber nirgendwo wird das alles so intensiv untersucht wie in unserem Projekt.&#8221; <\/p>\n<p>Die Anfangsinvestition f\u00fcr den Anbau von Jatropha ist recht hoch. \u00d6konomisch sinnvolle Ertr\u00e4ge wirft die Pflanze erst nach f\u00fcnf Jahren ab, sie muss aber von Beginn an gepflegt werden. Daf\u00fcr tr\u00e4gt ein Jatrophastrauch aber 30 Jahre lang Purgiern\u00fcsse. Auf den B\u00f6den bei Chorvadla erwarten die Wissenschaftler Ertr\u00e4ge von etwa zwei Tonnen pro Hektar. Daraus lassen sich rund 500 Liter Biodiesel gewinnen. <\/p>\n<p>In Bahavnagar forscht man an einer Verwertung der gesamten Pflanze, um den wirtschaftlichen Nutzen f\u00fcr die Farmer noch zu optimieren. So verarbeitet das Institut das bei der Veresterung des Pflanzen\u00f6ls zu Biodiesel anfallende Glyzerin unter anderem zu Seife. Aber auch Biopolymere will man mit Hilfe von Bakterien hieraus entwickeln, welche z.B. in der Produktion von Autositzen Anwendung finden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In der hauseigenen Pilotanlage wurden im letzten Jahr 8.000 Liter Biodiesel gewonnen, die den Anforderungen der europ\u00e4ischen DIN-Norm 14214 entsprechen. Die Anlage kann 250 Liter am Tag produzieren und kostet etwa 30.000 \u20ac. <\/p>\n<p>Doch um den gro\u00dfen Markt f\u00fcr Biodiesel zu bedienen, braucht es andere Kapazit\u00e4ten. Unter anderem sollen sich bereits der Mineral\u00f6lkonzern <a href=\"http:\/\/www.bp.com\/\" >BP<\/a> und der indische Mischkonzern <a href=\"http:\/\/www.ril.com\/\" >Reliance<\/a> f\u00fcr die Forschung in Bhavnagar interessieren. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bp-foerdert-studie-ueber-biokraftstoffproduktion-aus-jatropha\/\" >2006-02-09<\/a>.)<\/p>\n<p>Indien importiert bislang den Gro\u00dfteil seines Erd\u00f6ls und bezahlt ihn teuer. Im vergangenen Jahr wurden 40 Millionen Tonnen Diesel verbraucht. F\u00fcr 2006 wird ein Verbrauch von 52 Millionen erwartet. Allein die Beimischung von f\u00fcnf Prozent Biodiesel w\u00fcrde einen Bedarf von \u00fcber 2,5 Millionen Tonnen verursachen. Ein Markt, f\u00fcr den es sich lohnt, \u00fcber Alternativen nicht nur nachzudenken. <\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/indias-biodiesel-scene\/\" >2006-04-06<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/jatropha-nuesse-vom-oedland-fuer-biodiesel-im-tank\/\" >2004-11-29<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Im Juli wurde in Indien mit Hilfe der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Technische Zusammenarbeit (GTZ) die erste kommerzielle Anlage f&uuml;r die Produktion von Jatropha-Biodiesel in Betrieb<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-9335","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9335"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9335\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9335"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=9335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}