{"id":9245,"date":"2006-07-26T00:00:00","date_gmt":"2006-07-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060726-03n"},"modified":"2006-07-26T00:00:00","modified_gmt":"2006-07-25T22:00:00","slug":"bank-sarasin-biokraftstoffe-mit-vorbehalt-verantwortbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bank-sarasin-biokraftstoffe-mit-vorbehalt-verantwortbar\/","title":{"rendered":"Bank Sarasin: Biokraftstoffe mit Vorbehalt verantwortbar"},"content":{"rendered":"<p><b>Biodiesel und Bioethanol gelten momentan als die Alternative f\u00fcr fossile Treibstoffe. Ihre rasante Entwicklung bietet jedoch nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken. Die neueste Studie der auf Nachhaltigkeitsforschung spezialisierten <a href=\"http:\/\/www.sarasin.ch\/\" >Bank Sarasin<\/a> zeigt, dass auch aus Pflanzen gewonnenes Diesel und Ethanol Mensch und Umwelt erheblich belasten k\u00f6nnen. Aus Sicht der Bank Sarasin sind Biokraftstoffe nicht immer so \u00f6kologisch und sozial vertr\u00e4glich, wie es ihr Name vermuten l\u00e4sst.<\/b><\/p>\n<p>Die auf Verm\u00f6gensverwaltung, Anlageberatung und Nachhaltigkeitsthemen spezialisierte Bank Sarasin &#038; Cie AG zeigt in ihrer aktuellsten Studie &#8220;Biokraftstoffe &#8211; erd\u00f6lfreie Fahrt in die Zukunft?&#8221; die Grenzen der Entwicklung von Biokraftstoffen auf. Aus der umfassenden Sicht der Nachhaltigkeit sind gewisse Massnahmen unerl\u00e4sslich, um auch weiterhin von \u00abBio\u00bb-Energie sprechen zu k\u00f6nnen. Einzud\u00e4mmen sind vor allem Risiken durch Monokulturen, die verst\u00e4rkte Regenwaldrodung sowie die kritischen Arbeits- und Sozialbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern. Hinzu kommt, dass die f\u00fcr die Rohstoffpflanzung frei verf\u00fcgbare Landfl\u00e4che ohnehin begrenzt ist und deren Anbau in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.<\/p>\n<p><b>Auffallende Nachfrage &#8211; Angebot beschr\u00e4nkt<\/b><\/p>\n<p>Die hohen \u00d6lpreise der letzten Monate haben dazu gef\u00fchrt, dass der Bedarf an alternativen Biokraftstoffen stark gestiegen ist. In der EU sowie den USA und Brasilien werden Biodiesel und -ethanol stark gef\u00f6rdert. &#8220;Wir beobachten seit einiger Zeit, dass die Aktienkurse der Unternehmen aus der Biokraftstoffbranche aufgrund der hohen Branchenerwartungen von Investoren deutlich gestiegen sind&#8221;, so Matthias Fawer-Wasser, Nachhaltigkeitsanalyst bei der Bank Sarasin &#038; Cie AG.<\/p>\n<p>Trotz des Ziels der Europ\u00e4ischen Kommission, bis zum Jahr 2010 insgesamt 5,75 Prozent des Treibstoffverbrauchs mit Biodiesel und -ethanol abzudecken, bleibt die Bank Sarasin skeptisch. &#8220;Wir sehen die Zukunft der Industrie n\u00fcchtern, da deren Entwicklung rasch an nat\u00fcrliche Grenzen stossen wird.&#8221; Bevor nicht neue technologische Entwicklungen eine bessere Ausbeute der Biomasse erm\u00f6glichen, wird der umwelt- und sozialvertr\u00e4gliche Einsatz von Biokraftstoffen in der EU und den USA maximal 5% des derzeitigen Benzin- und Dieselverbrauchs abdecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Effektivere Technologien erforderlich<\/b><\/p>\n<p>Die Bank Sarasin hat daher bei ihrer Nachhaltigkeitsanalyse im Rahmen der Studie insbesondere optimierte Pflanzensorten und neue Technologien zur effektiveren Herstellung von Biokraftstoffen positiv bewertet. &#8220;Bei der Ethanol-Produktion helfen beispielsweise neue, enzymatische Verfahren auch aus der Zellulose von Stroh und Stielen der Pflanzen Bioethanol zu gewinnen&#8221;, erkl\u00e4rt Matthias Fawer-Wasser, Verfasser der Studie.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss der Studie sollten nachhaltige Anleger Unternehmen favorisieren, die auf Bioethanol oder auf die Entwicklung einer zweiten Kraftstoffgeneration wie etwa BtL (Biomass-to-Liquid) fokussieren. Bez\u00fcglich Rohstoffbasis sind Firmen mit einem Einkauf aus lokalen Anbaugebieten und kurzen Transportwegen zu bevorzugen.<\/p>\n<p>Nachhaltigkeitskriterien f\u00fcr Erfolg entscheidend Etliche Biokraftstoffproduzenten bem\u00fchen sich mittlerweile sowohl um den Einsatz neuer Technologien, als auch um einen regionalen Einkauf sowie Sozial- und Umweltstandards in der Produktion. Sie versuchen, den derzeitigen Anteil von Biokraftstoffen am globalen Roh\u00f6lverbrauch von 0,8 Prozent in den kommenden Jahren stark auszubauen. <\/p>\n<p>Eine zweite Generation von Biokraftstoffen wie Cellulose-Ethanol oder Biogas bewertet die Bank Sarasin aus nachhaltiger Sicht allgemein besser, da die Ausbeute pro Hektar gr\u00f6sser ist und eine Vielzahl von Pflanzen zur Produktion verwendet werden k\u00f6nnen. F\u00fcr eine dauerhaft positive Entwicklung am Finanzmarkt wird daher langfristig entscheidend sein, ob die Produzenten von Biokraftstoffen Nachhaltigkeitskriterien f\u00fcr die Beschaffung und Herstellung ber\u00fccksichtigen. Denn nur so ist das &#8216;Bio&#8217; im Namen der Kraftstoffe wirklich gerechtfertigt.<\/p>\n<p><b><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20060726-03\/Biofuel2006_DEU_NPNC.pdf\" >PDF-Download der Studie<\/a><\/b><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/\/\" >2006-03-18<\/a>.)<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Benedikt Gratzl<br \/>Corporate Communications<br \/>Media Relations<br \/>Tel.: +41\/61\/277 70 88 <br \/>Fax. +41\/61\/277 77 30<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:benedikt.gratzl@sarasin.ch\">benedikt.gratzl@sarasin.ch<\/a><\/p>\n<p>Dr. Matthias Fawer-Wasser<br \/>Sustainability Research<br \/>Tel. +41 (0)61 277 73 03 <br \/>Fax. +41\/61\/277 7303<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:matthias.fawer@sarasin.ch\">matthias.fawer@sarasin.ch<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biodiesel und Bioethanol gelten momentan als die Alternative f&uuml;r fossile Treibstoffe. Ihre rasante Entwicklung bietet jedoch nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken. 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