{"id":9235,"date":"2006-08-01T00:00:00","date_gmt":"2006-07-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20060801-02n"},"modified":"2006-08-01T00:00:00","modified_gmt":"2006-07-31T22:00:00","slug":"baden-wuerttemberg-zuwachs-bei-biokraftstoffen-um-mehr-als-60-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/baden-wuerttemberg-zuwachs-bei-biokraftstoffen-um-mehr-als-60-prozent\/","title":{"rendered":"Baden-W\u00fcrttemberg: Zuwachs bei Biokraftstoffen um mehr als 60 Prozent"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Beim Treibstoffverbrauch ist in Baden-W\u00fcrttemberg der Anteil der Biokraftstoffe 2005 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 60 Prozent gestiegen. Das ist ein erfreulicher Boom.&#8221; Dies erkl\u00e4rte Umweltministerin Tanja G\u00f6nner heute (31. Juli 2006) in Stuttgart.<\/b> <\/p>\n<p>Biokraftstoffe haben im vergangenen Jahr einen Anteil von 3,4 Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch im Land erreicht. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 2,1 Prozent. &#8220;Zu dieser Entwicklung haben sicher die gestiegenen Treibstoffpreise beigetragen. Der Preisvorteil der Biokraftstoffe hat sich dadurch erh\u00f6ht.&#8221; <\/p>\n<p>Bei den Verbrauchern sei au\u00dferdem das Bewusstsein gestiegen, dass Alternativen zu dem aus Erd\u00f6l gewonnenen Diesel und Benzin gefunden werden m\u00fcssten. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe wie Biodiesel als alternativer Treibstoff trage zum Klimaschutz bei und verringere zudem die Abh\u00e4ngigkeit von Erd\u00f6limporten, betonte G\u00f6nner. <\/p>\n<p>Trotz der Steigerung sei das vorhandene Potenzial zur energetischen Nutzung von Biomasse noch nicht ausgesch\u00f6pft, zeigte sich Umweltministerin G\u00f6nner \u00fcberzeugt. &#8220;Wir streben bis 2010 eine Verdoppelung an. Das ist ein ehrgeiziges, aber realisierbares Ziel.&#8221; Zum 1. August 2006 laufe die vollst\u00e4ndige Steuerbefreiung von Biokraftstoffen zwar aus. Es bestehe jedoch weiterhin ein finanzieller Anreiz Biodiesel zu tanken, so G\u00f6nner. &#8220;Trotz der Teilbesteuerung von Biodiesel in H\u00f6he von neun Cent pro Liter besteht weiterhin ein deutlicher Abstand zu der f\u00fcr herk\u00f6mmlichen Diesel erhobenen Mineral\u00f6lsteuer in H\u00f6he von 47 Cent pro Liter.&#8221; <\/p>\n<p>Zu einer Erh\u00f6hung des Biokraftstoffanteils werde au\u00dferdem die ab 1. Januar kommendem Jahr geltende Verpflichtung der Mineral\u00f6lhersteller zur Beimischung von Biokraftstoffen beitragen, so Tanja G\u00f6nner. Geplant ist eine Beimischung in H\u00f6he von 4,4 Prozent des Dieselabsatzes und zwei Prozent des Benzinabsatzes. <\/p>\n<p>&#8220;Dabei bin ich \u00fcberzeugt, dass der Pflichtanteil noch deutlich erh\u00f6ht werden kann&#8221;, so G\u00f6nner. Dazu m\u00fcssten die technischen M\u00f6glichkeiten zur Nutzung von Biokraftstoffen weiter verbessert werden, so Tanja G\u00f6nner. Der Pflichtanteil m\u00fcsse dann den technischen M\u00f6glichkeiten angepasst und kontinuierlich gesteigert werden. <\/p>\n<p>Die weiterhin bestehende Steuerbeg\u00fcnstigung f\u00fcr reine Biokraftstoffe in Verbindung mit der geplanten Beimischungspflicht ab 1.1.2007 gebe der Landwirtschaft wie auch den Herstellern von Biokraftstoffen die notwendige Planungssicherheit. &#8220;Unter diesen g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen ist der Absatz auf hohem Niveau gesichert.&#8221; <\/p>\n<p><b>Erg\u00e4nzende Informationen:<\/b><\/p>\n<p>Der Anteil an Biokraftstoffen am gesamten Kraftstoffverbrauch lag im Jahr 2005 in Baden-W\u00fcrttemberg bei etwa 3,4 Prozent (bundesweit: ebenfalls 3,4 Prozent). Hiervon entfielen mehr als 85 Prozent auf Biodiesel (Raps\u00f6lmethylester RME), acht Prozent auf Bioethanol (in der Regel aus Getreide, Zuckerr\u00fcben oder Mais gewonnener Alkohol) und rund sieben Prozent auf Raps\u00f6l. Aus Biomasse synthetisch hergestellte Biokraftstoffe spielen dagegen zurzeit noch keine Rolle, weil die technischen M\u00f6glichkeiten noch nicht ausreichend ausgereift und marktf\u00e4hig sind. In Baden-W\u00fcrttemberg gibt es derzeit rund 150 Biodieseltankstellen. <\/p>\n<p>Der Betrieb mit reinen Biokraftstoffen macht in der Regel eine Umr\u00fcstung des Fahrzeugs erforderlich. Die auf dem Markt befindlichen Pkw-Dieselmotoren sind dagegen grunds\u00e4tzlich technisch so ausgelegt, dass eine Beimischung zu herk\u00f6mmlichem Diesel bis zu einem Anteil von derzeit bis zu f\u00fcnf Prozent Biokraftstoff problemlos m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><b>Neuregelung der Biokraftstoffbesteuerung<\/b><\/p>\n<p>Biokraftstoffe sind derzeit noch von der Mineral\u00f6lsteuer befreit, um die Markteinf\u00fchrung zu erleichtern und die im Vergleich zu den aus Erd\u00f6l gewonnenen Kraftstoffen erh\u00f6hten Produktionskosten auszugleichen. Die Mineral\u00f6lsteuer betr\u00e4gt aktuell f\u00fcr Dieselkraftstoff 47 Cent pro Liter (Benzin und Superbenzin: 65 Cent pro Liter). Nach dem Mineral\u00f6lsteuergesetz (\u00a7 2 a Abs. 3) m\u00fcssen allerdings die Markt- und Preisentwicklung von Biokraft- und Bioheizstoffen beobachtet werden, um eine \u00dcberf\u00f6rderung von Biokraftstoffen zu vermeiden. Ab 1. August 2006 wird deshalb Biodiesel mit neun Cent pro Liter besteuert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Beim Treibstoffverbrauch ist in Baden-W&uuml;rttemberg der Anteil der Biokraftstoffe 2005 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 60 Prozent gestiegen. 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