{"id":9265,"date":"2006-07-13T00:00:00","date_gmt":"2006-07-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060713-05n"},"modified":"2006-07-13T00:00:00","modified_gmt":"2006-07-12T22:00:00","slug":"neue-marktuebersicht-zum-textilsortiment-aus-bio-baumwolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-marktuebersicht-zum-textilsortiment-aus-bio-baumwolle\/","title":{"rendered":"Neue Markt\u00fcbersicht zum Textilsortiment aus Bio-Baumwolle"},"content":{"rendered":"<p><b>Baumwolle ist &#8211; konventionell angebaut &#8211; allerdings eine der am st\u00e4rksten mit Pestiziden behandelten Pflanzen, mit schweren Folgen f\u00fcr Mensch und Umwelt. Auch die insgesamt immer st\u00e4rkere Verlagerung der Textilproduktion in so genannte Billig-Lohnl\u00e4nder ist problematisch, denn in vielen F\u00e4llen sind dort \u00f6kologische und vor allem soziale Mindeststandards wie Mindestl\u00f6hne oder Verzicht auf Kinderarbeit nicht garantiert.<\/p>\n<p>Gibt es Alternativen?<\/b> <\/p>\n<p>&#8220;Ja&#8221;, sagt Dr. Dirk Bunke vom <a href=\"http:\/\/www.oeko.de\/\" >\u00d6ko-Institut e.V.<\/a>, &#8220;fair produzierte und schadstoffgepr\u00fcfte Kleidung aus Bio-Baumwolle.&#8221; Die Produktion von Bio-Baumwolle hat sich nach einem Bericht der gemeinn\u00fctzigen Organisation <a href=\"http:\/\/www.organicexchange.org\/\" >Organic Exchange<\/a> in den vergangenen vier Jahren fast vervierfacht. <\/p>\n<p>Die Zahl der produzierten Bio-Ware stieg in der Saison 2004\/2005 auf 25.394 Tonnen, in den Jahren 2000\/2001 waren es nur 6.480 Tonnen. Da aber insgesamt 26 Mio. Tonnen Baumwolle weltweit produziert wurden, ist der Anteil an Bio-Baumwolle immer noch verschwindend gering &#8211; ebenso wie der Anteil der Kleidung aus Bio-Baumwolle.<\/p>\n<p>Welche Unternehmen solche Textilien nicht nur in Einzelst\u00fccken, sondern in ganzen Sortimenten anbieten, erfahren Verbraucher ab sofort aus der neuen EcoTopTen-Markt\u00fcbersicht zum Textilsortiment aus Bio-Baumwolle unter <a href=\"http:\/\/www.ecotopten.de\/prod_kleidung_prod.php\" >www.ecotopten.de\/prod_kleidung_prod.php<\/a>.<\/p>\n<p>Beim kontrolliert biologischen Anbau von Baumwolle wird vollst\u00e4ndig auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet. Schadstoffgepr\u00fcfte Textilien enthalten keine problematischen Stoffe in der Kleidung und bei fair produzierter Kleidung ist die Einhaltung sozialer Mindeststandards f\u00fcr die Arbeiterinnen und Arbeiter garantiert. <\/p>\n<p>Die EcoTopTen-Markt\u00fcbersicht nennt insgesamt 14 Unternehmen, die Kleidung aus schadstoffgepr\u00fcfter Bio-Baumwolle anbieten, die zum Gro\u00dfteil auch fair produziert ist. In ausf\u00fchrlichen Unternehmensprofilen erfahren Verbraucher zudem N\u00e4heres \u00fcber die Anbieter, ihrem Sortiment, den Produktionsbedingungen und den G\u00fctezeichen, mit denen die Kleidung gekennzeichnet ist.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick erscheint dies als umfangreiche Auswahl. Doch der Eindruck t\u00e4uscht. Denn der Anteil an Kleidung aus Bio-Baumwolle am textilen Gesamtangebot liegt weit unter einem Prozent. Daf\u00fcr gibt es viele Gr\u00fcnde. Ein gro\u00dfes Hemmnis ist der Vertriebsweg, ermittelte das <a href=\"http:\/\/www.isoe.de\/\" >Institut f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Forschung ISOE<\/a> im Rahmen der Konsumforschung f\u00fcr EcoTopTen: Kleidung aus Bio-Baumwolle wird \u00fcberwiegend \u00fcber den Versandhandel oder das Internet angeboten. Dabei gelten gerade diese bei Verbrauchern als wenig attraktiv, weil die Kleidungsst\u00fccke weder angefasst noch direkt anprobiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine weitere Schwierigkeit, die Verbraucher verunsichert: F\u00fcr \u00f6kologisch oder fair produzierte Kleidung gibt es, anders als bei Lebensmitteln, bisher kein einheitliches G\u00fctesiegel, sondern zahlreiche Textillabel, die in unterschiedlichem Umfang auf den Schadstoffgehalt, die Verwendung von Biobaumwolle oder die Einhaltung sozialer Kriterien eingehen und von denen viele den Verbrauchern noch nicht einmal bekannt sind. <\/p>\n<p>Das am weitesten verbreitete Textillabel, der \u00d6ko-Tex Standard 100, garantiert zum Beispiel, dass das fertige Kleidungsst\u00fcck schadstoffgepr\u00fcft ist. Was vielen Verbrauchern nicht bewusst ist: Es sagt nichts dar\u00fcber aus, wie &#8211; wenig &#8211; \u00f6kologisch oder fair es produziert wurde. