{"id":9247,"date":"2006-07-25T00:00:00","date_gmt":"2006-07-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060725-01n"},"modified":"2006-07-25T00:00:00","modified_gmt":"2006-07-24T22:00:00","slug":"basf-die-sohlen-vom-acker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/basf-die-sohlen-vom-acker\/","title":{"rendered":"BASF: Die Sohlen vom Acker"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Wer im n\u00e4chsten Jahr Schuhe kauft, k\u00f6nnte sie mit Sohlen erhalten, die ihren Ursprung teilweise auf dem Acker haben. Die <a href=\"http:\/\/www.basf-schwarzheide.de\/\" >BASF Schwarzheide GmbH<\/a> will f\u00fcr Polyurethan(PUR)-Weichsch\u00e4ume k\u00fcnftig au\u00dfer Erd\u00f6l nachwachsende Rohstoffe verwerten.<\/b> <\/p>\n<p>Deren Anteil am f\u00fcr die PUR-Herstellung ben\u00f6tigten Polyesterol w\u00fcrde rund 15 Prozent ausmachen. Die BASF k\u00f6nnte dabei auch auf die Vorarbeit des Schwarzheider Werkes der <a href=\"http:\/\/www.biopetrol-ind.com\/\" >Biopetrol Industries AG<\/a> zur\u00fcckgreifen und das bei deren Biodieselproduktion anfallende Glyzerin nutzen.&#8221;<\/p>\n<p>Die BASF ist ein gro\u00dfer Lieferant f\u00fcr die Schuhindustrie. Bisher hat das Material f\u00fcr die Sohlen seinen Ursprung  im Erd\u00f6l. Der Preis f\u00fcr diesen Rohstoff verteuerte sich in den vergangenen Jahren jedoch dramatisch und in den kommenden Jahrzehnten d\u00fcrfte sich das Erd\u00f6l weiter verknappen. <\/p>\n<p>Bei der BASF hat ein Umdenken begonnen, die Suche nach Alternativen. Und die werden au\u00dfer in Erdgas und Kohle zum gro\u00dfen Teil in nachwachsenden Rohstoffen gesehen. 2004 stellte der in Ludwigshafen beheimatete weltgr\u00f6\u00dfte Chemiekonzern aber erst zwei Prozent seiner Produkte auf der Basis von Biomasse her, wie die Laborleiterin Elke Bleuel berichtet.<\/p>\n<p>In Schwarzheide w\u00fcrde ein Schwenk in Richtung Biomasse zus\u00e4tzlich erhebliche Synergieeffekte bringen. Das liegt daran, dass im Rahmen der BASF-Ansiedlungsinitiative auch ein Biodieselwerk am Standort entstand. Es geh\u00f6rt heute der Biopetrol Industries AG. <\/p>\n<p>Bei der Produktion von j\u00e4hrlich 150.000 Tonnen Biodiesel auf der Basis von Raps\u00f6l fallen als Nebenprodukt 30.000 Tonnen Glyzerin an. Das ist ein Alkohol, der sich anstelle eines aus Erd\u00f6l gewonnenen Vorprodukts zur Herstellung von Polyesterolen einsetzen l\u00e4sst. Polyesterole sind langkettige Molek\u00fcle aus Alkoholen und S\u00e4uren, die zusammen mit Isozyanaten die beiden Grundbausteine aller PUR-Kunststoffe bilden. Es sei gut denkbar, dass die BASF von Biopetrol Glyzerin bezieht, sagt Pressesprecher Arne Petersen. Wegen der r\u00e4umlichen N\u00e4he br\u00e4chte das logistische Vorteile.<\/p>\n<p>Die Entwicklung von Polyesterolen auf der Basis von Bioalkoholen (Glyzerin) wurde in diesem Jahr mit dem ersten Preis im Innovations- und Business-Excellence-Wettbewerb der BASF Schwarzheide GmbH gew\u00fcrdigt. Dem ausgezeichneten Team geh\u00f6ren vier Mitarbeiter aus Schwarzheide, darunter die Laborleiterin Elke Bleuel, an. <\/p>\n<p>Weitere vier Team-Mitglieder kommen aus Ludwigshafen sowie von der BASF-Tochter Elastogran aus Lemf\u00f6rde (Niedersachsen) und Zingonia (Norditalien). Der PUR-Vermarkter Elastogran pr\u00fcft in engem Kontakt mit den Kunden, ob das modifizierte Material auch deren hohen Qualit\u00e4tsanspr\u00fcchen entspricht.<\/p>\n<p><b>Haltbarkeit wird getestet<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Derzeit laufen zum Beispiel bei Schuhproduzenten in Italien mechanische Beanspruchungstests.&#8221; Bleuel erl\u00e4utert, es sei nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass die langen Polyesterol-Ketten auf Glyzerin-Basis im Zusammenwirken mit Isozyanat dann auch PUR-Ketten mit haargenau denselben Eigenschaften ergeben wie beim Einsatz des Vorprodukts auf Erd\u00f6l-Basis. Da sei viel Entwicklungsarbeit zu leisten. Aber die Chemikerin ist zuversichtlich, dass noch 2006 in Italien erste PUR-Sohlen in Serie hergestellt werden, die ihren Ursprung nicht mehr nur im \u00d6l, sondern auch auf dem Raps-Acker haben.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;F\u00fcr die Autoindustrie wird ebenfalls am Einsatz von PUR-Weichsch\u00e4umen auf Glyzerin-Basis gearbeitet. Sie dienen zum Beispiel als Flammkaschierung in Autot\u00fcren, Sitzbez\u00fcgen und Dachhimmeln. Der PUR-Schaum wird dazu mit Flammschutzmitteln versehen. In erw\u00e4rmter Form l\u00e4sst er sich leicht mit dem Textilstoff verbinden und der Karosserieform anpassen. Hergestellt wird der PUR-Schaum in bis zu 120 Meter langen Bl\u00f6cken. Die Anwender sch\u00e4len daraus aufrollbare zwei bis vier Millimeter starke B\u00e4nder, die dann zur Textilflammkaschierung verwendet werden. Damit die B\u00e4nder gleich bleibend hohe Qualit\u00e4t aufweisen, m\u00fcsse der PUR-Blockweichschaum beispielsweise \u00fcberall die gleiche Dichte aufweisen, erl\u00e4utert Bleuel.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Wer im n&auml;chsten Jahr Schuhe kauft, k&ouml;nnte sie mit Sohlen erhalten, die ihren Ursprung teilweise auf dem Acker haben. 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