{"id":93275,"date":"2021-08-05T07:13:00","date_gmt":"2021-08-05T05:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=93275"},"modified":"2021-09-09T19:28:36","modified_gmt":"2021-09-09T17:28:36","slug":"wie-kuhmagen-plastik-fressen-konnten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-kuhmagen-plastik-fressen-konnten\/","title":{"rendered":"Wie Kuhm\u00e4gen Plastik &#8220;fressen&#8221; k\u00f6nnten"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Das Recycling von Plastikunrat stellt nach wie vor ein gro\u00dfes Problem dar. Das Endprodukt kann beispielsweise oft nicht erneut f\u00fcr sensible Anwendungsbereiche wie die Lebensmittelverpackung verwendet werden. Will man den M\u00fcll nicht verbrennen, bleibt dann nur die Deponie \u2013 und von da aus wandert das petrochemisch hergestellte Material oft in Form von Mikroplastik in die Umwelt.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"nav_hochleistungsver__0\"><strong>Hochleistungsverdauer Kuh<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend lange suchen Forscher schon nach einer M\u00f6glichkeit, Mikroorganismen zu verwenden, um Kunststoff m\u00f6glichst r\u00fcckstandslos abzubauen. Im Magen von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Muttermilch-aus-dem-Fermenter-6007243.html\">K\u00fchen<\/a>&nbsp;\u2013 genauer: im gr\u00f6\u00dften der drei Vorm\u00e4gen, dem Pansen \u2013 wurden nun Lebewesen entdeckt, die in der Lage sein sollen, bestimmte Kunststoffe zu verdauen. Dies berichtet ein Team der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur Wien (BOKU).<\/p>\n\n\n\n<p>Schon zuvor war in der Forschung bekannt, dass das Kutin, eine polyesterartige Substanz, die in Pflanzenzellen vorkommt, von nat\u00fcrlich vorkommenden Mikroorganismen abgebaut werden kann. Da K\u00fche Hochleistungsverdauer pflanzlicher Nahrung sind, dachte sich das BOKU-Team um die Chemikerin Doris Ribitsch, dass dies auch im Pansen geschehen m\u00fcsse. Tats\u00e4chlich wurden die Mikroben in der Magenfl\u00fcssigkeit des Pansens auch identifiziert. Sie bilden Enzyme, die das Kutin aufspalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"nav_pet_pef_und__1\"><strong>PET, PEF und PBAT zerlegt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend wurden verschiedene Kunststoffarten von problematischeren wie PET bis hin zu als biologisch abbaubar beziehungsweise zumindest leicht recycelbar geltenden Plastikvarianten (PEF, PBAT) mit der Pansenfl\u00fcssigkeit in Kontakt gebracht \u2013 selbige ist weitl\u00e4ufig kosteng\u00fcnstig verf\u00fcgbar, weil sie bislang als Schlachthofabfall gilt. Es zeigte sich, dass&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/articles\/10.3389\/fbioe.2021.684459\/full\">alle drei getesteten Polymere in ihre Einzelbestandteile zerlegt werden konnten<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zu der bestehenden Literatur f\u00fcr reine Enzyme oder \u00dcberst\u00e4nde von einzelnen Mikroorganismen sei die Aktivit\u00e4t, also die Polyester-Hydrolyse, in der Pansenfl\u00fcssigkeit &#8220;relativ hoch&#8221; gewesen. Offenbar sei hier mehr als nur ein Enzym am Werk. Der Vorgang sei synergetisch. In einem n\u00e4chsten Schritt soll nun untersucht werden, welche Mikroorganismen und deren Enzyme im Polyester-Abbau die aktivsten sind. Prinzipiell k\u00f6nnten abenteuerlustige M\u00fcllbeseitiger aber schon jetzt zur kosteng\u00fcnstigen Pansenfl\u00fcssigkeit greifen, um Experimente zu wagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Recycling von Plastikunrat stellt nach wie vor ein gro\u00dfes Problem dar. Das Endprodukt kann beispielsweise oft nicht erneut f\u00fcr sensible Anwendungsbereiche wie die Lebensmittelverpackung verwendet werden. 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