{"id":9314,"date":"2006-09-11T00:00:00","date_gmt":"2006-09-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060911-05n"},"modified":"2006-09-11T00:00:00","modified_gmt":"2006-09-10T22:00:00","slug":"volkswagen-fordert-bevorzugte-foerderung-von-biokraftstoffen-der-2-generation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/volkswagen-fordert-bevorzugte-foerderung-von-biokraftstoffen-der-2-generation\/","title":{"rendered":"Volkswagen fordert bevorzugte F\u00f6rderung von Biokraftstoffen der 2. Generation"},"content":{"rendered":"<p><b>Volkswagen setzt bei seiner Antriebs- und Kraftstoffstrategie auf innovative Biokraftstoffe der 2. Generation und fordert von der Politik ein nachhaltiges Steuermodell, das Sicherheit f\u00fcr Investitionen in die Entwicklung und Markteinf\u00fchrung dieser neuen Kraftstoffe bietet.<\/b> <\/p>\n<p>&#8220;Die heutige Bewertung der Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen der 1. und der 2. Generation ist in jeder Hinsicht unbefriedigend, sowohl wirtschaftlich als auch mit Blick auf die Umwelt. Bio ist eben nicht gleich Bio: Bei einigen Biokraftstoffen der 1. Generation muss man regelrecht von einem &#8220;Wolf im Schafspelz&#8221; sprechen. Sie weisen zum Teil eine schlechtere CO<sub>2<\/sub>-Bilanz auf als herk\u00f6mmlicher Otto-Kraftstoff. <\/p>\n<p>Trotzdem firmieren sie unter dem Pr\u00e4dikat &#8220;Biokraftstoff&#8221;, sagte Dr. Bernd Pischetsrieder, Vorsitzender des Vorstandes der Volkswagen Aktiengesellschaft, am Donnerstag in Berlin. &#8220;Biokraftstoffe der 1. Generation werden mit knappen Haushaltsmitteln steuerlich gef\u00f6rdert und f\u00fchren damit zu Fehlinvestitionen. Hier kann man kaum von Nachhaltigkeit sprechen, weder im \u00f6kologischen, noch im \u00f6konomischen Sinn.&#8221;<\/p>\n<p>Volkswagen arbeitet seit Jahren intensiv an Konzepten zur Verbrauchsminderung und zur Substitution fossiler Energietr\u00e4ger. &#8220;Unser Kraftstoffkonzept beruht auf den Biokraftstoffen der 2. Generation, die weitgehend CO<sub>2<\/sub>-neutral aus Biomasse gewonnen werden k\u00f6nnen und nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen&#8221;, so Pischetsrieder.<\/p>\n<p>Biokraftstoffe der 2. Generation stehen jetzt an der Schwelle ihrer Kommerzialisierung. &#8220;Die Beimischung von biomassebasierten Kraftstoffen der 2. Generation ist technisch schnell umsetzbar und hilft damit kurzfristig bei der CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung&#8221;, so Pischetsrieder. Die Massenproduktion von Bioethanol der 2. Generation ist wegen des verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Herstellungsaufwands bisher noch nicht wirtschaftlich. <\/p>\n<p>Die reinen Herstellungskosten von Zellulose-Ethanol \u00fcbersteigen derzeit sowohl die Kosten mineral\u00f6lbasierten Benzins als auch die des konventionellen Bioethanols. Um diese Kraftstoffe trotzdem erfolgreich in den Markt zu bringen und eine Kosten reduzierende Weiterentwicklung anzusto\u00dfen, m\u00fcssen langfristige Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die bessere CO<sub>2<\/sub>-Effizienz auch finanziell attraktiv machen.