{"id":93111,"date":"2021-07-29T07:40:00","date_gmt":"2021-07-29T05:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=93111"},"modified":"2021-07-27T14:21:30","modified_gmt":"2021-07-27T12:21:30","slug":"starkes-pladoyer-holzbau-als-kohlenstoffspeicher-und-chance-zum-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/starkes-pladoyer-holzbau-als-kohlenstoffspeicher-und-chance-zum-klimaschutz\/","title":{"rendered":"Starkes Pl\u00e4doyer: Holzbau als Kohlenstoffspeicher und Chance zum Klimaschutz"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>\u201eHolz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist unverzichtbar \u2013 nicht nur f\u00fcr den Klimaschutz und die Transformation zur biobasierten Kreislaufwirtschaft, sondern auch als Wirtschaftsfaktor\u201c, so Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im Bundesministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft. Die Politik d\u00fcrfe nicht zulassen, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung eingestellt werde und m\u00fcsse sich f\u00fcr eine verantwortungsvolle Ressourcenpolitik zur innovativen Holzverwendung beim Bauen und in der Bio\u00f6konomie einsetzen, betonte Fuchtel auf der Veranstaltung \u201eKlima \u2013 Werte \u2013 Ressourcen: Holz z\u00e4hlt!\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fuchtel verwies darauf, dass der Dialogprozess Charta f\u00fcr Holz hierzu wichtige Impulse gebe. So unterst\u00fctzte das BMEL in den vergangenen vier Jahren im Kontext der Ziele der Charta mehr als 550 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit rund 175 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Veranstaltung in der Reihe \u201eCharta f\u00fcr Holz 2.0 im Dialog\u201c r\u00fcckte das BMEL politische Programme und Aktivit\u00e4ten f\u00fcr die nachhaltige Holzverwendung in Europa in den Fokus. \u201eDen gro\u00dfen Herausforderungen beim Klimaschutz k\u00f6nnen wir nur auf internationaler Ebene begegnen\u201c, erkl\u00e4rte Norbert Lins, Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung im Europ\u00e4ischen Parlament, unter Verweis auf das neue Klimagesetz der EU und die k\u00fcnftige EU-Forststrategie zur Umsetzung des europ\u00e4ischen Green Deals. Mit der Charta f\u00fcr Holz werde gezeigt, welch enormes Potential die ganzheitliche Verwendung von Holz und eine nachhaltige Waldnutzung birgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die nordrhein-westf\u00e4lische Ministerin f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Ursula Heinen-Esser, deren Ministerium als Unterst\u00fctzer der Charta f\u00fcr Holz Partner der Dialogveranstaltung war, unterstrich die gemeinschaftlichen Herausforderungen der L\u00e4nder in der Klima-, Wald- und Holzpolitik. \u201eDer nachwachsende Rohstoff Holz verbindet uns \u00fcber die Grenzen hinweg\u201c, sagte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Impulsvortrag zum Auftakt der Veranstaltung mahnte Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Gr\u00fcnder und Direktor a. D. des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK), zwingend die Holzverwendung beim Bauen an. 40 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen resultierten aus dem Errichten, Betreiben und Abrei\u00dfen von Geb\u00e4uden, berichtete er. Schellnhuber forderte neben der Wiederaufforstung devastierter Fl\u00e4chen eine weltweite \u201eBauwende hin zur organischen Architektur\u201c mit nat\u00fcrlichen Rohstoffen, um \u201eGeb\u00e4ude als globale Kohlenstoffsenke\u201c zu nutzen. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie sie in Deutschland und der EU praktiziert werde, sei dazu eine wesentliche Voraussetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSeit 2017 gab es einen deutlichen Schub beim Bauen mit Holz auf nationaler wie auf L\u00e4nder- und kommunaler Ebene. Dazu hat auch der politische R\u00fcckenwind und der strategische Rahmen der Charta f\u00fcr Holz beigetragen \u2013 flankiert von gezielten Ma\u00dfnahmen im Bereich Forschung und Entwicklung, Wissenstransfer und Politikberatung.\u201c erkl\u00e4rte Dr. Eva Ursula M\u00fcller, Abteilungsleiterin Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe im Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL), bei der Vorstellung der Charta f\u00fcr Holz.