{"id":92652,"date":"2021-07-19T07:35:00","date_gmt":"2021-07-19T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=92652"},"modified":"2021-07-14T11:54:32","modified_gmt":"2021-07-14T09:54:32","slug":"wasserstoff-aus-biomull-start-up-hat-neues-verfahren-entwickelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wasserstoff-aus-biomull-start-up-hat-neues-verfahren-entwickelt\/","title":{"rendered":"Wasserstoff aus Biom\u00fcll: Start-up hat neues Verfahren entwickelt"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/width\/610\/q85.png-lossy-85.webp-lossy-85.foil1\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/3\/1\/3\/4\/9\/2\/1\/shutterstock_1771574972-e51875aff65fef1a.jpeg\" alt=\"EU soll F\u00fchrungsposition bei gr\u00fcnem Wasserstoff einnehmen\" width=\"458\" height=\"257\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Prinzip der Pyrolyse ist schon lange bekannt: Organische Materialien werden unter hoher Temperatur und Sauerstoffausschluss zerlegt. Dabei gibt es zwei grundlegende Verfahren. Bei der \u201eautothermen\u201c Pyrolyse wird die n\u00f6tige Hitze durch Verbrennung eines Teils der entstehenden Gase innerhalb des Reaktors erzeugt. Der Nachteil: Durch die Verbrennung sinkt die Ausbeute an gewonnenem Gas. Bei der \u201eallothermen\u201c Pyrolyse wird die W\u00e4rme hingegen von au\u00dfen zugef\u00fchrt. Das macht es allerdings schwieriger, im Reaktor eine exakte und gleichm\u00e4\u00dfige Temperatur zu erzeugen \u2013 ein wichtiger Faktor f\u00fcr saubere chemische Prozesse.Anzeige<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePyrolyse im industriellen Ma\u00dfstab ist bisher nur mit ganz hochwertiger Biomasse gelungen, zum Beispiel mit altem Bauholz\u201c, sagt BHYO-Gesellschafter Bernd Bodeit. \u201eAber wir wollten ein Verfahren entwickeln, das auch mit schwieriger Biomasse funktioniert\u201c \u2013 etwa Kl\u00e4rschlamm, Gr\u00fcnschnitt, Lebensmittelreste, Biom\u00fcll, Kompost oder G\u00e4rreste aus Biogasanlagen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_vorteile_ohne__0\">Vorteile ohne Nachteile<\/h3>\n\n\n\n<p>Dazu hat&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bhyo.tech\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">das Start-up mit Sitz in Ludwigshafen<\/a>&nbsp;die beiden Verfahren zu einem \u201eHybrid\u201c-Modell zusammengef\u00fchrt. Der Reaktor kann von au\u00dfen mit einem beliebigen Brenngas beheizt werden, w\u00e4hrend auch im Inneren eine kontrollierte autotherme Pyrolyse stattfindet. \u201eSo verbinden wir die Vorteile unter Vermeidung der Nachteile\u201c, sagt Bodeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Abw\u00e4rme des Reaktors wird die Biomasse zun\u00e4chst getrocknet. In Form von Pellets kommt sie dann in den Reaktor, wo sie Temperatur von rund 900 Grad ausgesetzt wird. Dabei entsteht eine Gasmischung, die \u00fcberwiegend&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Rueckschlag-fuer-die-Brennstoffzelle-Ein-Nachruf-auf-den-Honda-FCX-Clarity-6124500.html\">aus Wasserstoff<\/a>&nbsp;und Kohlenmonoxid besteht \u2013 sogenanntes \u201eSynthesegas\u201c. Der Betreiber einer Anlage kann daraus mit etablierten industriellen Prozessen beispielsweise Kohlenwasserstoffe herstellen oder den Wasserstoff abscheiden und in einer Brennstoffzelle verstromen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben 1500 Stunden Versuche in einer Testanlage gefahren und sind dabei auf eine Wasserstoff-Ausbeute von bis zu 50 Prozent gekommen\u201c, so Bodeit. Aus einer Tonne Biomasse lassen bis zu 100 Kilogramm Wasserstoff herstellen, hat eine Begutachtung des Fraunhofer ISI und der TH Bingen ergeben. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens, so Bodeit: Es falle im Gegensatz zur klassischen Pyrolyse nur sehr wenig st\u00f6rendes Teer an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_autarker_reaktor_1\">Autarker Reaktor<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Prinzip lie\u00dfe sich der Reaktor auch autark betreiben, indem ein Teil des erzeugten Gases zum Heizen genutzt wird. \u201eEs ist nur die Frage, wie sinnvoll das ist\u201c, sagt Bodeit. Schlie\u00dflich sei Wasserstoff viel zu wertvoll, um einfach verheizt zu werden. Faul- oder Biogas tut es auch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnser Hauptkundenkreis sind Kommunen und Gebietsk\u00f6rperschaften\u201c, so Bodeit. Bei ihnen fielen viel Kl\u00e4rschlamm, Biom\u00fcll und Gr\u00fcnschnitt an, deren Entsorgung durch strengere Vorschriften zunehmend schwierig werde. Um den gesamten organischen Abfall einer Stadt von 90.000 Einwohnern zu verwerten, w\u00e4re laut Modellrechnung eine Anlage von der Gr\u00f6\u00dfe eines Fu\u00dfballplatzes n\u00f6tig. Sie k\u00f6nnte j\u00e4hrlich 500 bis 600 Tonnen Wasserstoff erzeugen. Das entspricht einem Energiegehalt von bis zu 20.000 Megawattstunden. \u201eDamit kann man richtig was anfangen\u201c, sagt Bodeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit existiert eine Versuchsanlage mit einer Kapazit\u00e4t von bis zu acht Tonnen im Jahr. Nach Angaben von Bodeit ist das Start-up im Gespr\u00e4ch mit f\u00fcnf Kommunen, um die Anlage in der Praxis zu testen \u2013 mit einem nachgeschalteten Reinigungssystem, das den Wasserstoff abtrennt. Im Sommer n\u00e4chsten Jahres, hofft Bodeit, werde man diese Anlage in Betrieb nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Prinzip der Pyrolyse ist schon lange bekannt: Organische Materialien werden unter hoher Temperatur und Sauerstoffausschluss zerlegt. Dabei gibt es zwei grundlegende Verfahren. Bei der \u201eautothermen\u201c Pyrolyse wird die n\u00f6tige Hitze durch Verbrennung eines Teils der entstehenden Gase innerhalb des Reaktors erzeugt. Der Nachteil: Durch die Verbrennung sinkt die Ausbeute an gewonnenem Gas. 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