<\/p>\n<p>&#8220;Biokraftstoffe der 2. Generation k\u00f6nnen sich nur \u00fcber ein nachhaltiges und ganzheitliches Steuermodell im Markt etablieren, das marktwirtschaftlich orientierte Anreize bietet&#8221;, sagte Pischetsrieder. Neben der CO<sub>2<\/sub>-Effizienz als Ma\u00dfstab fordert er zus\u00e4tzliche Nachhaltigkeitskriterien bei der Kraftstoffbesteuerung, die sich z.B. am D\u00fcngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz, am Schutz von Regenwaldgebieten sowie an Sozialstandards, Besch\u00e4ftigungspotenzialen und Versorgungssicherheit orientieren.<\/p>\n<p> &#8220;\u00dcberf\u00f6rderung und die Fehlallokation volkswirtschaftlicher Ressourcen m\u00fcssen vermieden werden&#8221;, so Pischetsrieder. Volkswagen hat ein Besteuerungsmodell entwickelt, das sowohl die CO<sub>2<\/sub>-Effizienz (Prim\u00e4rkriterium) als auch die genannten Nachhaltigkeitskriterien ber\u00fccksichtigt. Ein solches System k\u00f6nnte nach Ansicht von Volkswagen f\u00fcr eine europ\u00e4ische Harmonisierung der Besteuerung dienen.<\/p>\n<p>&#8220;Volkswagen arbeitet bereits an Konzepten zur industriellen Produktion von Biokraftstoffen der 2. Generation und ist bereit, ihre Herstellung mit erheblichen Investitionen voranzutreiben&#8221;, sagte der Leiter der Konzernforschung von Volkswagen, Prof. Dr. J\u00fcrgen Leohold. Volkswagen begr\u00fc\u00dfe die von der Bundesregierung vorgesehene Steuerbeg\u00fcnstigung f\u00fcr Biomass-to-Liquid und Ethanol aus Zellulose bis 2015. &#8220;Wir bezweifeln aber, dass das f\u00fcr eine langfristige Planungssicherheit von Gro\u00dfinvestitionen ausreicht&#8221;, sagte Leohold weiter.<\/p>\n<p><b>Neue Bio-Kraftstoffe reduzieren Emission von Kohlendioxid deutlich<\/b><\/p>\n<p>Zu den Biokraftstoffen der 2. Generation geh\u00f6ren der synthetische Biomass-to-Liquid-Kraftstoff SunFuel\u00ae und Zellulose-Ethanol, die die Verarbeitung ganzer Pflanzen sowie von Pflanzenresten unterschiedlichster Art, wie z.B. Stroh, erlauben. Biokraftstoffe der 1. Generation, wie Biodiesel oder Bioethanol, werden \u00fcberwiegend nur aus der Pflanzenfrucht gewonnen. Biokraftstoffe der 2. Generation f\u00fchren zu dreimal h\u00f6heren Hektarertr\u00e4gen und stellen im Gegensatz zu denen der 1. Generation keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar.<\/p>\n<p>Bei der Kraftstoffentwicklung arbeitet Volkswagen eng mit anderen Automobilherstellern sowie mit Biotech-Firmen und Mineral\u00f6lkonzernen zusammen. Der Autohersteller unterst\u00fctzt die Entwicklung Erfolg versprechender Verfahren und arbeitet schon heute an darauf abgestimmten Antriebssystemen: Gemeinsam mit <a href=\"http:\/\/www.choren.de\/\" >CHOREN Industries GmbH<\/a> und weiteren Partnern entwickelte das Unternehmen den vollsynthetischen Dieselkraftstoff SunFuel\u00ae. Durch die Verwendung von Biomasse kann hierbei der CO<sub>2<\/sub>-Kreislauf fast vollst\u00e4ndig geschlossen und eine Reduktion der Treibhausgase um ca. 90 Prozent erreicht werden. <\/p>\n<p>Bei Otto-Kraftstoffen kooperiert Volkswagen unter anderem mit der kanadischen <a href=\"http:\/\/www.iogen.ca\/\" >Iogen Corporation<\/a>, deren Verfahren zur Herstellung von Zellulose-Ethanol ein \u00e4hnlich hohes CO<sub>2<\/sub>-Reduktionspotential bietet.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/volkswagen-staerkt-biokraftstoffe-der-2-generation\/\" >2006-09-08<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Volkswagen setzt bei seiner Antriebs- und Kraftstoffstrategie auf innovative Biokraftstoffe der 2. 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