<\/p>\n\n\n\n<p>Vertreter aus den zust\u00e4ndigen Ministerien in Frankreich, Schweden und \u00d6sterreich umrissen Strukturen und Programme der Wald- und Holzpolitik ihrer L\u00e4nder. \u00d6sterreich hatte zu Jahresbeginn 2021 einen mit 350 Millionen Euro finanzierten Waldfonds aufgelegt, der u. a. die stoffliche und energetische Nutzung von Holz st\u00e4rkt. Die \u00f6sterreichische Initiative \u201eThink Wood\u201c unterst\u00fctzt holzbasierte Produkte und Dienstleistungen. Auch Frankreich startete ein Konjunkturprogramm mit 200 Millionen Euro, aus dem Wiederaufforstungen, Samen- und Setzlings-Plantagen und der Ausbau von S\u00e4gewerken unterst\u00fctzt werden. Frankreich setzt zudem darauf, die Olympischen Spiele 2024 in Paris zu einem \u201eSchaufenster f\u00fcr den Holzbau\u201c werden zu lassen. Kernst\u00fcck des Nationalen Waldprogramms Schwedens ist \u2013 \u00e4hnlich der Charta f\u00fcr Holz 2.0 \u2013 der gesellschaftliche Dialog zu Klimaschutz, nachhaltiger Nutzung und Schutz der W\u00e4lder. Dar\u00fcber hinaus werde in Schweden ein Konzept \u201eWooden Cities\u201c zur F\u00f6rderung des Holzbaus entwickelt. Die L\u00e4ndervertreter w\u00fcrdigten das Engagement der deutschen Politik, die mit der \u201eCharta f\u00fcr Holz 2.0\u201c Pionierarbeit f\u00fcr die bessere Wahrnehmung und Umsetzung einer verantwortungsvollen Ressourcenpolitik Holz geleistet habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Vertreter des Referats Landnutzung und Innovationsfinanzierung der Europ\u00e4ischen Kommission, des Br\u00fcsseler Forschungs- und Innovationsnetzwerks FTP, der Europ\u00e4ischen S\u00e4gewerks-Organisation EOS und des Verbands der Europ\u00e4ischen Holzindustrie CEI-Bois sowie des Europ\u00e4ischen Forschungsinstituts EFI debattierten zusammen mit Klimaforscher Schellnhuber und BMEL-Abteilungsleiterin M\u00fcller mit Chatteilnehmern die Chancen und Grenzen der Holzverwendung im Klimawandel aus der Sicht von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchern. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion pl\u00e4dierten f\u00fcr das Erh\u00f6hen des Holzbauanteils, f\u00fcr Recyling und Kaskadenwirtschaft. Forschung und Entwicklung m\u00fcssten weitere Substitutionsoptionen f\u00fcr Holz erschlie\u00dfen, Einsatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr gesch\u00e4digtes Holz gefunden werden und die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Holzindustrie in Europa gesichert ist. Gleichzeitig m\u00fcssten Wege gefunden werden, Zielkonflikte innerhalb des Green Deals zwischen den Bereichen Biodiversit\u00e4t und verst\u00e4rkter Holzverwendung z.B. f\u00fcr den Holzbau im Geb\u00e4udesektor zu l\u00f6sen. \u201eWer Einschr\u00e4nkungen der Waldbewirtschaftung fordert, muss auch Alternativen zur Holzverwendung aufzeigen. Diese Alternativen liegen nicht in konventionellen Materialen mit nachteiliger \u00d6kobilanz und nicht in Appellen zum Verzicht. Die beste Alternative im Klimawandel ist die Verwendung von Holz\u201c, res\u00fcmierte Dr. Eva M\u00fcller am Ende der Veranstaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Livestream der Charta-Veranstaltung war von rund 250 Zuschauern verfolgt worden, mehr als ein Viertel davon aus dem europ\u00e4ischen Ausland. Der Stream steht in K\u00fcrze auf der Veranstaltungswebseite unter <a href=\"https:\/\/www.charta-fuer-holz.de\/charta-aktivitaeten\/charta-im-dialog-2021\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.charta-fuer-holz.de\/charta-aktivitaeten\/charta-im-dialog-2021<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHolz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist unverzichtbar \u2013 nicht nur f\u00fcr den Klimaschutz und die Transformation zur biobasierten Kreislaufwirtschaft, sondern auch als Wirtschaftsfaktor\u201c, so Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im Bundesministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft. Die Politik d\u00fcrfe nicht zulassen, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung eingestellt werde und m\u00fcsse sich f\u00fcr eine verantwortungsvolle Ressourcenpolitik zur innovativen Holzverwendung beim Bauen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Europ\u00e4ische Programme zur innovativen, nachhaltigen Holzverwendung im Charta-Dialog","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[16380,11286,10608],"supplier":[6286,19232],"class_list":["post-93111","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biobased","tag-biocomposites","tag-biooekonomie","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93111"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93111\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93111"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=93111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}