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oeko-tex-nicht-immer-standard\/\" >2003-02-05<\/a>.)<\/p>\n<p>Der Hauptgrund des geringen Interesses an \u00f6kologischer Kleidung liegt aber woanders: &#8220;Beim Kauf spielen meist v\u00f6llig andere Kriterien die entscheidende Rolle: Stil, Passform, Marke, Preis, Modernit\u00e4t&#8221;, stellt Dirk Bunke fest. &#8220;Umweltfreundlich und fair hergestellte Kleidung k\u00e4mpft dagegen immer noch mit dem Vorurteil von langweiligen \u00d6koklamotten.&#8221; Dabei erobert Bio-Baumwolle mittlerweile sogar die Pariser Laufstege. Und es gibt gute Gr\u00fcnde, beim Kleiderkauf auf umweltfreundlich und fair hergestellte Textilien zu setzen. <\/p>\n<p>&#8220;Sie g\u00f6nnen sich damit nicht nur sch\u00f6ne St\u00fccke ohne Schadstoffe, die angenehm zu tragen und f\u00fcr Ihre Haut gesundheitlich unbedenklich sind&#8221;, argumentiert Dirk Bunke. &#8220;Sie k\u00f6nnen auch einen entscheidenden Impuls daf\u00fcr geben, dass die Unternehmen in der textilen Kette ihre Verantwortung wahrnehmen und zu umweltfreundlichen und sozial fairen Bedingungen produzieren.&#8221;<\/p>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Markt\u00fcbersicht, Hinweise auf weitere Anbieter, Tipps und zus\u00e4tzliche Informationen rund um das Thema Textilien lesen Sie im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.ecotopten.de\/produktfeld_kleidung.php\" >www.ecotopten.de\/produktfeld_kleidung.php<\/a>, weitere interessante Downloads finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.ecotopten.de\/download.php\" >www.ecotopten.de\/download.php<\/a>. <\/p>\n<p>EcoTopTen ist eine gro\u00df angelegte Initiative f\u00fcr nachhaltigen Konsum und Produktinnovationen im Massenmarkt, die das \u00d6ko-Institut initiiert hat. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden empfehlen die WissenschaftlerInnen eine Auswahl an hochwertigen so genannten EcoTopTen-Produkten, die ein angemessenes Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis haben und aus Umweltsicht allesamt Spitzenprodukte sind. <\/p>\n<p>Das EcoTopTen-Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert, die EcoTopTen-Kampagne vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der Stiftung Zukunftserbe. Medienpartner ist das Monatsmagazin &#8220;natur&#038;kosmos&#8221;, das kontinuierlich \u00fcber EcoTopTen und die neuesten Markt\u00fcbersichten berichtet.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Kathrin Graulich<br \/>Projektleiterin EcoTopTen im Forschungsbereich Produkte &#038; Stoffstr\u00f6me <br \/><a href=\"http:\/\/www.oeko.de\/\" >\u00d6ko-Institut e.V.<\/a><br \/>Gesch\u00e4ftsstelle Freiburg <br \/>Telefon 0761\/45 295-51 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:k.graulich@oeko.de\">k.graulich@oeko.de<\/a><\/p>\n<p>PD Dr. Dirk Bunke, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Produkte &#038; Stoffstr\u00f6me <br \/><a href=\"http:\/\/www.oeko.de\/\" >\u00d6ko-Institut e.V.<\/a> <br \/>Telefon 0761\/45 295-46 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:d.bunke@oeko.de\">d.bunke@oeko.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/baumwolle-2006-experten-prognostizieren-sinkende-produktionen-und-steigende-preise\/\" >2006-02-06<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zahl-der-bio-baumwollproduzenten-waechst\/\" >2006-05-23<\/a>.) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Baumwolle ist &#8211; konventionell angebaut &#8211; allerdings eine der am st&auml;rksten mit Pestiziden behandelten Pflanzen, mit schweren Folgen f&uuml;r Mensch und Umwelt. 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